Das schönste Paar - DVD

DVD Start: 04.11.2019
FSK: ab 16 - Laufzeit: 93 min

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Inhalt

Das junge Lehrerpaar Malte (Maximilian Brückner) und Liv Blendermann (Luise Heyer) genießt den Sommerurlaub auf einer Mittelmeerinsel – bis dieser mit einem Überfall und der Vergewaltigung Livs sein tragisches Ende findet. Zwei Jahre später: Das Paar beweist im Umgang mit dem traumatischen Erlebnis eine erstaunliche Stärke. Beide sind fest entschlossen, an ihrer Beziehung festzuhalten, auch wenn sich das Vertrauen in sich und ihre Sexualität erst allmählich normalisiert. Bis Malte zufällig dem Täter (Leonard Kunz) wieder begegnet. Liv möchte vergessen, vergeben und weiterleben. Malte, getrieben von Scham und Wut, sehnt sich nach Rache. Noch bevor er sich Liv oder der Polizei anvertrauen kann, kommt es zur Konfrontation zwischen ihm und dem jungen Mann. Und damit auch zu einer Zerreißprobe für Malte und Liv...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: WVG Medien / polyband Medien
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch
Bildformat: 16:9 / 2,39:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Deleted Scenes (ca. 11 Minuten)

DVD und Blu-ray | Das schönste Paar

DVD
Das schönste Paar Das schönste Paar
DVD Start:
04.11.2019
FSK: 16 - Laufzeit: 93 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Das schönste Paar

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


Der deutsche Film muss sich ja so einiges gefallen lassen. Ständig werden die holprigen Dialoge, das hölzerne Schauspiel, die planlos strukturierte Dramaturgie usw. kritisiert. Gerade das line delivery wird immer wieder als schmerzhaft herausgearbeitet, gerade weil es im Vergleich zur normalerweise äußerst gelungen Synchronisation vollkommen unglaubwürdig wirkt. In Kombination mit der unoriginellen Kameraführung, dem unsinnigen Schnitt und zu unoriginellen Set-design wird daraus zu oft lediglich eine Nachahmung von besseren Hollywood-Filmen. Ein Beispiel aus diesem Jahr ist „Die Goldfische“, der lediglich eine billige Kopie eines Heist-Films à la „Logan Lucky“ oder „Ocean´s Eleven“ ist, ohne aber jeden Charm und Witz seiner großen Vorbilder zu erreichen. Doch immer wieder kommt dieser eine besondere Film, der sich wie ein Phoenix aus der Asche schlechter Filme erhebt. In einem Jahr, das ohnehin eine Vielzahl gelungener deutscher Filme aufweist („Systemsprenger“, „Das Ende der Wahrheit“, „Der Fall Collini“), sticht wohl keiner so heraus wie „Das schönste Paar“.

Liv (Luise Heyer) und Malte (Maximilian Bruckner)
Liv (Luise Heyer) und Malte (Maximilian Bruckner) © polyband Medien
Als das junge Lehrerpaar Liv (Luise Heyer) und Malte (Maximilian Bruckner) während ihres Mallorca-Urlaub überfallen werden, und Liv sogar vergewaltigt wird, müssen sich beide fragen wie sie ihr gemeinsames Leben weiterführen können. Nach Jahren der Therapie sind sie noch immer glücklich verheiratet und gehen mit dem Thema der Sexualität zunehmend normaler und selbstbewusster um. Doch all dies wird erneut auf eine Zerreißprobe gestellt, als Malte eines Tages dem Vergewaltiger seiner Frau gegenübersteht. Zwischen dem Wunsch nach Rache und Livs Bitte die Vergangenheit ruhen zu lassen, steht so inmitten von Gefühlen der Verzweiflung und Wut die Zukunft des Pärchens auf dem Spiel…

So umschifft die Geschichte hier viele Klischees, indem sie keine Wendung zur üblichen Rachefantasie durchmacht, sondern vielmehr die Psyche ihrer beiden Hauptfiguren zeichnet und den gesamten Plot darum aufbaut. So trägt der Film stets eine Menschlichkeit mit sich, die den Zuschauer über die gesamte Laufzeit anspricht, wodurch Autor und Regisseur Taddicken viel von der unterschwelligen Emotionalität ausspielt. So sieht sich das Publikum selbst in dieser liebevollen Beziehung der beiden Hauptfiguren, die vor allem in fein ausgewählten, kleineren Momenten brilliert. So funktionieren die kraftvollsten Momente des Films stets mit minimalen Dialogen, was bereits zeigt wie sehr einen die beiden ans Herz wachsen. Doch sind es gerade diese Momente, in denen Narrative, Schauspiel und Inszenierung förmlich miteinander verschmelzen und so einige der intensivsten, bedrückendsten, aber zugleich schönsten Kinomomente des Jahres bieten. Doch ordnet sich jeder Augenblick, jede Dialogzeile, jeder Plot-Point stets dem eigentlichen Konflikt, dem unterliegenden Drama über Verzweiflung, Rache und innere Zwänge unter, wodurch ein wunderbar fokussiertes Drehbuch entsteht.

Liv (Luise Heyer) und Malte (Maximilian Bruckner)
Liv (Luise Heyer) und Malte (Maximilian Bruckner) © polyband Medien
Ohne das herausragende Schauspiel wäre dies allerdings kaum möglich. Während die Chemie der beiden Hauptdarsteller wahrlich inspirierend ist, werden beiden Figuren als selbstständig und unterschiedlich genug dargestellt, dass Szenen, die lediglich von einem der beiden erzählen, genauso faszinieren. So brillieren Heyer und Bruckner als Duo, aber auch als einzelne, wobei gerade die innere Zerrissenheit von letzterem wahrlich zu beeindrucken weiß. Unterstützt von einer sehr persönlichen und nahen Kameraführung, die immer wieder mit dem Fokus im Bild intelligent spielt, um die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu steuern, entsteht hier eine Intensität, aber zugleich Authentizität, die auch im ausländischen Kino zu selten erreicht wird.

Luise Heyer und Maximilian Bruckner in Das schönste Paar
Luise Heyer und Maximilian Bruckner in Das schönste Paar © polyband Medien
Bild:
Beleuchtung, Set-design und Farbgebung verschwimmen hier zu einem tollen Gesamtbild. Durch die scharfe Optik wird die äußerst nahe und persönliche Kameraführung stets überzeugend auf den Fernseher transportiert.

Ton:
Ein insgesamt gut abgemischter Ton sorgt für ein klares akustisches Erlebnis. Musik und Dialoge sind so jederzeit absolut verständlich.

Extras:
Als Zusatzmaterial sind neben einigen Trailern insgesamt 11 Minuten an Deleted Scenes vorhanden.


Fazit:
Bedrückend und doch wunderschön besticht „Das schönste Paar“ durch eine authentische Geschichte, mitreißendes Schauspiel, sowie eine durchdachte Inszenierung. So entsteht ein intensives Drama über die Folgen eines traumatischen Erlebnisses, das durch visuelles Storytelling einige der brillantesten Momente des Kinojahres 2019 aufweist.

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by Sebastian Stegbauer
Bilder © WVG Medien / polyband Medien