Wüstenblume - DVD

DVD Start: 26.03.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 123 min

Wüstenblume DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Geheimnisvoll, stolz, wunderschön: Als die junge Somalierin Waris Dirie (Liya Kebede) in einem Londoner Fastfood-Restaurant von Starfotograf Terry Donaldson (Timothy Spall) entdeckt wird, feiert die internationale Modewelt begeistert die Geburt eines neuen Top-Models. Doch hinter der glamourösen Fassade verbirgt sich ein zutiefst bewegendes Schicksal.
Geboren in der Wüste Afrikas, wächst Waris im ständigen Kampf ums tägliche Überleben auf. Als sie mit 13 Jahren zwangsverheiratet werden soll, flieht sie, um dem Willen ihres Vaters zu entkommen. Sie irrt tagelang durch die Wüste, bis sie schließlich die somalische Hauptstadt Mogadischu erreicht. Die Familie ihrer Mutter nimmt sie schützend auf und verschafft ihr eine Stellung als Dienstmädchen in der somalischen Botschaft in London – wo sie jahrelang das Haus nicht verlassen darf. Als Ihr ein paar Jahre später die Rückkehr nach Somalia droht, flieht Waris erneut. Sie taucht in der Metropole unter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und findet mit der quirligen Verkäuferin und Lebenskünstlerin Marilyn (Sally Hawkins) eine Freundin und Vertraute.
Doch dann entdeckt sie Donaldson ... und ein Märchen wird wahr: Die Designer reißen sich um sie, Jetset und Presse lieben das Nomadenmädchen, das aus dem Wüstenstaub den Weg auf die berühmtesten Laufstege der Welt gefunden hat. Waris Dirie wird zu einem der bestbezahlten Models der Welt. Doch bei allem Erfolg holen Waris immer wieder die Schatten der Vergangenheit ein, belastet sie das Geheimnis ihrer Kindheit. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erzählt sie in einem Interview von der grausamen Tradition der Frauenbeschneidung, deren Opfer sie selbst als kleines Mädchen wurde.
Die Veröffentlichung löst eine Welle von Mitgefühl und Protest aus und Waris entschließt sich, ihr Leben dem Kampf gegen dieses Ritual zu widmen...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Hörfilmfassung für Blinde und Sehbehinderte
Untertitelfassung für Hörgeschädigte
Audiokommentar von Waris Dirie, Liya Kebede, Sherry Horman (Regie) und Peter Herrmann (Produktion)
kinokino extra Making-of
Entfallene Szenen, mit Audiokommentar von Sherry Hormann
Featurette Weltpremiere Venedig
Featurette Premiere Berlin
Trailer, Teaser, Anti-FGM-Spot

Video on demand - Wüstenblume

DVD und Blu-ray | Wüstenblume

DVD
Wüstenblume Wüstenblume
DVD Start:
26.03.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Wüstenblume Wüstenblume
Blu-ray Start:
26.03.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.
Wüstenblume - Cine Project Wüstenblume - Cine Project
Blu-ray Start:
12.08.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 128 min.

DVD Kritik - Wüstenblume

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 8/10


Die junge Waris (Soraya Omar-Scego) flieht mit 13 Jahren vor einer Zwangsheirat aus Somalia. Durch glückliche Umstände schafft sie es, in der Botschaft von Somalia in London anzukommen, wo sie als Zimmermädchen arbeitet. Jahre später wird die Botschaft geschlossen – die mittlerweile erwachsene Waris (Liya Kebede) muss zurück in ihr Heimatland. Doch davor fürchtet sie sich – weshalb sie untertaucht. Und sie hat wieder Glück: Sie trifft Marylin (Sally Hawkins), die ihr hilft und ihr einen Job in einem Fastfoodrestaurant verschafft. Auch hier ist das Glück auf ihrer Seite, als der prominente Fotograf Terry Donaldson (Timothy Spall) sie entdeckt und ihr die Karriere als Model ermöglicht. Während dieser ganzen Karriere trägt Waris allerdings ein großes Leiden mit sich: Im Alter von drei Jahren wurde sie Opfer der Weiblichen Genitalverstümmlung, einem grausamen Ritual, bei dem den Mädchen Klitoris und Schamlippen entfernt werden, um ihre „Reinheit“ zu bewahren...

Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst – die Lebensgeschichte von Waris Dirie ist das ideale Beispiel hierfür. Von einem somalischen Nomadenmädchen nach London, von dort als Topmodel nach New York und schließlich als UN-Botschafterin gegen die Weibliche Genitalverstümmlung. Einer Fiktion hätte man einen solchen Werdegang schwerlich abgekauft, doch dieser ist Realität. Regisseurin Sherry Horman („Männer wie wir“) stand vor der großen Aufgabe, die Gradwanderung zwischen Aschenputtelmärchen und Verstümmlungsdrama, die Waris Dirie in ihrer Autobiografie hinlegte, filmisch umzusetzen. Dabei liegt der Fokus der Produktion, ganz im Sinne der echten Waris, auf einem eindringlichen Appell gegen das blutige Ritual, von dem weltweit 130 Millionen Frauen betroffen sind. Eine der schwersten Menschenrechtsverletzungen überhaupt, die dennoch kaum in unserem Bewusstsein ist. „Wüstenblume“ dürfte einen Teil dazu beitragen, dies zu ändern. Dafür muss man Schauspielern und Team, die viel Herzblut in diesen Film steckten, dankbar sein. Der Part über die Verstümmlung ist das tragende Element des Streifens. Erst gegen Ende entfaltet das Drama sein ganzes Potential: In einer der eindringlichsten Szene zumindest der jüngeren Filmgeschichte wird Waris verstümmelt. Dabei sieht der Zuschauer recht wenig, doch eine vorangehende Beschreibung und das Hintergrundwissen lassen Bilder im Kopf entstehen, die stärker schocken, als jede direkte filmische Inszenierung es vermögen könnte. Gestützt wird dieser Vorgang durch eine absolute Authentizität der Szene, gedreht in Dschibuti, nördlich von Somalia, die Beschneiderin gespielt von einer Frau, die vor wenigen Jahren noch selbst dieser Tätigkeit nachging. Besonders diese Schlüsselszene ist es, die dafür sorgt, dass „Wüstenblume“ einen langen Nachklang hat. Er gehört zu den Filmen, bei deren Abspann jeder sitzen bleibt, bei dem noch Tage danach die Gedanken an das Ritual, auch wenn man schon vorher darüber informiert war, zurückkehren und Beklemmung bis hin zu Verzweiflung, aber auch Motivation auslösen. Die genaue Auswirkung dürfte von Mensch zu Mensch naturgemäß unterschiedlich sein. Allein wegen dieses Nachhalls lohnt es sich, den Film anzuschauen.
Wie erwähnt, hat „Wüstenblume“ jedoch auch einen anderen Teil, nämlich den der Aschenputtelgeschichte, die erzählt, wie Waris zu einem Topmodel wurde. Dieser Teil macht den Großteil der Laufzeit aus und gelangt qualitativ bei Weitem nicht an den anderen heran. Zwar bleibt der Streifen auch hier ein gut unterhaltender, interessanter Film mit sehr guten Darstellern, besonders Liya Kebede und Sally Hawkins, und einer gelungenen, nachvollziehbaren Entwicklung des Charakters Waris’. Doch wird die Handlung zu schnell erzählt (kein Wunder, da „Wüstenblume“ nahezu das ganze Leben Waris’ aufgreift), weshalb häufig Tiefe auf der Strecke bleibt. Grade mehr Dialoge hätten die Figuren noch besser auszeichnen können, häufig muss sich das Publikum eigene Gedanken machen. Sprünge in den Reaktionen der Rollen bleiben ebenfalls nicht aus, teilweise wirken selbige auch zu hölzern, zu karikiert. Letzten Endes bleibt es die gesamte Handlung durch das Damoklesschwert der Genitalverstümmlung, das den Zuschauer bei der Stange hält und schließlich mit gehöriger Kraft heruntersaust und einen Schockzustand verursacht.

Die Farben der DVD sind etwas matt, das Bild etwas Unscharf. Davon abgesehen ist die visuelle Qualität in Ordnung. Überragend ist der Ton. Gespräche auf Somalisch sind im O-Ton und untertitelt, das fördert Glaubwürdigkeit. Ein sehr guter Soundtrack löst auch nach dem Film noch Gänsehaut und schwere Gedanken aus. Ebenso gelungen ist die Sonderausstattung der DVD. Neben einer speziellen Hörfilmfassung für Sehbehinderte gibt es zahlreiche Einstellungen, um Ton und/oder Untertitel anzupassen, darunter auch einen Audiokommentar. Weiter liegen dem Silberling Features zu den Premieren in Venedig und Berlin, Trailer sowie Teaser, ein Spot über Weibliche Genitalverstümmlung von StopFGM.com, ein Buchtipp, entfallende Szenen, wahlweise mit Kommentar, und ein Making-Of bei. Besonders letzteres ist sehr empfehlenswert, viele interessante, aber auch verstörende Hintergründe über die Produktion werden erläutert und auch die echte Waris kommt zu Wort.
Lediglich eine vertiefende Dokumentation über das furchtbare Ritual wäre noch wünschenswert gewesen.

Fazit
Trotz einiger erzählerischer Schwächen im Hauptteil schafft „Wüstenblume“ es, einem enormen emotionalen Nachklang mit sich zu ziehen. Das heikle Thema wurde sehr überzeugend umgesetzt und dürfte niemanden kalt lassen. Durch die qualitativ guten Extras lohnt der Kauf der DVD in jeder Hinsicht. Dieser Film ist derzeit konkurrenzlos.


by Bastian Gabrielli
Bilder © 20th Century Fox





DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Endlich auf glitzernder Disk zu erwerben, dieses berührende und beeindruckende Tempotaschentuch-Werk par Excellence: Als die junge Somalierin Waris Dirie (Liya Kebede) in einem Londoner Fastfood - Restaurant von Starfotograf Terry Donaldson (Timothy Spall) entdeckt wird, feiert die internationale Modewelt begeistert die Geburt eines neuen Top-Models. Doch hinter der glamourösen Fassade verbirgt sich ein zutiefst bewegendes Schicksal. Geboren in der Wüste Afrikas, wächst Waris im ständigen Kampf ums tägliche Überleben auf. Als sie mit 13 Jahren zwangsverheiratet werden soll, flieht sie, um dem Willen ihres Vaters. Sie kann flüchten, und irrt tagelang durch die Wüste, bis sie schließlich die somalische Hauptstadt Mogadischu erreicht. Die Familie ihrer Mutter nimmt sie schützend auf und verschaff ihr eine Stellung als Dienstmädchen in der somalischen Botschaft in London – wo sie jahrelang das Haus nicht verlassen darf. Als Ihr ein paar Jahre später die Rückkehr nach Somalia droht, flieht Waris abermals. Sie taucht in der Metropole unter, hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und findet mit der quirligen Verkäuferin und Lebenskünstlerin Marilyn (Sally Hawkins) eine Freundin und Vertraute. Doch dann entdeckt sie Donaldson und ein Märchen scheint Gestalt anzunehmen.

Der Weg war hier nicht das Ziel: Waris Dirie zählte danach zu einem der bestbezahlten Models überhaupt. Doch bei allem Erfolg bleibt das bleierne Geheimnis ihrer Jugend. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erzählt sie in einem Interview von der grausamen Tradition der Beschneidung, deren Opfer sie selbst als kleines Mädchen wurde. Die Veröffentlichung löste natürlich eine weltweite Welle von Mitgefühl und Protest aus. Angesichts der konventionellen Model-Karrieren auch mehr als verständlich. Liya Kebede gibt diese Waris. Die Äthiopierin zierte bereits die Titelseiten der amerikanischen, italienischen, japanischen und spanischen Vogue, V, Elle, Harper’s Bazaar and others. 2003 wurde die als erste farbige Frau das Gesicht der Marke Estée Lauder. Kebede setzt sich für Frauen und Kinder in Entwicklungsländern als UN Goodwill Botschafterin sowie im Rahmen ihrer Stiftung ein, die zum Ziel hat, die Gesundheit von Frauen und Kindern in Entwicklungsländern zu verbessern. In der Tat ein sehr grotesker Antagonismus, dass Mitgefühl und Menschlichkeit die Massen via Literatur und Film plakativ erreichen, wenn es die Betroffenen vorher die mondialen Catwalks bezwingen konnten.

by Jean Lüdeke