Until the Light takes us - DVD

DVD Start: 12.11.2010
FSK: ab 18 - Laufzeit: 93 min

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Inhalt

UNTIL THE LIGHT TAKES US erzählt die Geschichte des Black Metal in Norwegen. In den Ursprüngen Untergrundbewegung, antikommerzielle Musikszene und kultureller Aufstand, wurde Black Metal berühmt-berüchtigt durch die radikalen Einstellungen seiner Protagonisten, seine antichristliche Ausrichtung und eine Welle von Gewaltakten in den Mitt-Neunzigern.Anfang der 90er Jahre entwickelte sich in Norwegen eine musikalische Subkultur, die nicht nur durch ihre düstere Interpretation von Metal-Musik auffiel, sondern auch durch eine Reihe von Kirchenbrandstiftungen, Morden und Selbstmorden für Schlagzeilen sorgte. Von der Sensationspresse wurde die Black-Metal-Szene daraufhin als ein Mob amoklaufender Satanisten dargestellt, ein Ruf, der ihr bis heute anhaftet. Trotzdem gewann sie stetig an Popularität, bis sie weltweit in den Plattenläden angekommen war und sich in allen großen Musikmagazinen profiliert hatte, von Spin über den Rolling Stone bis hin zu Vice. Künstler wie Harmony Korine und Bjarne Melgaard erschließen nun neue Kontexte, indem sie die Ästhetik des Black Metal in die Gegenwartskunst integrieren.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Alternatives Ende, Deleted Scenes, Outtakes, Kinotrailer & 16-seitiges Booklet

Video on demand - Until the Light takes us

DVD und Blu-ray | Until the Light takes us

DVD
Until the Light takes us Until the Light takes us
DVD Start:
12.11.2010
FSK: 18 - Laufzeit: 93 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Until the Light takes us

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Eine Dokumentation über den Black Metal
Die Dokumentation „Until the Light takes us“ schildert die Anfänge des Black Metal in Norwegen und legt den Schwerpunkt auf die kriminellen Exzesse Anfang der Neunziger. Zu der Zeit machte der Black Metal weniger musikalisch von sich reden, denn durch Brandstiftungen an Kirchen und Morde. Die zu Recht ab 18 freigegebene Doku ist sehr beunruhigend. Es wird anschaulich, wie sehr eine hartnäckige Verweigerung von Trends vollends aus dem Ruder läuft. War die Entwicklung der Musik schon eine Verweigerung gegenüber dem amerikanischen Death Metal, so ist die Präsentation der Musik ebenfalls eine. Die Bands traten stark geschminkt auf und verstümmelten sich teilweise auf der Bühne. Leider entwickelte das eine Eigendynamik und es wurden aus ideologischen Gründen, neonazistisch geprägter Art, Kirchen in Brand gesetzt. Dieses wurde leider auch zum Trend und in einer kruden Logik jedem Trend etwas entgegenzusetzen, nahmen die Musiker eine Steigerung in Kauf: nämlich Mord. Der Film enthält sich der Meinung zur Musik, was ihm gut tut. Zum einen ist die Musik an sich nicht das Thema und zum anderen erweitert er sich so auch das Publikum. Nicht nur Fans können ihn sich ansehen, sondern auch generell Interessierte, die nicht unbedingt etwas mit der Musik am Hut haben. Leider fehlt aber eine Einführung in die Musik, die für Zuschauer, die sich nicht mit der Materie auskennen, hilfreich gewesen wäre. Auch eine Einordnung des Black Metal in den Kosmos der härteren Musik fehlt leider. So ist zwar die Rede von dem, was die Musiker ablehnten, aber für den unkundigen Zuschauer ist das ohne (Hör-)Beispiele schwer einzuordnen. Die Personen werden lobenswerterweise nicht vorgeführt. Denn das erledigen sie schon selber. Das Gedankengut mancher ist, höflich ausgedrückt, ziemlich krude. Morde an Schwulen werden bewundert und der heidnische Glauben, an sich nichts verwerfliches, wird mit aktivem Hass auf alles Christliche und Jüdische verbunden und gewinnt deutliche neonazistische Töne. Und das alles, um sich von anderen abzugrenzen. Alles durch die Verweigerung der Allgemeinheit. Das ist zwar an sich nicht verwerflich. Aber man muss nicht mit einem Gewehr auf McDonalds Filialen schießen, wenn man den Konzern ablehnt. Und die Musiker hatten anscheinend rein gar nichts im Griff. Es eskalierte zu einem regelrechten Krieg, dessen Folgen dann kaum noch in der Doku erwähnt werden. Dass der Film sich auf zwei Personen konzentriert, strafft die Erzählung zwar, vergibt aber auch die Möglichkeit Zusammenhänge zu erschließen. So bleibt der Eindruck Gut gegen Böse. Hier die Band „Burzum“, deren Mastermind Varg „Count Grishnackh“ Vikernes im Gefängnis interviewt wurde, und dort Gylve „Fenriz“ Nagell von der Band „Darkthrone“, welcher die gemäßigte Richtung vertritt. Ob das wirklich so ist, sei einmal dahin gestellt. Die Doku bietet also zwar einen beunruhigenden, interessanten Einblick, vergibt aber auch manche Möglichkeiten, da Zusammenhänge nicht erschlossen, Einordnungen nicht gegeben und Folgen nicht aufgezeigt werden.

Der Ton ist sehr gut. Das Bild leider nur okay. Es gibt zwar nichts sonderlich zu beanstanden, haut einen aber auch nicht vom Hocker. Als Extras gibt es Trailer, Outtakes (welche zum größten Teil durch Versprecher geprägt sind), ein alternatives Ende, welches zu Recht verworfen wurde und entfallene Szenen. Hier wäre gerade die erste auch ein guter Einstieg in den Film gewesen, weil sie eine vermisste Einordnung gibt. Ein 16-seitiges Booklet liefert intellektuelle Anmerkungen der Regisseure Aaron Aites und Audrey Ewell, viele Fotos und einen Artikel des Filmkritikers Tom Mes.

Beunruhigend wie sich eine Trendverweigerung bis hin zum Mord entwickeln kann. Der Zuschauer bleibt, auch in der Konfrontation mit bedenklichem Gedankengut, dabei hauptsächlich sich selbst überlassen und somit ist die hohe Altersfreigabe gerechtfertigt. Leider fehlt der große Rahmen und damit eine Einordnung.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG




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