Wer ist Hanna? - DVD

DVD Start: 08.12.2011
FSK: ab 16 - Laufzeit: 107 min

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Inhalt

Hanna (SAOIRSE RONAN) ist zwar noch ein Teenager, aber unterscheidet sich stark von anderen jungen Mädchen ihres Alters: Sie verfügt bereits über die Stärke, Ausdauer und Fähigkeiten eines Soldaten. Ihr Vater (ERIC BANA), ein ehemaliger CIA-Agent, hat sie in der Wildnis von Finnland großgezogen und alles daran gesetzt, sie durch jahrelanges Training zu einer perfekten Killerin zu machen. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden erfährt Hannas Leben einen dramatischen Wendepunkt, als ihr Vater sie auf eine Mission hinaus in die Welt schickt. Heimlich reist sie quer durch Europa. Dabei muss sie Agenten entwischen, die eine skrupellose Geheimdienstleiterin (CATE BLANCHETT), die selbst einige Geheimnisse zu verbergen hat, auf Hanna angesetzt hat. Als sie sich ihrer ultimativen Zielperson nähert, wird Hanna plötzlich mit verblüffenden Enthüllungen über ihre eigene Existenz und unerwarteten Fragen über ihre Menschlichkeit konfrontiert.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sony Pictures Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Kommentar mit Regisseur Joe Wright
Alternatives Ende
Entfallene Szenen
Anatomie einer Szene: Die Flucht aus Camp G

DVD und Blu-ray | Wer ist Hanna?

DVD
Wer ist Hanna? Wer ist Hanna?
DVD Start:
08.12.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Wer ist Hanna? Wer ist Hanna?
Blu-ray Start:
08.12.2011
FSK: 16 - Laufzeit: 111 min.

DVD Kritik - Wer ist Hanna?

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Wehrfähiges Märchen-Mädchen
Selten wurde es in einem (Action-)Film so deutlich gemacht, dass es sich bei Hollywoodproduktionen um Märchen handelt. Dabei geht es weniger um eine Übertreibung der Handlungen, die Action ist eher Old-School, sondern um die ganze Geschichte und deren Symbolik. Die gute interessante Mischung aus Action, Drama und Humor machen „Wer ist Hanna“ zu einer angenehmen und vielschichtigen Unterhaltung, die mehr zu bieten hat als auf den ersten Blick ersichtlich. Allerdings scheint die Action ursprünglich härter gewesen zu sein. Ob für die deutsche Freigabe Sequenzen gekürzt worden sind oder schon das Studio Einspruch einlegte, ist nicht so ganz ersichtlich. Jedenfalls sollte deutlich das Publikumsspektrum erweitert werden. Es passte wohl nicht, dass in einem Film in dem ein junges Mädchen an der Grenze zur Pubertät die Hauptrolle spielt, harte Action vorkommt. So sind manche Szenen und Sequenzen merkwürdig stückhaft. Auffällig viel ist in Kreisen angeordnet. Nicht nur das Setting und die Kulissen, sondern auch die Bewegungen, Einstellungen und der Schnitt sind sehr kreisförmig und elliptisch angelegt. Vor allem das Ende entspricht in seinem letzten Satz, der Einstellung und dem Titel haargenau dem Anfang und so schließt sich auch gesamtfilmisch der Kreis. Dadurch wird eine Kontinuität angezeigt, welche bei den Volksmärchen beginnt und bei Spielfilmen endet. Märchen sorgten dafür, dass Heranwachsende die Werte und Tugenden der Gesellschaft, in einer Unterhaltung verpackt, erlernten. Es gibt kaum ein Märchen ohne Moral, kaum ein Märchen, in dem unstatthaftes Verhalten nicht bestraft wird. Heutzutage haben diese Funktionen Spielfilme übernommen und sorgen mit einem nicht geringen Anteil für die Sozialisation. Und ebenso geht es Hanna in diesem Film. Musik als zentraler Zivilisationsprozess gilt ihr als das höchste, was sie nach und nach während der Handlung entdeckt. Technik hingegen fürchtet sie und gerät in einer der schönsten Szenen des Filmes anhand von Elektrizität, die sie nur vom Hörensagen kennt, in Panik. Leider wird aus beiden Teilen nicht viel gemacht, dafür ist der Film zu voll mit Themen. Die Faszination für Musik sieht man der Darstellerin an, bekommt aber nicht genügend inhaltlichen Spielraum. Auch die Angst vor der Technik kommt nur in einer Szene vor, was es dann unglaubhaft macht, dass sie später anhand einer Computerrecherche mühelos Antworten bekommt. Wie sollte sie das hinkriegen, wenn sie ein paar Tage vorher erst die Möglichkeiten eines Lichtschalters entdeckte? Da kann man sich natürlich rausreden, dass es sich schließlich um ein Märchen handelt (die Hanna im Film auch oft liest). Die wie immer hervorragende Cate Blanchett als Widersacherin ist eine deutliche Äquivalenz zu der bösen Stiefmutter aus den Märchen, wohingegen der (Stief-)Vater von Hanna abgenabelt werden muss. Hanna muss also wie die Kinder in den Märchen ihren eigenen Weg finden und die Versuchungen vermeiden. Der Abstieg in den künstlichen Wolfsrachen in dem Märchenthemenpark am Ende ist dann die finale Konfrontation mit den Ängsten, der Abschluss des Sozialisationsprozesses und die Bewältigung der Probleme durch die Annahme des eigenen Ich. Auch hier schließt sich wieder ein Kreis, da sie in einer frühen Szene mit jungen Wölfen spielte. Nun kennt sie aber auch eine andere, viel düsterere Welt, nämlich die der Erwachsenen und der Moderne. Es bleibt offen, wie sie damit umgeht (und wofür das alternative Ende eine Antwort liefert, die aber die Kreisförmigkeit zerstört hätte). Ironischerweise ist der Film manchmal thematisch zu überladen, um alles wirkungsvoll auszubreiten und hat dennoch manchmal so einige Längen. Dennoch ist er einer der interessantesten Actionfilme der letzten Jahre.

Das Bild und der Ton sind sehr gut. Ein guter und auch selbstkritischer Audiokommentar von dem Regisseur Joe Wright erhellt wirklich den Film und seine Symbolik. Dann gibt es noch ein alternatives Ende, entfallene Szenen und ein Special „Anatomie einer Szene“, welches aber nichts wesentlich anderes berichtet, als eh schon zu der Szene im Audiokommentar gesagt worden ist.

Eine vielschichtige und interessante Mischung aus Action, Drama und Humor, mit deutlichen Bezügen auf Märchen. Im Mittelteil kommen manche Längen vor und einige Themen werden nicht vertieft, aber dennoch ein sehr gelungener Streifen.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Sony Pictures Home Entertainment