Westwind - DVD

DVD Start: 30.03.2012
FSK: ab 6 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Der Sommer 1988 verändert für die ostdeutschen Zwillinge Isabel (Luise Heyer) und Doreen (Friederike Becht) alles! Zusammen verreisen sie aus der DDR zum ersten Mal ins sozialistische Ausland. Während ihrer Ferien am Balaton in Ungarn lernen sie Arne (Franz Dinda) und Nico (Volker Bruch) aus Hamburg kennen. Trotz Ausgehverbot gelingt es den Mädchen, sich aus dem Pionierlager zu schleichen, um sich heimlich mit den Westdeutschen zu treffen. Ein Abenteuer, für das sie alles aufs Spiel setzen. Zwischen Doreen und Arne entwickelt sich schnell mehr als nur eine Sommerromanze – es ist die große Liebe. Arne sieht für ihre Zukunft nur eine Chance: Er schlägt den unzertrennlichen Schwestern eine gemeinsame Republikflucht vor. Isabel und Doreen müssen die folgenschwerste Entscheidung ihre Lebens treffen. Nach einer wahren Geschichte.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Indigo / GoodMovies
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Westwind

DVD
Westwind Westwind
DVD Start:
30.03.2012
FSK: 6 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Westwind

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


Robert Thalheim ist bekannt für seinen politisch-kritischen Film "Am Ende kommen die Touristen" über das KZ Auschwitz nach dem 2. Weltkrieg. Nun wagt er sich in seinem neuen Film "Westwind" (nach einer wahren Begebenheit) wieder an die Aufarbeitung eines Kapitels deutscher Geschichte. Das erwartet man als Zuschauer zumindest, wenn man den Inhalt hört.
Die ambitionierten Zwillingsschwestern Doreen und Isa verbringen den Sommer am Balaton, um ihre Ruderzeiten zu verbessern und ihre Karrierechancen in der DDR zu erhöhen. Dort treffen sie auf eine Gruppe junger Hamburger Studenten, unter ihnen auch Arne, in den sich Doreen verliebt. Die Frage „Nach drüben oder nicht?“ muss also zwangsläufig kommen. All die Zuschauer, die jetzt einen kritischen Blick auf die ost-/westdeutsche Beziehung erwarten, werden enttäuscht. Der politische Hintergrund wird hier nur als Folie benutzt, um der Beziehung zwischen Doreen und Arne die nötige Dramatik zu verleihen. Das Pionierlager, in dem die Zwillinge trainieren, befindet sich nicht nur im ungarischen Nirgendwo, sondern erscheint jenseits der Realität. Unterstützt wird dieser Eindruck von den zahlreichen Landschaftsbildern, die Thalheim in die Geschichte einflicht. Das Konfliktpotenzial zwischen Ost und West wird auf ein Minimum reduziert, sodass das Aufeinandertreffen der jugendlichen Lagerbetreuer mit den Hamburgern im Volleyballspiel zu einem pubertäres Kräftemessen gerät.
Die Unterschiede zwischen Ost und West wirken schablonenhaft und sind auf Stereotype reduziert. Anstatt neue Bilder zu finden, zeigt Thalheim Althergebrachtes: das erste Mal Cola trinken, Sprachunterschiede wie „Trinkröhrchen“ und „Strohhalm“ oder die moderne Popmusik aus Amerika im VW-Käfer im Gegensatz zu volkstümlicher Musik in der Lagerdisko.
Trotz allem leidet der Film darunter nur wenig. Immerhin wird die DDR aus der Sicht der jugendlichen Mädchen gezeigt, für die Politik und Weltgeschehen noch keine zentrale Rolle spielen, sondern die Geschichte mehr auf sie selbst und das Erwachsenwerden konzentriert ist. Verstärkt wird diese Weltabgeschiedenheit noch durch die innige Beziehung zwischen den Zwillingen, die meistens einer Meinung sind, alles zusammen machen und somit eine eigene Einheit bilden. Und diese Geschwisterbeziehung ist es auch, die im Zentrum des Films steht. Das langsame Auseinanderdriften der Schwestern, deren Beziehung an der Liebe der einen zu zerbrechen droht, wird im Kleinen gezeigt. Isa erscheint hier als die Vorsichtige, die die Gefahren sieht, die Situationen analysiert und abwägt. Doreen lebt einfach. Diese verschiedenen Charaktereigenschaften lassen sich im kindlichen noch durch das „Zufalls-Spiel“ lösen, aber nicht mehr, wenn es um die Frage geht, ob man sich über die Grenze schmuggeln lässt, und riskiert zum Landesverräter zu werden.
Ein Plus des Films sind die jungen deutschen Schauspieler, die schon Erfahrung mitbringen. Es ist vielleicht gerade deshalb, warum die Figuren lebendig aber nicht übertüncht erscheinen.
Besonders die Mädchenrollen, gespielt von Frederike Becht (Goethe!, Der Vorleser) und Luise Hayer wirken authentisch, während die Figur des Arne (Franz Dinda – Kein Bund fürs Leben, Im Winter ein Jahr) doch etwas unausgereift wirkt. Der Film beginnt wie ein Roadmovie im VW-Käfer und trägt viele Züge einer Jugendromanze und schafft es, wenn auch manchmal knapp, um die Grenze zwischen Unterhaltung und Kitsch einen Bogen zu machen. Er beruht zwar auf einer wahren Begebenheit, doch wirkt die Handlung an manchen Stellen klischeehaft und realitätsfern.
Wer also einen unterhaltsamen Film schauen will, ohne gleich in die politische Tretmühle „DDR-Faschismus“ zu rutschen, für den ist dieser Film das Richtige. Allerdings darf man auch nicht zu viel Anspruch haben, denn über das Unterhaltsame hinaus schafft er es nicht.

Fazit: klischeehafte aber unterhaltsame Jugendromanze ohne zu viel politischen Ballast.

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by Doris Rombach
Bilder © Indigo / GoodMovies