Under the Tree - DVD

DVD Start: 23.08.2019
FSK: ab 12 - Laufzeit: 89 min

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Inhalt

Inga und Baldvin lieben ihren Garten, vielmehr noch lieben sie ihren prächtigen Baum! Doch seinetwegen liegen die Nerven ihrer Nachbarn brach: Das Gewächs wirft nämlich einen riesig-großen Schatten auf die Terrasse der wohlsituierten Nachbarschaft. Nix mit Sommer, Sonne, Sonnenschein. Die Bitte der Schattengeplagten, sich hurtig um das Ungetüm zu kümmern wird harsch abgewehrt.
Ihr Sohn Atli hat währenddessen selbst ganz andere Probleme:
Schuld ist ein kleines Sex-Video, das zu einem großen Streit mit seiner Frau führt. Er muss zurück ins Elternhaus ziehen, doch hier sorgt der Baum weiterhin für Ärger. Wurde der Nachbar etwa mit einer Kettensäge gesehen? Als dann plötzlich die geliebte Katze verschwindet und Überwachungskameras installiert werden, ist allen klar „so klappt‘s nicht mit den Nachbarn“. Ein verbitterter Kampf unter den Familien beginnt und das Chaos im idyllischen Vorort scheint perfekt ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment / farbfilm verleih
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Isländisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Under the Tree

DVD
Under the Tree Under the Tree
DVD Start:
23.08.2019
FSK: 12 - Laufzeit: 89 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Under the Tree

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Schmerz und Gewalt führen nur zu mehr Schmerz und Gewalt!
Auf diesen einen Satz lässt sich der isländische Film „Under the Tree“ herunterbrechen, ein Film dessen Vermarktung als schwarze Komödie sich mit zunehmender Laufzeit als irreführend herausstellt. Denn während man gerade in der ersten Hälfte immer wieder zum Lachen gebracht wird, etabliert vor allem der letzte Akt einen Kreislauf des Schmerzes, aus dem die Figuren zwar jederzeit ausbrechen könnten, aber sich letztlich stets dagegen entscheiden und dadurch sich selbst sowie auch ihre Mitmenschen verdammen.

Als das Ehepaar Inga (Edda Björgvinsdóttir) und Baldvin (Sigurður Sigurjónsson) von ihren Nachbarn Eybjorg (Selma Björnsdóttir) und Konrad (Þorsteinn Bachmann) gebeten werden ihren Baum zu stutzen, da dieser einen großen Schatten auf ihre Terrasse wirft, treten sie dadurch eine Reihe an unglücklichen Entscheidungen los, die vor allem auf Ingas Seite durch emotionalen Schmerz motiviert sind. Schließlich verlor sie vor einiger Zeit unter ungeklärten Umständen ihren Sohn. Während ihr Mann Baldvin diesen Verlust verarbeiten konnte, ist sie in ihm gefangen. Parallel wird Atil (Steinþór Hróar Steinþórsson), der Bruder des Verstorbenen, von seiner Frau Agnes (Lára Jóhanna Jónsdóttir) aus der gemeinsamen Wohnung geschmissen, nachdem sie ein Sex-Video von ihm und einer anderen Frau zu Gesicht bekommt.

Szene aus Under the Tree
Szene aus Under the Tree © Netop Films
So ergibt sich eine Erzählung aus zwei gleichzeitig verlaufenden Geschichten, die jedoch im ersten und zweiten Akt abgesehen von einigen wenigen Szenen keinerlei Überschneidungen haben. Dieser fehlende Fokus im Drehbuch äußert sich darin, dass hier oftmals das angezielte Drama nicht wirklich funktioniert, da sich die beiden Storystränge gegenseitig behindern und so bei einer äußerst geringen Laufzeit von 89 min keine Zeit bleibt, um gerade den viel interessanteren Teil rund um Eltern von Atil und deren Nachbarn entsprechend zu beleuchten. Dies manifestiert sich auch in den wenig charakterisierten Figuren, die zudem manchmal auch einfach etwas zu unsympathisch sind, wodurch wiederum ebenfalls das Drama untergraben wird. Leider gibt es auch einige wenige Szenen, die der eigentlichen Geschichte nicht wirklich etwas hinzufügen, was eben gerade bei dieser Laufzeit überrascht. Darüber hinaus wird bei einem der wichtigsten Plot Points, eben der Tod von Atils Bruder, bis zum Ende eine der wichtigsten Regeln des Filmemachens ignoriert: Show, don´t tell!

Dass viele dieser Schwächen sich vor allem auf den ersten und zweiten Akt beziehen, macht der Film mit einem überraschenden und schockierenden Finale mehr als wett. Denn hier entwickelt sich die Geschichte sinnvoll weiter, wodurch endlich die beiden Handlungsstränge wirklich miteinander verknüpft werden. Vor allem jedoch ist dieses auch brillant inszeniert. Zwar weist der gesamte Film eine wahrhaft großartige Kameraführung auf, übertrifft sich hier jedoch noch einmal mit dem letzten Shot, der die Tragik der gesamten Erzählung noch einmal auf einen neuen Höhepunkt führt. Mit den Kamerafahrten und den langen Einstellungen etabliert man sich auch optisch als ein ernstzunehmendes Drama, weniger als eine Komödie. So gibt man dadurch auch den fähigen Schauspielern den nötigen Raum, um den Figuren ihren eigenen Stempel aufzusetzen, und so dem Film eine menschlichere Komponente zu verleihen. Hinzu kommt noch das düstere Color-Grading und ein bedrohlicher, vorantreibender Score, was von Anfang an eine bedrückende Atmosphäre entstehen lässt.

Szene aus Under the Tree
Szene aus Under the Tree © Netop Films
Bild:
Die gesamte visuelle Darstellung ist hier gestochen scharf. Zwar werden die Farben wenig hervorgearbeitet, für düstere Optik ist das aber notwendig. Auch die überzeugende Beleuchtung wird treffend auf den Fernseher transportiert.

Ton:
Der bedrohlich wirkende Soundtrack überzeugt zu jederzeit und ist mit den Dialogen hervorragend abgemischt. So ist sowohl die Musik als auch die Gesprächszeilen jederzeit gut verständlich. Insgesamt erfüllt der 5.1 Dolby Digital Sound seinen Zweck.

Extras:
Abgesehen von Trailern zu vier anderen Filmen sind hier keinerlei Zusatzinhalte vorhanden.


Fazit:
Mit „Under the Tree” gelingt ein kurzes, aber effektives Drama über Schmerz und Verlust, das leider im ersten und zweiten Akt einige größere Fehler, wie ein unfokussiertes Drehbuch, aufweist. Durch die grandiose Inszenierung und sein schockierendes Ende entsteht aber dennoch ein sehenswertes, wenn auch bedrückendes Werk.

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by Sebastian Stegbauer
Bilder © Lighthouse Home Entertainment / farbfilm verleih




Under the Tree - Trailer