Xavier Dolan - Die Box - DVD

DVD Start: 28.06.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 195 min

Xavier Dolan - Die Box DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Die ersten beiden Filme des kanadischen Wunderkinds Xavier Dolan im Doppelpack! Mit 19 Jahren drehte er sein weltweit gefeiertes Debüt »I killed my mother« - der ultimative Film für alle Mütter, Töchter und Söhne im Clinch: Hubert verabscheut seine Mutter. Ihre Pullis - geschmacklos, die Deko - Kitsch! Das Käsebätzchen im Mundwinkel - entsetzlich! Hubert ist überhebliche 17 und Chantal, alleinerziehend, erkennt ihn nicht wieder. Egal was sie sagt - es ist falsch. Also liefern sich die beiden bühnenreife Schreigefechte. Dass Antonin mehr ist als der beste Freund ihres Sohns, erfährt sie als letzte beim Tratschen ... Eine Mutter, ein frühreifer Künstler, zwei Welten im Zusammenprall - welch grandiose Hassliebe!
Ein Jahr später folgte »Herzensbrecher«, der ultimative Liebesfilm - stylisch, ironisch, zum Niederknien. Francis und Mary sind beste Freunde. Bis ihnen Nick begegnet, ein junger Mann und überirdisch schön. Beide tun alles, um ihm zu gefallen, er spielt mit ihrer Sehnsucht. Die Freunde lächeln säuerlich und versuchen, sich heimlich auszustechen. Nick nimmt ihre Geschenke mit Handkuss und bleibt ungerührt...

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Kool Filmdistribution
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Doppel-Plakat mit HERZENSBRECHER-Köpfen Xavier Dolan und Monia Choukri; Film »Herzensbrecher«: geschnittene Szenen (4 min, OF), Pannen (5 min, OF), Audiokommentar von Dolan & Choukri (OF ohne UT), Galerie

DVD und Blu-ray | Xavier Dolan - Die Box

DVD
Xavier Dolan - Die Box Xavier Dolan - Die Box
DVD Start:
28.06.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 195 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Xavier Dolan - Die Box

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Mit nur 19 Jahren gab Xavier Dolan mit seinem Film „I killed my mother“ (Originaltitel: „J’ai tué ma mère“, CA, 2009) sein Debüt. Ein Jahr darauf folgte der Liebesfilm „Herzensbrecher“ (Originaltitel: „Les amours imaginaires“, CA, 2010). Bevor sein neuster Film „Laurence Anyways“ (2012) in den Kinos anläuft, erscheint nun die DVD „Xavier Dolan – The Box“ mit seinen ersten beiden Werken.

In „I killed my mother“ geht es um den 17jährigen Hubert (Xavier Dolan), der sich ständig mit seiner alleinerziehenden Mutter Chantale (Anne Dorval) streitet. In allen Alltagssituationen geraten sie aneinander. Der Sohn provoziert sie ständig und die Mutter ist davon komplett überfordert. So reagieren beide immer wieder bösartig, übertrieben und manchmal auch versöhnlich, doch irgendwann beschließt Chantale, Hubert auf ein Internat zu schicken.

Der Film „Herzensbrecher“ erzählt von zwei Freunden, die sich in den gleichen Mann verlieben. Francis (Xavier Dolan) und Marie (Monia Chokri) lernen Nicolas (Niels Schneider) kennen und können sich seinem Charme nicht widersetzen. Nicolas sucht die Freundschaft zu beiden und möchte ständig mit ihnen zusammen Zeit verbringen. Sich selbst und dem anderen gegenüber können sich beide ihre Liebe nur schwer eingestehen und so willigen sie immer wieder zu gemeinsamen Unternehmungen ein, in der Hoffnung, dass sich Nicolas für einen von beiden entscheidet.

Der Kanadier Xavier Dolan schrieb bereits mit 17 Jahren das semi-autobiographische Drehbuch zu „I killed my mother“ und verfilmte es schlussendlich zwei Jahre später. Die Geschichte ist authentisch, vor allem die Streitdialoge scheinen aus dem Leben gegriffen zu sein. Diese Realitätsnähe macht den Film streckenweise sehr anstrengend, weil der Zuschauer den Wunsch entwickelt, dass beide endlich getrennte Wege gehen, weil soviel Hass auf Dauer nicht zu ertragen ist. Schade ist, dass der Betrachter dabei fast komplett im Dunkeln gelassen wird, was ihre Verbitterung verursacht hat. So wie die Hauptfigur Hubert weiß das Publikum nicht wohin die Wege führen und ob es einen Ausweg geben wird. Die Geschichte von „Herzensbrecher“ ist ebenfalls realistisch und erzählt eindringlich wie vernarrt Menschen sein können. Doch gestaltet er dies nicht schwermütig, sondern lockert mit skurrilen Situationen und Witz die Story immer wieder auf.
Was am meisten bei den beiden Filmen heraussticht ist die außergewöhnliche Ästhetik. Zuallererst fallen die ungewöhnlichen Kameraeinstellungen auf. Beispielsweise platziert er die Figuren öfters unterhalb der Bildmitte oder er widmet sich speziellen Details: dem Nacken, dem Gesicht oder den Füßen. Er geht dabei dicht heran und verwendet dabei häufig die Zeitlupe. Die Zeitlupensequenzen werden immer von einem Lied untermalt, was die Szene charakterisiert. Die Musik ist bei Dolan ein bestimmendes Element und gibt Einblick in die Gedankenwelt der Protagonisten. Genauso gibt die Kameraführung die Stimmung der Personen wieder. Zum Beispiel wenn die Protagonisten nervös oder verzweifelt sind, verwendet er eine Handkamera. Zudem verwendet er in manchen Einstellungen eine effektive Farbdramaturgie und besticht mit ausgefallenen Ausstattungen. Das alles zusammen ergibt eine außergewöhnliche Stilisierung und macht den besonderen Eindruck der Filme aus.
Die Darsteller, welche für das europäische Publikum alle relativ unbekannt sind, spielen ihre Rollen sehr gut. Einige Schauspieler wie der Regisseur selbst, der jeweils eine Hauptrolle übernahm, kommen in beiden Filmen vor. Alle schaffen es den Figuren Leben einzuhauchen und diesen einen speziellen Look und Charakter zu verleihen.

Die 2-DVD-Box besitzt eine gute Bild- und Tonqualität. Die Bonusausstattung besteht aus zwei Originalkinotrailern zu den beiden jeweiligen Filmen, sowie zehn weiteren Trailern. Das Zusatzmaterial speziell zu dem Film „Herzensbrecher“ besteht aus einer Fotogalerie, einer Pannensammlung (5 Minuten), geschnittenen Szenen (4 Minuten) und einem Audiokommentar von Dolan und Chokri. Dabei sind die drei letzten Extras nur in Französisch ohne Untertitel vorhanden.

Fazit: Die beiden Filme „I killed my mother“ und “Herzensbrecher” der Xavier-Dolan-Box geben einen guten Einblick in das anfängliche Oeuvre des noch jungen, kanadischen Regisseurs. Obwohl sie thematisch auseinanderliegen, besitzen sie zusammen eine einheitliche Ästhetik, welches einen großen Reiz der Filme ausmacht. Schade ist nur, dass dem nicht des Französischen mächtigen Betrachter die Zusatzinformationen vorenthalten werden, die ein noch tieferes Eintauchen erlauben würden.

by Doreen Matthei
Bilder © goodmovies / Kool Filmdistribution