Unter Verdacht - Film Noir Collection 16 - DVD

DVD Start: 22.05.2014
FSK: ab 16 - Laufzeit: 82 min

Unter Verdacht - Film Noir Collection 16 DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Anfang des 20. Jahrhunderts lernt der zurückhaltend auftretende Tabakwarenhändler Philip Marshall die junge Mary kennen und lieben. Weil aber seine böswillige Gattin von einer Scheidung nichts wissen will und die Nebenbuhlerin sogar bedroht, erschlägt Philip seine Frau und tarnt die Tat als Unfall. Einem glücklichen Leben mit Mary steht nun nichts mehr im Weg – außer sein erpresserischer Nachbar und der misstrauische Inspektor Huxley.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 1,37:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Radiohörspot mit Charles Laughton, Bildergalerie

DVD und Blu-ray | Unter Verdacht - Film Noir Collection 16

DVD
Unter Verdacht - Film Noir Collection 16 Unter Verdacht - Film Noir Collection 16
DVD Start:
22.05.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 82 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Unter Verdacht - Film Noir Collection 16

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 8/10


In seinem Film „ Unter Verdacht“ vereint Regisseur Robert Siodmak auf äußerst elegante Art und Weise die Vorzüge der beiden Genres Melodram und Krimi, wodurch ihm seinerzeit ein überaus unterhaltsamer Noir-Beitrag gelungen ist. Koch Media präsentiert den Film nun als 16. Teil ihrer Film Noir-Collection auf DVD und ermöglicht somit ein erneutes Erleben des mittlerweile 70 Jahre alten Filmes.

Seit Jahren wird der gutmütige Tabakverkäufer Philip Marshall (Charles Laughton) von seiner herrschsüchtigen Frau (Rosalind Ivan) tyrannisiert und gedemütigt, bewahrt aber nach außen hin stets die Maske des schönen Scheins. Als er eines Tages der hübschen Mary Grey (Ella Raines) begegnet erhält zum ersten Mal etwas Glück Einzug in sein trostloses Leben. Mary wird schnell eine gute Freundin, mit der er sich schon bald eine Beziehung vorstellen könnte. Doch leider versperrt seine Frau den Weg zu diesem Glück und droht den beiden Liebenden mit Rufmord. Schließlich lässt sich Philip Marshall zu einer schrecklichen Verzweiflungstat hinreißen, die sein Leben für immer verändern wird...

Charles Laughtons Charakter Philip Marshall bildet das Zentrum des pessimistischen Filmes und kann den Zuschauer durch ein beachtliches Maß an Ambivalenz faszinieren. Obgleich seine Figur an der Oberfläche einer der höflichsten, gutmütigsten und freundlichsten Vertreter der menschlichen Spezies zu sein scheint, brodelt in ihr eine beunruhigende Wut, die sich langsam aus ihrer Latenz befreit und sich schließlich in einen epochal anmutenden Hass auf seine tyrannische Ehefrau verwandelt. Die schockierende Gewalteruption, die der Handlung als wichtiges dramaturgisches Element dient, wird interessanterweise lediglich angedeutet und nicht visuell auf der Leinwand ausformuliert. So kann Philip Marshall seinen freundlichen Charakter nicht nur vor seinen Mitmenschen, sondern eben auch vor dem Publikum bewahren, das ihm somit bis zum bitteren Ende stets die Treue halten kann. Definitiv ein intelligenter inszenatorischer Kniff, der den Film um eine clevere Meta-Ebene bereichert.
Nach Philip Marshalls Verzweiflungstat entwickelt sich schnell eine mörderische Eigendynamik, die ihn immer tiefer in ein maliziöses Geflecht aus Lügen und Verbrechen hineinzieht, aus dem es keinerlei Ausweg zu geben scheint. Charles Laughton schafft es in diesem moralischen Chaos stets wie ein unschuldiger Gutbürger zu wirken, der sich bestens als Identifikationsfigur eignet (selbst die Mordtat ist menschlich durchaus nachvollziehbar und bei näherer Betrachtung weitaus weniger egoistisch, als es zunächst den Anschein hat) und diese Rolle bis zum Ende konsequent aufrecht erhalten kann.
Neben dem menschlichen Drama präsentiert uns Regisseur Robert Siodmak einen scharfsinnigen Blick auf die bigotte bürgerliche Gesellschaft und akzentuiert diesen mit entlarvenden satirischen Spitzen. Der Film spielt zwar aus Gründen der Verdeutlichung im Jahr 1902, ist jedoch auch als Allegorie auf die Gesellschaft der 40er Jahre zu verstehen. Die Diskrepanz zwischen der krampfhaft aufrecht erhaltenen bürgerlichen Scheinwelt – einer Welt, in der es so etwas „unmoralisches“ wie eine Trennung nicht geben kann – und den verzweifelten Mordtaten der Hauptfigur, bietet genug Stoff für aufregende Diskussionen und hebt den Film weit über den Status eines handelsüblichen Krimis hinaus.

In technischer Hinsicht macht die DVD eine solide Figur. Man sieht dem Film sein Alter allerdings deutlich an, was ihm jedoch auch ein gewisses Maß an Charme verleiht. An das grobkörnige, von Kratzern geprägte Bild des Filmes hat man sich zudem recht schnell gewöhnt, weshalb es im Grunde nicht wirklich stört. Was den Ton betrifft gibt es bis auf ein hin und wieder auftretendes Rauschen nichts zu bemängeln. Als Extra haben es ein etwa einstündiges Radiohörspiel und eine Bildergalerie mit auf die Disc geschafft.

Fazit:
Robert Siodmak ist mit „Unter Verdacht“ ein hervorragendes Krimi-Drama gelungen, das aufgrund seines beeindruckenden Hauptdarstellers und eines gut durchdachten Drehbuches auch heute noch famos zu unterhalten weiß. Tipp!

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by Jonas Hoppe
Bilder © Koch Media