Vom Gießen des Zitronenbaums - DVD

DVD Start: 20.08.2020
FSK: ab 0 - Laufzeit: 97 min

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Inhalt

Der Künstler Elia kommt aus Nazareth und muss sich über Land und Leute doch sehr wundern. Schon der eigene Garten und seine Zitronenbäume sind vor den Begehrlichkeiten der Nachbarn nicht sicher. Bald bricht Elia auf, um anderswo heimisch zu werden und die seltsame Einsamkeit des kopfschüttelnden Beobachters hinter sich zu lassen. Er geht in jene Länder, wo die Frauen frei sind und die Kunst so schön tolerant, wo die Parks öffentlich sind und niemand nachbarliche Zitronen stiehlt. Elia wird zum Kundschafter in den westlichsten Metropolen, Paris und New York. Auf seinen Streifzügen durch die Räume des Urbanen gerät er zwischen aggressive Parkbesucher, ferngesteuerte Touristen, rollende Polizisten und bis an die Zähne bewaffnete Spaziergänger. Erneut muss sich Elia wundern, doch aus dem Wundern wird bald ein nur zu bekanntes Befremden. Auch hier ist die Welt aus den Fugen geraten, haust ein Schrecken in den Begegnungen. Immer kleiner wird die Mimik dessen, der als Heimatsuchender ankam und zur Teilnahmslosigkeit verurteilt ist. Und immer größer wird das Ausmaß des Absurden, das zu unserer Normalität geworden ist. Bleibt am Ende nur die Freundschaft mit einem kleinen, frechen Vogel? Elia kehrt zu seinem Garten in Nazareth zurück und muss sich abermals wundern: über einen liebevoll gepflegten und gedeihenden Zitronenbaum.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: goodmovies / Neue Visionen
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Kino-Trailer

Video on demand - Vom Gießen des Zitronenbaums

DVD und Blu-ray | Vom Gießen des Zitronenbaums

DVD
Vom Gießen des Zitronenbaums Vom Gießen des Zitronenbaums
DVD Start:
20.08.2020
FSK: 0 - Laufzeit: 97 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Vom Gießen des Zitronenbaums Vom Gießen des Zitronenbaums
Blu-ray Start:
18.06.2020
FSK: 0 - Laufzeit: 101 min.

DVD Kritik - Vom Gießen des Zitronenbaums

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 3/10
Ton: | 3/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


Mit „Vom Gießen des Zitronenbaums“ (im orig. It must be Heaven) kommt eine international produzierte, scheinbare Komödie, welche auch eine Normierung für die goldene Palme ein heißen konnte, für das Heimkino heraus. Wobei das „scheinbar“ großgeschrieben sein muss. Denn wir haben es hier mit einem Wolf im Schafspelz zu tun.

Wenn man im Vorfeld sich einen Trailer zu dem Film anschaut oder sich anderweitig über den Film informiert, denkt man schnell an eine Komödie. Eine Komödie, die so wirkt, wie diese lebenbejahenden, oft zum Schmunzeln anregenden Komödien. Die Filme, die mit wunderschöner Musik unterlegt werden und diese wärmesprießenden Gefühle perfekt verstärkt. Komödien die es nicht nötig haben Slapstick oder Spott als Werkzeug zu benutzen. Und wenn doch, kann der Charakter liebevoll über sich selbst lachen. Zumeist begleitet uns auch ein eher trauriges Schicksal. Welches wir aber mit dem Charakter sanft meistern. Ein Zauber umgibt diese Filme. Und dieser Zauber hat nichts mit Hogwarts oder Kaninchen zu tun. Es ist mehr ein Gefühl...

Das Menschlich-Allzumenschliche als untrennbarer Teil der Hochkultur – Elia Suleiman nimmt es mit Humor.
Das Menschlich-Allzumenschliche als untrennbarer Teil der Hochkultur – Elia Suleiman nimmt es mit Humor. © Neue Visionen Filmverleih
Das ist vom Gießen des Zitronenbaums nicht. Oder doch?
Es gibt diese Elemente in dem Film schon und sie werden gekonnt gezeigt. Gerade am Anfang scheint vieles darauf hinaus zu laufen. Nur das die Komik weitestgehend auf der Strecke bleibt. Die Darsteller spielen, mit subtilem Witz, bravourös ihren Part. Und man gibt sich Mühe, skurrile Geschehnisse zu erzeugen. Diese werden auch durch eine ruhige aber doch dynamische Kameraarbeit positiv unterstützt. Und das muss sie auch. Denn es wird stark auf Bildsprache gesetzt. Lebensbejahende Melodien inklusive. Wobei nicht nur der Score überzeugt, sondern auch ein, zwei Lieder die es mit in den Film geschafft haben. Immer gut gesetzt, damit sie die Bildsprache verstärken kann. Ein Gefühl von Leichtigkeit ist gegeben. Aber der Humor kommt doch nur gelegentlich hervor. Und das am besten, wenn unser Reisender Hauptprotagonist nichts Lustiges erlebt, sondern selber der Komiker wird. Zwar bekommen wir keine unbekannte Komik. Aber durch die langen, ruhigen und sehr dialogarmen Szenen, setzten diese dann gekonnt ein.

Dadurch kommt immer mehr die Frage auf, was wir hier serviert bekommen. Kurze, nette Unterhaltung also nicht?
Über Elia, den wir den ganzen Film über begleiten, erfahren wir erstmal nichts. Er scheint etwas eigen und recht feinfühlig zu sein. Da dieser doch recht viele Szenarien erlebt, die ihm nicht so recht zu sein scheinen. Er sie aber Wortlos über sich ergehen lässt. Und der Nachbar, dem jegliches Fingerspitzengefühl im Umgang mit seinen Mitmenschen zu fehlen scheint, ist wohl dabei noch die größte Unannehmlichkeit. Da uns der Dialog fehlt und wir die Bildsprache lesen müssen, interpretiert natürlich jeder seine eigenen Vorstellungen herein. Aber durch anfänglich gezeigte Straßengangs und Schläger und später, durch immer wiederkehrende Polizeiszenerien, kommt eher ein unterschwelliges Unbehagen auf und man fragt sich, sollte ich jetzt eher über das gesehene traurig oder vorsichtig ängstlich verstimmt sein?
Der Alltag ist der beste Ort, um das Absurde der Welt zu beobachten
Der Alltag ist der beste Ort, um das Absurde der Welt zu beobachten © Neue Visionen Filmverleih
Der Film erschafft seine ganz eigene kleine Welt. In der Elias anfangs in Nazareth und später in Frankreich und New York eine Schrägheit nach der anderen erlebt. Meist funktioniert der Humor nur bedingt und manchmal fragt man sich, ob man überhaupt lachen darf. Und ein leichtes Gefühl der Übermüdung macht sich breit, wenn wir gefühlt die 30. Szene sehen, in der etwas leicht Sonderliches passiert. Gelegentlich funktioniert der Humor und das liegt auch an der guten Darstellung des Hauptprotagonisten, welcher auch direkt der Hauptfilmschaffende dieses Werkes ist.

Filmemacher Elia Suleiman scheint hiermit was (autobiographisches) zu verarbeiten. Und spätestens wenn wir mehr über Elia erfahren (oder an dieser Stelle auf die Namen achten) schnell ein Gefühl von Metaebene und der kleine „Versuch“, den Film einzuordnen.

Dabei geht der beste Gedanke des Films fast unter. Denn Elia Suleiman, welcher auch das Drehbuch geschrieben hat, nimmt typische kulturelle Geschehnisse und mischt sie ordentlich durch. So sehen wir gesellschaftliche Komik oder auch scheinbar ernstere (kulturelle) Themen. Nur nicht vielleicht da, wo wir sie erwarten.

Die Unruhe der Zivilisation – Sicherheitskontrollen und Verdächtigungen sind längst überall auf der Welt angekommen.
Die Unruhe der Zivilisation – Sicherheitskontrollen und Verdächtigungen sind längst überall auf der Welt angekommen. © Neue Visionen Filmverleih
Bild, Ton, Extras
Gesehen wurde der Film auf DVD. Diese kann, obwohl man sich dem SD-Bild bewusst ist, nicht mit Bild und Ton überzeugen. Die Schärfe fehlt und den Farben mangelt es an Dynamik. Selbst die Auflösung der Untertitel wirkt stark verpixelt. Der Sound wirkt in Dialog und dem gehörten aus der Peripherie, etwas fern. Die Extras sind mit Trailern und Audiodeskription kaum gegeben. Wobei letzteres bei diesem Film vermutlich ein neues Seherlebnis beschert.


Fazit:
Wer jetzt noch nicht weiß, worauf er sich einzulassen hat, der wird dasselbe Gefühl wie ich nach dem Film verspüren. Doch wenn man die Bildsprache und die gezeigten Situationen kurz Revue passieren lässt, bemerkt man das „Vom Gießen des Zitronenbaums“ soviel ist. Er ist einer dieser Filme, die einem ein gutes Gefühl geben. Uns jemanden an die Hand geben mit dem wir, auch wenn wir nicht viel über ihn erfahren, verbinden können. Und auch wenn manchmal etwas traurig und schaurig wirkt, so bleibt doch am Ende dieses angenehme Gefühl. Warum? Keine Ahnung, ist ja Magie. Deswegen ist dieser Film mehr, nur nicht wirklich eine Komödie.


by Douglas Laszlo
Bilder © goodmovies / Neue Visionen




Vom Gießen des Zitronenbaums - Trailer