Verführt und Verlassen - DVD

DVD Start: 02.02.2018
FSK: ab 12 - Laufzeit: 95 min

Verführt und Verlassen DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Seit Jahrzehnten steht das Filmfestival von Cannes für Filmkunst, Stars und Glamour und zieht Cineasten und Schaulustige aus aller Welt in seinen Bann. Regisseur und Produzent James Toback mischte sich 2012 gemeinsam mit Schauspieler Alec Baldwin unter die Besucher, um nach Geldgebern für sein Filmprojekt DER LETZTE TANGO IN TIKRIT zu suchen, einem politischen Erotikabenteuer im Mittleren Osten mit Alec Baldwin in der Hauptrolle. Ihre nervenaufreibende Jagd nach willigen Finanziers, Entscheidungsträgern und prominenten Fürsprechern mitten im Gewimmel von Cannes haben Toback und Baldwin mit der Kamera festgehalten. Unermüdlich folgten sie Regisseuren, Produzenten, Hollywoodstars und millionenschweren Investoren in Hotelzimmer, Kinosäle oder auf luxuriöse Yachten und verwickelten sie in intime Gespräche über filmische Ambitionen, Erfahrungen und Lebensträume. Entstanden ist ein ebenso witziger wie aufschlussreicher Blick hinter die Kulissen von Cannes, bei dem Legenden und Stars wie Bernardo Bertolucci, Francis Ford Coppola, Roman Polanski, Martin Scorsese, Ryan Gosling, Jessica Chastain oder Diane Kruger hemmungslos aus dem Nähkästchen plaudern.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Wendecover

DVD und Blu-ray | Verführt und Verlassen

DVD
Verführt und Verlassen Verführt und Verlassen
DVD Start:
06.11.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 95 min.
Verführt und Verlassen Verführt und Verlassen
DVD Start:
02.02.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 95 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Verführt und Verlassen Verführt und Verlassen
Blu-ray Start:
06.11.2014
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.
Verführt und Verlassen Verführt und Verlassen
Blu-ray Start:
02.02.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

DVD Kritik - Verführt und Verlassen

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Kunst und Kommerz
Das Kino ist eine merkwürdige Kunstform. Es gibt wohl kaum eine künstlerische Tätigkeit die so sehr von der Technik abhängig ist und damit eng verbunden auch mit Geld. Während ein Schriftsteller meist nur einen Computer, Papier und einen Drucker benötigt, braucht er kaum weitere finanzielle Mittel. Jedenfalls wenn er von seinem Schreiben leben kann. Filmemacher hingegen brauchen enorm viel Geld, um ihre Visionen auf die Leinwand bringen zu können. Nicht nur müssen die Angestellten bezahlt werden, sondern auch die Technik, die Werbung, der Verleih und, und, und. So ist die Diskussion zwischen Kunst und Kommerz so alt wie das Kino selber. Der Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Produzent James Toback kann davon ein Lied singen. Schließlich ist er seit Mitte der 1970er im Filmgeschäft tätig. Im Vergleich zu anderen Filmschaffenden ist sein Output aber nicht sonderlich groß. Als Regisseur hat er etwa zwischen 1978 und 2017 gerade einmal 12 Filme gedreht.

Diane Kruger
Diane Kruger © Weltkino Filmverleih
Mit „Verführt und Verlassen“ legt er einen Dokumentarfilm vor der inhaltlich vieles abdeckt und auch die Grenzen den Non-Fiktionalen sprengt. Einerseits ist der Film eine Geschichte des Festivals von Cannes in dem der Wandel des Filmfestspieles thematisiert wird und andererseits eine beißende Satire auf die Schwierigkeiten einen Film zu finanzieren. Dabei ist die Entwicklung des Festivals durchaus ein Spiegel der Filmindustrie selber. Zu Beginn noch sehr frankozentristisch, öffnete sich das Festival international immer mehr und mittlerweile werden dort auch, wenngleich außerhalb des Wettbewerbs, große Blockbuster gezeigt, damit diese teuren Produktionen, die meistens von vornherein Gewinn versprechen, die kleinen Produktionen mit tragen können. Die Kluft zwischen den beiden Bereichen wird immer größer, was auch Cannes widerspiegelt. Zwar war es immer schon so das Großproduktionen die auf den Massengeschmack zielen die kleinen anspruchsvollen Filme, im Studiojargon „Prestigefilme“, finanzierten, aber es wird immer schwieriger Geld aufzutreiben, da die Risiken gewachsen sind. So ist hier auch Satire zu finden, wenn Toback zusammen mit dem Schauspieler Alec Baldwin das Festival nutzt, um Geldgeber für einen Film zu finden der aber so nie gedreht werden soll und einzig als Köder dient. Die Mechanismen des Marktes werden in den Reaktionen deutlich, wenn Schauspieler nur als Marktwert gelten, das Publikum in verschiedenen Ländern verschiedene inhaltliche Kompromisse nötig macht, etc. Diese Szenen demontieren die Finanziers ohne dass sie es selber merken und beeindruckend ist es wie Baldwin so manche Demütigung wegsteckt oder sie mit Humor nimmt. Etwa wenn sein Marktwert bezweifelt wird und somit das potentielle Investment um mehrere Millionen Dollar sinkt. Das ist auch für den Zuschauer desillusionierend und man erahnt warum viele Blockbuster so schematisch und mutlos sind, da viele Produzenten mitmischen und ihre Forderungen haben.

Ryan Gosling
Ryan Gosling © Weltkino Filmverleih
In den anderen Interviews ist aber durchgehend die Liebe und die Leidenschaft für das Kino zu spüren. Das ist das „Verführt“ im Titel, wenn die Leidenschaft und der Wille zum filmischen Ausdruck alle Widrigkeiten ignoriert. Gerade Martin Scorsese, Bernardo Bertolucci, Francis Ford Coppola und Roman Polanski sind da geeignete Gesprächspartner da sie immer zu kämpfen hatten. Die Schwierigkeiten einen Film zu finanzieren ist dann das „Verlassen“ im Titel da auch der leidenschaftlichste Filmemacher nicht darum herum kommt, den Film finanzieren zu müssen. Wenn man diese Szenen anschaut und sich in der Filmgeschichte auskennt, so sehnt man sich doch etwas zurück nach den Zeiten des Studiosystems. Zwar waren die einzelnen Manager sehr viel mächtiger als heute, konnten aber auch mehr wagen und die mutigen Filme gegenfinanzieren. In Zeiten wo ein Verband mehrerer Studios und Produzenten sich oft nur für ein einziges oder einige wenige Projekte zusammentun ist das Risiko sehr viel höher. Man schwankt angesichts der Tatsache zwischen Nostalgie, Stolz und Desillusion und dann tut es einem ganz gut, dass Alec Baldwin mit seinem schnoddrigen Witz für etwas Humor sorgt. Leider ist die Geschichte des Festivals dann nur noch der Aufhänger und gerät ganz schnell in den Hintergrund. Oft sind nur Fotos zu sehen. Da aber auf dem Bildschirm mehrere gleichzeitig gezeigt werden und der Interviewmitschnitt weiterläuft, kann man da kaum noch etwas erkennen. Generell ist der Film aber durchaus sehenswert und jeder wirkliche Filmfreund sollte einen Blick hinter die Kulissen werfen. Auch wenn es trostlos erscheinen mag.

Jessica Chastain
Jessica Chastain © Weltkino Filmverleih
Wie so oft bei Dokumentarfilmen sind Extras Mangelware. Es ist auch meistens schwer sie damit zu bestücken, denn die Aussagen welche getroffen werden sollen, sind eh meistens im Film selber zu finden. Und so machen Extras da nur selten Sinn. Höchstens nicht verwendete Szenen wären schön gewesen. So gibt es hier als Extra nur den Trailer der in der Trailershow untergebracht worden ist. Dafür haben sowohl das Bild als auch der Ton keine Mängel.


Fazit:
Eine gelungene Mischung aus Realsatire und Dokumentarfilm der aber inhaltlich etwas zu viel will und dafür dann zu kurz geraten ist. Aber die Interviews sind gelungen und teils entlarvend und Alec Baldwin sorgt für nötigen Humor. Filmfreunde sollten auf jeden Fall reinsehen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film / Weltkino