Viva Riva - Zu viel ist nie genug - DVD

DVD Start: 10.08.2012
FSK: ab 18 - Laufzeit: 97 min

Viva Riva - Zu viel ist nie genug DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Der Traum von Macht und schnellem Geld scheint für Riva zum Greifen nah, als dieser den Unterweltboss Cesar um das erleichtert, was in Kinshasa so viel wert ist, wie pures Gold: Eine Lastwagenladung voll Benzin. Mit den Taschen voller Geld, stürzt Riva sich in das schillernde Nachtleben der Großstadt. Als Riva ein Auge auf die ebenso schöne, wie fatale Nora wirft, scheint das Fass kurz vorm Überlaufen. Auch Noras Mann, der skrupellose Gangsterboss Azor ist Riva fortan auf den Fersen. Doch Angst ist Riva ein Fremdwort. Es folgt eine atemlose und packende Jagd durch eine der pulsierendsten Metropolen Afrikas.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Summiteer Films
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Viva Riva - Zu viel ist nie genug

DVD
Viva Riva - Zu viel ist nie genug Viva Riva - Zu viel ist nie genug
DVD Start:
10.08.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 97 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Viva Riva - Zu viel ist nie genug Viva Riva - Zu viel ist nie genug
Blu-ray Start:
10.08.2012
FSK: 18 - Laufzeit: 101 min.

DVD Kritik - Viva Riva - Zu viel ist nie genug

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 5/10
Ton: | 6/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


"MTV Movie Awards Winner 2011" und "Zu viel ist nie genug" prangert auf dem Cover von Djo Mungas Action-Spielfilmdebüt Viva Riva, doch kann sich der Gewinner der Kategorie "Best African Movie" auch mit Hollywoods Action-Elite messen?

Wen es häufiger ins Kino oder die Videothek verschlägt, dem dürfte aufgefallen sein das afrikanische Filme sich in der Branche noch nicht etabliert haben. Doch es bahnt sich eine Trendwende an, was sich an Hand der hohen Präsenz afrikanischer Filme auf der Berlinale 2012 ableiten lässt. Jedenfalls ist der kongolesische Actionthriller Viva Riva der Gewinner in der Kategorie der besten afrikanischen Filme aus dem Jahre 2011.

Nach 10jähriger Abstinenz kehrt Riva( Patsha Bay ) mit Taschen voll Geld aus Angola zurück in seine Heimat Kinshasa. Er besucht seinen alten Freund J.M ( Alex Herabo ) und beschliesst mit ihm das Nachtleben in der kongolesischen Hauptstadt auf den Kopf zu stellen. In einer Disco verguckt er sich in die Schönheit Nora ( Marie Malone ), die er vor den Augen ihres Freundes, dem skrupellosen Gangster Azor ( Diplome Amekindra ), belästigt. Da Riva auch auf Warnung von Azor weiter um die hübsche Nora buhlt, gerät er ins Visier den Gangsters. Zeitgleich macht sich Rivas ehemaliger Boss Cesar ( Hoji Fortuna ) aus Angola, der ebenfalls ein krimineller Geschäftsmann ist, auf den Weg nach Kinshasa, um das von Riva gestohlene Benzin zu finden.

Der Schauspiel Cast ist noch relativ unbekannt in Europa. Den Hauptprotagonisten Riva spielt Patsha Bay, der das sehr ordentlich macht und als frecher, kleinkrimineller Casanova eine gute Arbeit abliefert.

Rivas Freund J.M, verkörpert von Alex Herabo, bleibt ähnlich blass wie der Gangster Azor ( Diplome Amekindra). Rivas zweiter Verfolger Cesar, gespielt von Hoji Fortuna, ist eine klare Fehlbesetzung, auf die ich später noch eingehe.

Die beste schauspielerische Arbeit liefert aber Marie Malone als Nora ab, die in ihren Sequenzen sehr dominant wirkt und sich zwischen Reichtum und Liebe hin- und hergerissen fühlt.

Viva Riva fängt sehr behäbig an, vermittelt zuerst die herrschende Armut und Hektik in Kongos Hauptstadt. Fans des Genre könnten da schon ungeduldig werden und gucken spätestens nach 20min auf die Uhr und wundern sich, dass nicht schon das doppelte an Zeit vergangen ist. Ab diesem Zeitpunkt gewinnt der Film deutlich an Tempo, stets unterstützt von traditioneller kongolesischer Musik, aber vor allem aufgrund der Begegnung Rivas mit Nora. Die beiden haben eine sehr gute Chemie miteinander, er als draufgängerischer Casanova mit frechem Mundwerk und sie als geheimnisvolle Schönheit, die mit ihren Reizen spielt und Riva vorerst abblitzen lässt. Spätestens als die beiden ihre erste sexuelle Erfahrung miteinander haben, steckt Riva tief im Schlamassel und der Zuschauer erhofft sich nun knallharte Actionszenen, auf die er allerdings vergeblich wartet. Der Film wird teilweise von unanständigen Sexszenen getragen und nicht von Schusswechseln, explodierenden Autos oder Faustkämpfen, wie es sich der eine oder andere Genre Liebhaber erhofft hat. Die erotischen Szenen rechtfertigen eine FSK 18 und sind zum Teil so gut in Szene gesetzt, dass sie vorerst vergessen lassen, dass der Zuschauer sich einen Actionfilm anguckt.

Die Story des Films bleibt zwar aufgrund der brisanten Konflikte spannend, leidet aber an der merkwürdigen Erzählweise von Regisseur Munga. So schwingt sich Riva leichtfertig von Gefahr zu Gefahr, als wäre es ihm egal ob er mit seinem Leben bezahlen muss oder nicht. Genauso gleichgültig ist dem Zuschauer dann auch das Schicksal der Charaktere. Spätestens am Ende des Film, wenn Riva brutal auf seinen Vater einschlägt, hat der Zuschauer jeden Funken Sympathie für den Antihelden verloren. Selbst J.M der vorerst als vernünftiger Ehemann und Vater rüberkommt, wandelt sich am Ende des Film zu einem Fremdgeher, der es auf die Spitze treibt als er seine Frau vor seinen Kindern blutig schlägt.

Das Filmende wird in 15min schnell abgearbeitet und scheint nicht immer gut durchdacht zu sein. So lockt Cesar mithilfe einer Kommandantin, Riva in eine Falle und alles endet in einer nicht nachvollziehbaren Schiesserei. Die Krönung ist aber das jeder Angeschossene anscheinend unverwundet wieder aufstehen kann, was den Sinn des Schusswechsels gehörig in Frage stellt, da die Verfolgung weiter geht. Cesar jagt Riva durch die engen Straßen von Kinshasa, nein er schleicht mit gebückter Körperhaltung, wie auch in allen anderen Szenen des Films, hinter ihm her. Cesar ist als Bösewicht eine extrem fragwürdige Wahl, da jemand der stets mit gebückter Körperhaltung durch einen Film spaziert nicht unbedingt die grausame Ausstrahlung eines skrupellosen Gangsters hat. Der zweite und letzte Showdown führt alle Protagonisten in die Fabrik, wo Riva die gestohlenen Benzin-Fässer deponiert hat, die jedem einzelnen eine bessere Zukunft und die Flucht aus der Armut und Kriminalität bieten könnten...

Das Bild der DVD geht in Ordnung, hat an einigen Stellen aber leider viel zu blasse Farben. Der Ton ist ganz ok. Extras gibt es so gut wie keine.

Viva Riva ist ein afrikanischer Action-Thriller der sein Potenzial leider nicht genug ausgeschöpft hat. Der Film wechselt stets zwischen schwachen Dialogen, sehr erotischen Sexszenen, unnötigen Logikfehlern und knallharter Gewalt. Djo Mungas Spielfilmdebüt, er drehte zuvor nur Dokumentarfilme, pendelt stets in der Mittelmäßigkeit, er ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Mit ein bisschen mehr Taktgefühl und mehr Distanz zum Dokumentarfilm, hätte Munga deutlich mehr aus diesem Film herausholen können, so aber ist dieser Film noch keine wirkliche Konkurrenz für Hollywoods Elite.

Wer das Genre liebt und sich auf rasante Verfolgungsjagden, atemberaubende Effekte und gut inszenzierte Action freut, der könnte von diesem Film enttäuscht sein. Der Film punktet durch Sexszenen, überzogene Gewalt und einem Einblick in das knallharte Leben in Kinshasa.

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by Carlo Klenner
Bilder © Alive AG / Summiteer Films