Vincent will Meer - DVD

DVD Start: 22.10.2010
FSK: ab 6 - Laufzeit: 90 min

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Inhalt

Es war der letzte Wunsch seiner Mutter: noch einmal das Meer sehen. Doch jetzt ist Vincents Mutter tot. Und ihre Asche in einer Bonbondose unter seinem Bett. Vincent (Florian David Fitz) will ihr diesen letzten Wunsch erfüllen. Er wartet nur noch auf eine Gelegenheit aus dem Heim, in dem er wegen seines Tourette-Syndroms sitzt, auszureißen. Gemeinsam mit der magersüchtigen Marie (Karoline Herfurth), dem zwanghaften Alexander (Johannes Allmayer) und dem geklauten Auto der Heimärztin Dr. Rose (Katharina Müller-Elmau) macht er sich auf dem Weg nach Italien ans Meer. Sein Vater (Heino Ferch) und Frau Dr. Rose heften sich an ihre Fersen. Es beginnt eine abenteuerliche, folgenreiche Reise an deren Ende nur eins sicher ist: Keiner wird je wieder so sein, wie er war.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (5.1 DTS)
Untertitel:
Deutsche für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making of (ca. 5 Min.), Interviews (ca. 15 Min.), Deleted Scenes (ca. 9 Min.) Blick hinter die Kulissen (ca. 4 Min.), Darsteller-Infos

DVD und Blu-ray | Vincent will Meer

DVD
Vincent will Meer Vincent will Meer
DVD Start:
22.10.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 90 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Vincent will Meer Vincent will Meer
Blu-ray Start:
22.10.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 94 min.

DVD Kritik - Vincent will Meer

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Mit deutschen Filmen ist das ja immer so eine Sache. Entweder sind sie hoffnungslos romantisch und damit auf eine sehr eng zu fassende Zielgruppe zugeschnitten, oder aber hochdramatisch – was nicht unbedingt schlimm ist, auf Dauer aber zunehmend langweilt. Dann gibt es da noch diese Flut an Komödien, deren Humor aber oftmals auf derart unterem Niveau angesiedelt ist, dass man als Zuschauer mehr peinlich berührt ist, als das man darüber noch lachen könnte. Und dann gibt es aber immer wieder diese kleinen, kaum auffälligen Leuchttürme, die es schon beim ersten Ansehen schaffen, uns so zu beeindrucken, dass sie uns nicht mehr aus dem Kopf gehen.

„Vincent will meer“ ist einer dieser Leuchttürme. Dabei ist der Erfolg, den dieser Film bislang schon für sich verzeichnen kann, durchaus bemerkenswert. Mit gerade einmal 150 Kopien gestartet, schaffte es dieser Film nach seiner Kinopremiere dennoch schon in der ersten Woche auf Platz 2 der deutschen Kinocharts. Und dieser Erfolg ist absolut verdient. Denn die Fehler, die oben angedeutet der Vielzahl deutscher Filme vorgeworfen wurden, weiß Florian David Fitz´ Drehbuch überzeugend zu vermeiden. Hoch sind die Erwartungen – und umso höher noch die Ängste – wenn man erfährt, dass in diesem Film ein junger Mann, der am Tourette-Syndrom leidet, gemeinsam mit einer Magersüchtigen und einem Zwangsneurotiker aus der Klinik abhauen, um nach Italien ans Meer zu fahren. Zu groß ist doch die Gefahr, dass die Krankheiten, insbesondere das Tourette-Syndrome, herhalten müssen für zahllose und überdies geschmacklose Scherze. „Vincent will meer“ ist hierbei aber eine wahre Wohltat. Denn trotz viel gut dosierter, situationsbedingter Komik sind gerade die Momente, in denen Vincent einen seiner Anfälle bekommt, am Dramatischsten – und aus Zuschauersicht wohl auch am Unangenehmsten. Mitleid und das Unvermögen, Menschen mit dieser Krankheit irgendwie helfen zu können, bestimmen das Gefühl beim Ansehen jener Momente im Film. Doch auch dies kostet Regisseur Ralf Huettner nicht aus, macht sich keine Freude daraus, das Publikum leiden zu lassen und will erst recht Niemandem ins Gewissen reden. Denn nur allzu schnell kippt der Film wieder um in eine überaus lebensbejahende Stimmung, die so angenehm wohltuend ist, dass man sich nach 90 min. „Vincent will meer“ eigentlich noch mehr von diesem Film wünscht. Überhaupt versteht sich diese Tragikomödie darauf, sich dennoch nicht konkret thematisch festnageln zu lassen: Elemente des Roadmovies treffen auf ein klassisches Vater-Sohn-Konflikt-Drama, was wiederrum unterbrochen wird durch die vielen herzerwärmenden, zwischenmenschlichen Momente, die die kleinen Dinge des Lebens ganz groß auf die Leinwand holen, die ihrerseits wieder durch angenehmen, intelligenten Humor aufgelockert werden. Das Maß für sämtliche Elemente ist dabei absolut stimmig und passend, keinem Thema wird mehr Platz eingeräumt als notwendig und kein Thema kommt dabei zu kurz. Und mit dieser gesunden Mischung ist der Film letztlich näher dran am „wahren“ Leben, welches seinerseits ebenso komisch, traurig, aufregend, abenteuerlich, dramatisch und romantisch ist. Ein Film für Alle und Jeden, vielleicht erklärt sich deshalb auch der enorme Erfolg an den Kinokassen.

Einmal mehr muss auch die Leistung der Schauspieler erwähnt werden. Denn auch hier vermag sich der Film konsequent zu entwickeln, nicht festzulegen, Klischees und stereotype Darstellungen zu vermeiden. Zwar wirken Vincents Vater und seine Ärztin am Beginn etwas zu konstruiert in der Darstellung ihrer Charaktereigenschaften, umso schöner ist es dann aber zu erleben, wie beide Personen allmählich aus ihrer Rolle ausbrechen und so – ganz dem Thema des Films entsprechend – zurück ins Leben finden. Auch Vater und Ärztin wollen „meer“. Neben einem faszinierenden Drehbuch, welches auf wunderschöne Art und Weise, nicht zuletzt auch dank der tollen Darsteller, auf die Leinwand gebracht wurde, gibt es aber noch einen dritten Hauptdarsteller in „Vincent will meer“: den filmischen Raum. Getragen durch die tadellose Kameraarbeit, weiß der Film die Schauplätze, die auf der Fahrt vom Allgäu über Österreich bis nach Italien durchquert werden, nahezu malerisch in Szene zu setzen. In dieser Hinsicht ist „Vincent will meer“ dann auch noch so, wie einen eigenen, schönen Urlaubsfilm anzusehen. Und plötzlich erwischt man sich selbst dabei, ganz im Sinne von Vincent, „meer“ zu wollen, raus aus dem Alltag und wieder zurück dorthin, wo man die eigenen Erinnerungen gesammelt hat. Wenn „Vincent will meer“ seine Handlung hin und wieder für einen kurzen Moment zum Ruhen bringt, dann wird der Platz frei für den Raum, man erlebt jene seltenen, magischen Kinomomente. Unvergessen bleibt hier wohl die Szene, wenn die drei Ausreisser hoch oben auf dem Berg auf das Kreuz steigen und die Kamera den 360-Grad-Panorama-Blick auf die Berge freigibt. Ein Blick, der über die Berge hinaus auch nach innen blicken lässt, zum Nachdenken anregt und ein kleines, stilles Glück in sich trägt. Hoch oben, weit weg von allem, findet Vincent – und mit ihm der Zuschauer – zu sich selbst. Bitte „meer“ davon!


by Oliver Tege
Bilder © Paramount Home Entertainment