Veronica - Spiel mit dem Teufel - DVD

DVD Start: 26.10.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 101 min

Veronica - Spiel mit dem Teufel DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Den Geist des toten Vaters zu beschwören, ist keine gute Idee. Erst recht nicht, wenn man dafür eines der berüchtigten Ouija-Boards verwendet und bei der Gelegenheit die Pforten für etwas sehr viel Bösartigeres öffnet. Das muss auch eine junge Frau feststellen, die gemeinsam mit ihren jüngeren Geschwistern bald unsagbaren Schrecken ausgeliefert ist und alles dafür tun muss, den Geistern, die sie rief, wieder zu entkommen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Spanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Veronica - Spiel mit dem Teufel

DVD
Veronica - Spiel mit dem Teufel Veronica - Spiel mit dem Teufel
DVD Start:
26.10.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 101 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Veronica - Spiel mit dem Teufel Veronica - Spiel mit dem Teufel
Blu-ray Start:
26.10.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 105 min.

DVD Kritik - Veronica - Spiel mit dem Teufel

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 9/10


Brettspiele
Nicht schon wieder Ouija. Gerade in den letzten Jahren hat es viele Horrorfilme gegeben welche das Spiel mit einem Ouija-Brett als Aufhänger für ihre Storys nahmen. Das Brett hat mittlerweile die Welle des Exorzismus-Films abgelöst. Nun könnte man meinen, dass die Drehbuchautoren zunehmend ein, nun ja, Brett vor dem Kopf haben, aber dieses vermeintliche Spielzeug ermöglicht mehr inhaltliche Abstufungen als eine reine Besessenheit. So kann man es rein als Aufhänger nehmen, einen typischen Geisterfilm daraus machen oder die Spielenden mit einer dämonischen Besessenheit konfrontieren. So oder so: eines haben dann alle Filme gemeinsam. Nämlich das, meist Jugendliche, mit dem Brett spielen und das Tor zu einer anderen bösen Welt öffnen. So ergeht es auch der Heldin in dem Film „Verónica“. Soweit das Klischee.

Verónica (Sandra Escacena) und ihre drei Geschwister
Verónica (Sandra Escacena) und ihre drei Geschwister © Koch Media
Braucht man denn eigentlich noch einen weiteren Ouija-Film? Neugierig wird man allein schon dadurch, dass die Produktion aus Spanien stammt. Gerade die Spanier haben in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Horrorfilme zu Stande gebracht. Während die Franzosen das Horrorgenre mit einer symbolischen Bildsprache anreicherten und die dort ansässige Filmkunst erfolgreich mit dem Genre vermischten, gelang es den Spaniern immer wieder auch gesellschaftskritische Aspekte nahtlos in die Storys zu verweben. Wenn dann noch der Regisseur von „Verónica“ derjenige ist, der auch die „Rec“-Reihe gedreht hat, nämlich Paco Plaza, so gibt man dem Film gerne eine Chance. Und tut gut daran. Der Film funktioniert nämlich auf mehreren Ebenen. Schon der Beginn vermag zu irritieren. Man lernt die junge Heldin Verónica kennen, die drei kleine Kinder morgens aus dem Bett holt und sie für den Tag vorbereitet. Doch ist die Frau nicht viel zu jung dafür, selber drei kleine Kinder zu haben? Oder ist sie ein Au Pair Mädchen? Erst nach einigen Minuten stellt sich heraus, dass es ihre drei kleinen Geschwister sind. Die Mutter, frisch verwitwet, ist gezwungen den ganzen Tag zu arbeiten, um ihre Familie ernähren zu können und ist so ständig außer Haus. Alle Arbeit bleibt an der Heldin hängen, die so nichts von ihrer Jugend hat und mit ihren eigenen Sorgen und Nöten allein gelassen wird. Es ist mehr als symbolisch, wenn sie im Laufe des Filmes ihre, offenbar erste, Menstruation bekommt. Dabei ist sie in punkto Verantwortung schon längst vor ihrem Körper erwachsen geworden. Da ist eine sozialkritische Ebene nicht zu übersehen, wenn die Eltern aus finanziellen Gründen ständig außer sind und deren Kinder sich selbst überlassen bleiben. Gerade dieser Aspekt, die rührende und aufreibende Fürsorge für die Geschwister, machen aber den Horror umso erschreckender, da man nicht will, dass den Hauptfiguren etwas Böses widerfährt.
Ein Schwester in  Verónicas Schule versucht zu helfen
Ein Schwester in Verónicas Schule versucht zu helfen © Koch Media
Verónica möchte Kontakt zu ihrem verstorbenen Vater aufnehmen und macht bei dem Spiel mit dem Ouija-Brett einen verhängnisvollen Fehler. Fortan wird die Familie mit paranormalen Ereignissen konfrontiert. Da kommt es durchaus zu einigen Klischees des Geisterfilmes, wie sich von selbst schließende Türen, Klopfgeräusche und Gegenstände die sich von selbst bewegen. Aber Paco Plaza kann souverän mit den obligatorischen Genrezutaten umgehen und vermag es dem Zuschauer eine kribbelnde Kopfhaut und schwitzende Gänsehaut zu verpassen. Stellenweise ist der Film sogar so intensiv geworden, dass man sich selber verstecken möchte. Diese Intensität wird durch einen im Grunde recht simplen inszenatorischen Kniff erweckt. Im Gegensatz zu den amerikanischen Horrorfilmen, die mehr Schnitte einsetzen und damit den Schock gegenüber der Suspense betonen, arbeitet Plaza mit langen Einstellungen. Die Kamera schwenkt hin und her, dreht sich manchmal um sich selbst und folgt den Figuren durch die Wohnung. Das kontinuierliche Drauf halten steigert die Erwartung und schürt die Spannung. Diese Vorgehensweise erfordert ein exaktes Timing und das ist gegeben. Die starken Darsteller, wobei hier auch, selten genug, die Kinderdarsteller überzeugen, tun ihr übriges die Figuren sympathisch zu machen und eine Empathie des Zuschauers zu erschaffen. Das Ende will man dann gar nicht wirklich wahrhaben, aber, und das schürt den Schrecken noch zusätzlich, der Film ist von wahren Ereignissen inspiriert die sich im Juni 1991 in Madrid zugetragen haben. Es ist der erste Fall gewesen, in dem ein leitender Polizist in einem Bericht zugegeben hat, Zeuge paranormaler Ereignisse geworden zu sein. Mit diesem Hintergrundwissen wird das Schicksal noch tragischer. Man tut also gut daran, dem Film eine Chance zu geben, denn von der Spannung, der Atmosphäre, den Darstellern und der Sozialkritik her ist er einer der besten Filme die sich je eines Ouija-Brettes bedient haben.

Der Dämon wird handgreiflich
Der Dämon wird handgreiflich © Koch Media
Der Ton ist exzellent und ihm kommt bei dem Subgenre auch eine große Bedeutung zu, welche er gut erfüllen kann. Auch das Bild ist hervorragend. Leider gibt es als Extras nur eine Bildergalerie und die Trailer. Da hätte man sich schon eine kurze Doku über die realen Ereignisse gewünscht.


Fazit:
Extrem spannend, unheimlich, sozialkritisch und gut gespielt: hier ist die Gänsehaut vorprogrammiert und der Inszenierungsstil erschafft eine Intensität die einen nicht mehr loslässt. Spanien hat dem Horrorgenre wieder einmal eine Glanzperle hinzugefügt.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Koch Media