Venus im Pelz - DVD

DVD Start: 21.11.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 84 min

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Inhalt

In einer psychiatrischen Klinik berichtet der Schriftsteller Severin seinem Arzt über seine sexuellen Erlebnisse und Bedürfnisse, die von besonderer Art sind und die ihn hierher geführt haben. Alles begann, als er Wanda, einer jungen Frau von ungewöhnlicher Schönheit, begegnete. Je mehr er leidet, desto fester fühlt er sich an Wanda gebunden, und er ist glücklich, wenn er die Peitsche spürt. Die zwei haben sich gefunden, schließlich heiraten sie sogar – doch was alles wird Severin seinem Arzt am Ende noch anzuvertrauen haben?

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Mono DD)
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Venus im Pelz

DVD
Venus im Pelz Venus im Pelz
DVD Start:
21.11.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 84 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Venus im Pelz

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


Das erotische Drama „Venus im Pelz“ von Massimo Dallamano hat bis auf einige Motive und Themen nur sehr wenig mit dem gleichnamigen Roman Polański-Film zu tun, der am 21.11. die deutschen Lichtspielhäuser erreichte. Letzterer basiert auf einem Theaterstück, das wiederum von einer zeitweise indizierten Novelle des Schriftstellers Leopold von Sacher-Masoch beeinflusst war. Eben diese Novelle, geschrieben vom namentlichen Vorbild des Begriffs „Masochismus“, war das direkte literarische Vorbild für Massimo Dallamanos Film, welcher sich damit in einen Adaptionszyklus einreiht, der mit dem neuen Werk von Polański vier weitere Filme umfasst. So wurde die sadomasochistisch angehauchte Geschichte u.a. im selben Jahr (1969) auch von Regie-Exzentriker Jess Franco mit Klaus Kinski in der Hauptrolle verfilmt. Studiocanal veröffentlicht nun pünktlich zum deutschen Kinostart des Polański Filmes, die Dallamanos Version auf DVD, welche jedoch leider nicht als sonderlich gelungen bezeichnet werden kann.

Der sadomasochistisch veranlagte Severin (Régis Vallée) bekommt die hübsche und geheimnisvolle Wanda (Laura Antonelli) nach der ersten Begegnung einfach nicht mehr aus dem Kopf. Ihre verführerische Art lässt ihn deshalb sogar zum Voyeur werden und so stellt er ihr nach. Severin beobachtet sie zunächst beim Masturbieren und beim Sex, bis er schließlich eine offene Beziehung mit ihr eingeht. Anfangs erfüllt sie noch seine sadomasochistischen Neigungen, doch als sich diese immer weiter intensivieren und nach mehr Schmerz verlangen, bricht das Paar auseinander und Severin droht dem Wahnsinn zu verfallen...

Alles in diesem Film folgt banal freudianischen Erklärungsmustern und so ist das Interesse des Zuschauers mangels verborgener Geheimnisse auch relativ schnell verflogen. Es wäre doch viel spannender gewesen, Severins unkonventionelle Obsession unerklärt bleiben zu lassen und den Zuschauer erstmal im Dunkeln tappen zu lassen. Doch so ist man sich stets über die Ursache und Folgewirkung der psychologischen Entwicklung der Hauptfigur im Klaren und muss daher nicht selber rätseln. An der fehlenden Spannung können auch die zahlreichen, nach heutigen Maßstäben eher braven, Sexszenen des ungleichen Paares nicht sonderlich viel ändern. Die Spannung geht einfach ziemlich schnell verloren. Trotzdem hat der Film auch seine Qualitäten: Es erklingt beispielsweise die gesamte Zeit über ein gut hörbarer Sixties Soundtrack, der zusammen mit der hübschen Bildgestaltung und einer durchaus innovativen Kameraarbeit für eine gelungene Atmosphäre sorgt. Und auch die Darsteller machen ihre Sache ziemlich ordentlich. Auch wenn konstatiert werden muss, dass Laura Antonelli als nymphomanische Verführerin die deutlicheren Akzente setzt. Und das liegt nicht bloß an ihrer häufigen Nacktheit. Denn sie kann durch subtile mimische Gesten eine unglaublich laszive Ausstrahlung entfalten, der man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Daher ist Severins Verlangen nach ihr auch jederzeit nachvollziehbar, weshalb Régis Vallée eigentlich gar nicht mehr so viel für die Glaubhaftigkeit seiner Figur tun muss.

Hätte man einen weniger psychologischen Ansatz gewählt, wäre „Venus im Pelz“ also vermutlich ein ziemlich überzeugender Film geworden. So bleibt es bei einem netten Erotik-Film für zwischendurch, der mit einer tollen Atmosphäre und zwei überzeugenden Hauptdarstellern punkten kann. Inhaltlich fällt dieser Abstecher in die späten 60er Jahre jedoch enttäuschend aus.

Technisch ist die DVD sehr solide geraten und kommt mit einer ansprechenden Bild- und Tonqualität daher. Auf Extras muss man jedoch leider verzichten. Das Menü hätte außerdem etwas schöner gestaltet werden können.

Fazit:
Leider kann Massimo Dallamanos Erotikfilm „Venus im Pelz“ nicht so recht überzeugen. Die Charaktere werden gleich zu Beginn einer Holzhammerpsychoanalyse unterzogen, weshalb ihr Verhalten jeglicher Geheimnisse entbehrt und die Story somit spannungslos vor sich hin dümpelt. Allerdings ist der Film für alle Freunde des 60er Jahre Kinos aufgrund der schönen Atmosphäre und einer ungemein sinnlichen Hauptdarstellerin trotzdem einen Blick wert.


by Jonas Hoppe
Bilder © Studiocanal Home Entertainment