Drehstart für Oliver Hirschbiegels ELSER mit Christian Friedel und Katharina Schüttler

02.07.2014

Am gestrigen Dienstag, 1. Juli, haben in Wackershofen in Baden-Württemberg die Dreharbeiten zu ELSER begonnen.

Georg Elser, ein Schreiner aus Königsbronn in Schwaben, ist ein Mann, der die Weltgeschichte ändern und Millionen Menschenleben hätte retten können. Es waren 13 Minuten. 13 Minuten, die gefehlt haben, dass eine von ihm gebaute Bombe Adolf Hitler und seine Paladine zerrissen hätte. Doch es kam anders an diesem 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller: Hitler verlässt den Ort des Attentats zu früh - und Elser scheitert grausam.
Wer war dieser Mann, der die Gefahr, die von Hitler ausging, früher erkannte als viele andere, der handelte, als alle anderen, einschließlich der deutschen Generäle, mitliefen oder schwiegen? Was sah er, was unsere Eltern oder Großeltern nicht sahen oder sehen wollten? Der Mann der seinen Folterknechten ins Gesicht sagte, dass er das Blutvergießen des absehbaren Weltkrieges verhindern wolle?

 v.l.n.r.: Philipp Hoepp, Boris Ausserer, Léonie-Claire Breinersdorfer, Fred Breinersdorfer, Rüdiger Klink, Oliver Hirschbiegel, Katharina Schüttler, Oliver Schündler, Christian Friedel, Judith KaufmannDer Film ELSER erzählt die Hintergründe des fehlgeschlagenen Anschlags im Bürgerbräukeller und zeichnet ein packendes, emotionales Porträt des Widerstandskämpfers, den sie in seiner Heimat den „kleinen Schorsch“ nannten. Eine Geschichte von seinen frühen Jahren auf der schwäbischen Alb - als auch in seinem Heimatort der Nationalsozialismus Einzug hielt - bis hin zu seinen letzten Tagen im KZ Dachau, wo er kurz vor Kriegsende auf Befehl desjenigen ermordet wird, den er selbst zur Strecke bringen wollte, Adolf Hitler.
Die Geschichte: Während der Jubiläumsrede Hitlers im Münchner Bürgerbräukeller am 8. November 1939 wird ein Mann an der schweizerischen Grenze wegen des Besitzes verdächtiger Gegenstände festgenommen. Nur Minuten später explodiert eine Bombe unmittelbar hinter dem Rednerpult des „Führers“ und reißt acht Menschen in den Tod. Der festgenommene Mann ist Georg Elser (Christian Friedel), ein Schreiner aus dem schwäbischen Königsbronn. Als man bei ihm eine Karte des Anschlagsortes und Zünder für Sprengladungen findet, wird er dem Chef der Kripo im Reichssicherheitshauptamt Arthur Nebe (Burghart Klaußner) und dem Gestapochef Heinrich Müller (Johann von Bülow) zum Verhör vorgeführt. Elser erfährt, dass sein Vorhaben gescheitert ist, dass der Mann, den er töten wollte, um das drohende Blutvergießen des absehbaren Weltkriegs zu verhindern, den Bürgerbräukeller 13 Minuten vor der Explosion verlassen hat, um den Feldzug gegen Frankreich zu planen. Tagelang wird er von Nebe und Müller „verschärft verhört“, tagelang hält er ihrer Folter stand. Bis er schließlich gesteht - dabei jedoch bekräftigt, dass er ganz allein gehandelt hat. Ohne Hintermänner und ohne Wissen seiner Freunde, Familie und seiner Geliebten Elsa (Katharina Schüttler). Von ihr und von allen anderen hatte er sich in den Monaten zuvor distanziert, um sie nicht mit ins Unglück zu reißen, sollte seine Tat scheitern. Seine Tat, an die er schon seit den Tagen in der schwäbischen Heimat dachte, als er sich mit seinem besten Freund Josef Schurr (David Zimmerschied) vom aufkommenden Nationalsozialismus abwandte. Und die ihn nach der Befragung durch Nebe und Müller aus dem Untersuchungsgefängnis über Sachsenhausen nach Dachau führt, wo er wenige Tage vor Ende des Kriegs auf Befehl Hitlers ermordet wird.

Regie führt Oliver Hirschbiegel, der in Vergangenheit bereits mit Filmen wie Das Urteil, Das Experiment und Der Untergang sein Gespür für außergewöhnliche Stoffe bewiesen hat. Nach Five Minutes of Heaven, Invasion und zuletzt Diana ist ELSER nun die erste deutsche Produktion Hirschbiegels seit 2005.
Diese realisiert er mit einem hochkarätigen Darstellerensemble. So wird Christian Friedel (Das weiße Band, Russendisko) in der Titelrolle des Georg Elser zu sehen sein, Elsers Lebensgefährtin Elsa wird von Katharina Schüttler (Unsere Mütter, unsere Väter; Oh Boy) verkörpert. Arthur Nebe wird Burghart Klaußner (Das weiße Band, Nachtzug nach Lissabon) spielen, Gestapochef Heinrich Müller Johann von Bülow und Josef Schurr David Zimmerschied.
Und auch hinter der Kamera versammeln die Produzenten Oliver Schündler und Boris Ausserer von der Münchner Lucky Bird Pictures und Fred Breinersdorfer (Delphi Medien, Stuttgart) - von dem u.a. das Drehbuch zum Oscar®-nominierten Sophie Scholl stammt und der gemeinsam mit Léonie-Claire Breinersdorfer auch das Drehbuch zu ELSER geschrieben hat - ein hochqualifiziertes Team: Die Kamera führt Judith Kaufmann (Die Fremde, Zwei Leben), das Szenenbild entwerfen Benedikt Herforth (Rommel, Hindenburg) und Thomas Stammer (Unsere Mütter, unsere Väter; Herr Lehmann). Als historischer Berater steht der Produktion Professor Dr. Peter Steinbach zur Seite.
Gedreht wird ELSER vom 1. Juli bis Anfang September in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Südtirol.

In die deutschen Kinos kommt der Film am 2. April 2015, fast genau 70 Jahre nach dem Tod Georg Elsers im April 1945.