Von Menschen und Pferden - DVD

DVD Start: 25.06.2015
FSK: ab 12 - Laufzeit: 78 min

Von Menschen und Pferden DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

In einem abgelegenen Tal in Island beobachten Nachbarn einander, als wäre Intimität die wertloseste Nebensache der Welt. Der erste offizielle Besuch von Kolbeinn (Ingvar Eggert Sigurðsson) bei der jungen Witwe Solveig (Charlotte Bøving) wird folglich streng überwacht – aus Distanz und mit entsprechend vielen Ferngläsern. Solveigs Hengst Brúnn und Kolbeinns Stute Grána interessiert das wenig. Unter Beobachtung aller kommen die Isländer-Pferde zu genau der Sache, an die die frisch Verliebten kaum wagen zu denken.
VON MENSCHEN UND PFERDEN ist ein Film über die Liebe, in all ihren Formen und ihren Irrungen und Wirrungen. Aus dem Blickwinkel der Pferde betrachtet erscheint das Verhalten der Menschen geradezu tragisch-komisch bis absurd. Das Spielfilmdebüt des isländischen Schauspielers und Theaterregisseurs Benedikt Erlingsson betört durch fantastische Bildwelten, schrägen Humor und einem Faible für skurrile Gestalten – sowohl bei den Menschen als auch den Pferden.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo / NFP
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Isländisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
45-minütiges Making of, Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Von Menschen und Pferden

DVD
Von Menschen und Pferden Von Menschen und Pferden
DVD Start:
25.06.2015
FSK: 12 - Laufzeit: 78 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Von Menschen und Pferden

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Der isländische Film ist ein noch sehr junger Zweig der Filmgeschichte. Erst in den 1980er Jahren schaffte dieser vor allem mit Wikingerfilmen wie „Der Flug des Raben“ (1984) von Hrafn Gunnlaugsson den internationalen Durchbruch, obwohl schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts isländische Produktionen existieren. Auch „Von Menschen und Pferden“ (Originaltitel: „Hross í oss“, IS/ DE/ NO, 2013) kann sich über internationale Aufmerksamkeit freuen, wurde in über 30 Ländern verkauft und hat zudem insgesamt 26 Preise gewonnen.

In einem abgelegenen Tal in Island sind die Menschen stark mit den Pferden verbunden. So kann man die Menschen dabei beobachten wie sie Wildpferde eintreiben, entflohene Pferde wieder einfangen oder mit ihnen ihr Geld verdienen. Sie verehren das Pferd für seine Schönheit, nutzen es als Transportmittel oder zum Angeben. Neben den intensiven Beziehungen zu den Tieren wird auch das Zwischenmenschliche thematisiert, wie in der Geschichte zweier Männer, die sich uneinig darüber sind, wo die Grenzen ihrer Grundstücke verlaufen sollen, eines Mexikaners, der versucht in der Fremde zu überleben und einer Frau und einem Mann, die sich mögen, aber nicht recht zusammen finden wollen.

Der isländische Schauspieler Benedikt Erlingsson (*1969) wurde als 12jähriges Stadtkind im Sommer aufs Land geschickt und sammelte dort ganz neue Erfahrungen. Als Belohnung bekam er sogar sein eigenes Pferd. Dieses Eintauchen in eine fremde Welt hat ihn maßgeblich beeinflusst und da er der Meinung ist, dass ein Regisseur einen Film über ein Thema machen sollte, in dem er sich auskennt, entstand das erste Skript. Bereits im Jahr 1997 brachte er die erste Episode des jetzigen Films auf Papier und wollte ursprünglich einen Kurzfilm daraus machen. Aber es kam nie zur Umsetzung und so blieb nur das Drehbuch, welches er stetig mit neuen Geschichten erweiterte. 2008 beschloss er endlich den Film zu realisieren. Die Finanzierung war dabei das Schwierigste: Es wurde eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, ein gewillter Produzent gesucht und Deutschland und Norwegen als Co-Produzenten-Länder hinzugeholt. Entstanden ist ein Episodenfilm, der mit einem kleinen Budget eine große Wirkung erzielt. Die einzelnen Episoden sind dabei miteinander verknüpft und besitzen eine chronologische Entwicklung sowie Überschneidungen. Jede Geschichte ist für sich genommen einzigartig und zeigt eine andere Verbindung zwischen Mensch und Pferd. Dabei kann das Pferd als Hilfe, als Ausdruck des Stolzes oder als Freund dienen. Immer beginnend mit der Nahaufnahme eines Pferdeauges wird die nachfolgende Geschichte erzählt, die sich meist überraschend entwickelt. Dieser interessante und außergewöhnliche Ansatz macht einen großen Reiz des Films aus. Er ist eine Liebeserklärung an diese Tiere und ein schönes Portrait einer isländischen Gemeinde. Der Film besitzt oft eine sanfte Komik, die vor allem aus einer leichten Überspitzung und der angelegten Skurrilität der Figuren heraus entsteht. Die Filmaufnahmen fangen das Rohe und Natürliche der Landschaft wunderbar ein. Obwohl das Wetter selten im klassischen Sinne schön ist, besitzen die Bilder eine eigene Schönheit. Dabei fällt auch auf, dass jedes einzelne Bild wie arrangiert und komponiert wirkt, was den ästhetischen Eindruck noch verstärkt. Die Musik, komponiert von Davíð Þór Jónsson, ist abwechslungsreich, fröhlich, liefert manchmal die stimmige Untermalung. Bisweilen verwendet sie aber absichtlich konträre sowie internationale Klänge. Im Gesamten betrachtet, kann der Film im schlechtesten Fall einen authentischen Eindruck der ländlichen Gegend Islands und ihrer Bewohner vermitteln. Im besten Fall schafft es der Film, den Zuschauer für das Thema Mensch-Tier-Verhältnis zu sensibilisieren. Zusammengefasst zeigen die Episoden wie unterschiedlich und unverhältnismäßig mit Tieren umgegangen wird und welche Bedeutung sie für uns haben. „Von Menschen und Pferden“ ist ein gelungenes und außergewöhnliches Debüt.

Die DVD besitzt eine gute Bild- und Tonqualität. Die Bonusausstattung setzt sich aus elf Trailern und einem 46-minütigem Making-Of zusammen. Das Making-Of (Originalton mit deutschen Untertiteln) ist mit seinen Interviews, Szenen und Skizzen sehr ausführlich und nicht nur eine reine Anpreisung des Films, für welchen Zweck Making-Ofs oft benutzt werden, sondern liefert einen wirklich interessanten und spaßigen Einblick in die Entstehung des Films.


Fazit:
Der isländische Film „Von Menschen und Pferden“ erzählt warmherzig und liebevoll von einem außergewöhnlichen Dorf, in dem alle Menschen ihre Eigenarten haben und ihre Liebe zu Pferden allgegenwärtig ist. Dabei macht sich der Film aber nie darüber lustig, sondern erzählt mit sanftem Humor und gibt einen interessanten Einblick in eine fremde Welt, der lange im Gedächtnis bleiben wird.

by Doreen Matthei
Bilder © Eurovideo / NFP