Zeit des Zorns - DVD

DVD Start: 29.10.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Ali lebt mit seiner Frau und seiner sechsjährigen Tochter in der iranischen Metropole Teheran. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis arbeitet er in einer Fabrik, doch wegen seiner Gefängnisstrafe erlauben ihm seine Vorgesetzten nur, während der Nachtschicht zu arbeiten. Zeit mit seiner Familie kann Ali deswegen kaum noch verbringen. Dennoch versucht er, ein normales Leben zu führen. Von Zeit zu Zeit zieht er sich in die Wälder zurück, wo Stille herrscht und Einsamkeit. Hier, im Niemandsland wilder Natur, geht Ali auf die Jagd. Im Dickicht der Bäume sucht er nach einem möglichen Ziel. Doch die trügerische Ruhe seiner geregelten Lebensbahnen wird herausgefordert, als die Stadt in Aufruhr gerät. Menschenmassen ziehen durch die Straßen und die Tumulte erfassen bald auch Ali und seine Familie. Eines Tages kehrt Ali in eine verwaiste Wohnung zurück – seine Frau und seine Tochter sind spurlos verschwunden.
Nach stundenlangem Warten auf der Polizeistation erfährt er schließlich, dass seine Frau bei einer Demonstration erschossen wurde, doch von seiner Tochter fehlt jede Spur. Hilfe kann er von der Polizei nicht erwarten – im Gegenteil, sie verdächtigt ihn, mit den Demonstranten zu sympathisieren. Zwei Tage später wird auch sein Kind tot aufgefunden. Von maßlosem Zorn ergriffen, nimmt Ali sein Gewehr und bezieht Stellung auf einem Aussichtspunkt über den zirkulierenden Highways Teherans. Als ein Polizeiwagen in sein Blickfeld gerät, glaubt Ali sein Ziel gefunden zu haben.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Farsi (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interview mit dem Regisseur, Trailer

DVD und Blu-ray | Zeit des Zorns

DVD
Zeit des Zorns Zeit des Zorns
DVD Start:
29.10.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Zeit des Zorns

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 6/10


Ein Mann sieht rot: Hinter diesem nüchternen und bedrückenden Drama der trügerischen Stille verbirgt sich ein enormes Potential an Wut, Hass, Verzweiflung und Gewalt. Er basiert auf einer Erzählung des Schriftstellers Bozorg Alavi, eines Weggefährten Sadegh Hedayats, aus dem Jahr 1952 – der Zeit von Mossadegh, des ersten demokratisch gewählten Ministerpräsidenten Irans, der im Zuge der Operation Ajax von den USA und England gestürzt und durch den Despoten Reza Pahlavi ersetzt wurde. Das bildgewaltige in tristen Sepia-Tönen gehaltene Drama „Zeit des Zorns“, des politisch linksgerichteten Filmemachers Rafi Pitt, dessen Titel ist wohl die zornige Reaktion auf den vermutlichen Wahlbetrug m Juno 2009, durch den Ahmadinedschad wieder als Präsident des Irans bestätigt worden ist. Er erzählt das sehr persönliche Schicksal von Ali, einem durchschnittlichen iranischen Familienvater um die 40, der von Rafi Pitt selbst gespielt wird. Und der verliert bei einer Demonstration Frau und Kind. Alis Frau ist wahrscheinlich in Teheran in eine Demonstration von Oppositionellen geraten, die von „Sicherheitskräften“ gewaltsam aufgelöst wurde. Dabei sei sie versehentlich erschossen worden. Über das Schicksal seiner Tochter wisse man auch nichts: Der Freizeitjäger Ali schnappt seine Flinteund steigt auf eine Anhöhe über der Stadtautobahn von Teheran, und legt an, auf ein vorbeifahrendes Polizeiaut: Am Ende bleibt dann nichts, nur Tote. Es sind Opfer, die selbst zu Tätern werden mussten.

Rafi Pitts ist einer der bekanntesten jüngeren iranischen Filmemacher. E wurde im Iran als Sohn eines Briten und einer Iranerin geboren und verließ das Land auf den Wunsch seiner Mutter, um die Ausbildung am Harrows College in London zu genießen. Nachdem er Film und Foto studiert hatte, ging er nach Frankreich, um dort seinen ersten Kurzfilm zu realisieren. Jetzt kämpft er mit den Waffen, die ihm durch seine Ausbildung gegeben sind, für die Freiheit seines Volkes. Erst im März dieses Jahres war einer seiner Assistenten ins Teheraner Evin-Gefängnis verfrachtet worden, kam aber gegen Kaution wieder frei. Der Großteil der mehr als 3000 Inhaftierten im gefürchteten Evin sind heuer politische Gefangene, allen voran Oppositionelle, Regisseure, Schriftsteller oder „subversive“ Journalisten. Auch der Regisseur Jafar Panahi, der mit seinem kritischen Fußballfilm “Offside”, bei dem Frauen keinen Zutritt ins Stadion bekomme, und er den Silbernen Bären der Berlinale gewann, schmort in Haft.

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by Jean Lüdeke
Bilder © Indigo