Und erlöse uns nicht von dem Bösen (OmU) - DVD

DVD Start: 05.10.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 102 min

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Inhalt

Die beiden 14jährigen Klosterschülerinnen Anne und Lore interessieren sich nicht sonderlich für das, was Mädchen ihres Alters normalerweise so umtreibt. Statt sich mit so profanen Dingen wie Jungs abzugeben, lesen sie nachts lieber heimlich unter der Bettdecke die Werke von Lautréamont und Baudelaire und huldigen, ganz dem verführerischen Reiz des Verbotenen erlegen, hingebungsvoll ihrer einzig wahren Liebe, dem Teufel. Angefacht von ihrer Leidenschaft für das Böse und dem Plan, ihrem Liebsten zu imponieren, um sich ihm bei einem Hochzeitsritual vollends hingeben zu können, beginnen die beiden in den Sommerferien, den Männern aus ihrem Dorf gemeine Streiche zu spielen. Was als Spiel aus Verführung und Demütigung beginnt, gerät aber zusehends außer Kontrolle...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG / Bildstörung
Tonformate:
Französisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,66:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Interview mit Regisseur Joël Séria
- Interview mit Hauptdarstellerin Jeanne Goupil
- Höllische Kreaturen - Interview mit Autor Paul Buck
- 12-seitiges Booklet mit Texten von Paul Poet und Pete Tombs
(alle Features mit deutschen UTs)

DVD und Blu-ray | Und erlöse uns nicht von dem Bösen (OmU)

DVD
Und erlöse uns nicht von dem Bösen (OmU) Und erlöse uns nicht von dem Bösen (OmU)
DVD Start:
05.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Und erlöse uns nicht von dem Bösen Und erlöse uns nicht von dem Bösen
DVD Start:
27.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Und erlöse uns nicht von dem Bösen (OmU)

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 7/10


Die 14jährigen Klosterschülerinnen Anne und Lore sind böse – und das aus voller Überzeugung. Ihr Leben haben sie dem Satan verschrieben und ihre Lieblingsbeschäftigung besteht darin, anderen Menschen zu schaden, ihnen fiese Streiche zu spielen oder ihre weiblichen Reize zu missbrauchen.
Als sie mit einem älteren Mann, den sie eines Nachts mit zu ihrem geheimen Treffpunkt mitnehmen, ein böses Spiel aus Verführung und Demütigung treiben, gerät alles außer Kontrolle und die Mädchen fassen einen radikalen Entschluss…

„Und erlöse uns nicht von dem Bösen“ gehört zu den Filmen, die man nur schwerlich einem Genre zuordnen kann. In allererster Linie ist der Film eine provokante Auflehnung gegen den Katholizismus und die bourgeoise Lebensweise der bürgerlichen Mittel- und Oberschicht. Sexuelle Revolution und die Abkehr der christlichen Weltanschauung sind die zentralen Themen dieses Sexploitationsfilms, der durch seine visuellen Darbietungen seinerzeit (1971) schockierte.
Die beiden Mädchen verkörpern all das, was im streng religiösen Weltbild nicht vorgesehen war: die Freude an sexueller Begierde und dem Streben nach Sünden. Wenn man allerdings genauer hinsieht, erkennt man den Zeitgeist der 68er in diesem Film. Sexuelle Befreiung und Auflehnung gegen die Obrigkeit waren schließlich nicht nur den Älteren vorbehalten, sondern betrafen auch junge Menschen.
Regisseur Joel Sierra hat in diesem Film sehr viel seiner eigenen Biographie eingebaut und Themen seiner Jugend verarbeitet. Der Hauptplot des Films basiert jedoch auf einer Mordgeschichte zweier Mädchen aus den 50ern in Neuseeland. Diese Story hat viele Jahre Später Peter Jackson für seinen Film „Heavenly Creatures“ ebenfalls verwendet.

Der Film ist im sogenannten „Grindhouse-Stil“ gedreht. Auf prachtvolle Kulissen, aufwendiges Design, ausgereiftes Kameraspiel oder beeindruckende Spezialeffekte wurde aufgrund eines geringen Budgets verzichtet. Stattdessen erleben wir den Charme einer französischen Bauernlandschaft mit alten Klöstern, sehen einfachste Kamera- und Schnitttechnik, lauschen einem ständig wiederkehrenden Musik-Thema und ergötzen uns an den Leistungen (mehr oder weniger) begabter Laiendarsteller. Grindhouse ist zwar nicht jedermanns Fall, anders hätte der Film jedoch gar nicht funktioniert. Durch diese Stilistik kann der Film seine komplexe Thematik in einem anregenden Ambiente entfalten und den Fokus auf das Thema und die Hauptdarstellerinnen legen.

Der Film beeindruckt weder optisch oder auf technischen Nieveau, vielmehr zehrt er von seiner konsequent provokanten Darstellung von Sex und Gotteslästerung, sowie seiner ungewöhnlichen Erzählperspektive. Statt die Geschichte aus der Sicht vorbildhafter Hauptcharaktere mit Identifikationspotential zu erzählen, sind hier zwei durchtriebene Lolita-ähnliche Mädchen die Personen, auf die sich der Film konzentriert. Auch wenn man förmlich spürt, dass sich im Verlauf die Lage immer weiter zuspitzt, hat der Film eine insgesamt sehr ruhige und Atmosphäre. Am Ende nimmt der Film dann nochmals an Fahrt auf und bietet einen finalen Schocker.

Im Hinblick auf das Alter des Films ist die Bild- und Tonqualität zufriedenstellend. Als Extras gibt ein sehr informatives Booklet, sowie Interviews mit dem Regisseur, dem Drehbuchautor und der Hauptdarstellerin.

Fazit: Ein schockierendes und stellenweise perverses Werk, das kompromisslos seinen Weg geht und von seiner Faszination nichts verloren hat.

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by Till Huber
Bilder © Alive AG / Bildstörung