Und erlöse uns nicht von dem Bösen - DVD

DVD Start: 27.03.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 102 min

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Inhalt

Die beiden 14jährigen Klosterschülerinnen Anne und Lore interessieren sich nicht sonderlich für das, was Mädchen ihres Alters normalerweise so umtreibt. Statt sich mit so profanen Dingen wie Jungs abzugeben, lesen sie nachts lieber heimlich unter der Bettdecke die Werke von Lautréamont und Baudelaire und huldigen, ganz dem verführerischen Reiz des Verbotenen erlegen, hingebungsvoll ihrer einzig wahren Liebe, dem Teufel. Angefacht von ihrer Leidenschaft für das Böse und dem Plan, ihrem Liebsten zu imponieren, um sich ihm bei einem Hochzeitsritual vollends hingeben zu können, beginnen die beiden in den Sommerferien, den Männern aus ihrem Dorf gemeine Streiche zu spielen. Was als Spiel aus Verführung und Demütigung beginnt, gerät aber zusehends außer Kontrolle...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Bildstörung
Tonformate:
Französisch (Dolby Digital 2.0 Mono)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 1,66:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | Und erlöse uns nicht von dem Bösen

DVD
Und erlöse uns nicht von dem Bösen (OmU) Und erlöse uns nicht von dem Bösen (OmU)
DVD Start:
05.10.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Und erlöse uns nicht von dem Bösen Und erlöse uns nicht von dem Bösen
DVD Start:
27.03.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

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DVD Kritik - Und erlöse uns nicht von dem Bösen

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 8/10


Dass sich das Kölner Film-Label Bildstörung nicht vor kontroversen Filmen fürchtet und diese, ganze im Gegenteil, sogar zum bestimmenden Inhalt seiner Veröffentlichungspolitik erhoben hat, dürfte inzwischen hinlänglich bekannt sein. Und so wird auch der inzwischen als preiswerte Amaray-Version erschienene Skandalfilm „Und erlöse uns nicht von dem Bösen“ keineswegs jedem Zuschauer gefallen, ja vielleicht sogar Wut und Fassungslosigkeit beim Betrachter auslösen.

In den Sommerferien beschließen die beiden 14 - jährigen Klosterschülerinnen Anne (Jeanne Goupil) und Lore (Catherine Wagener) dem Guten endgültig abzuschwören und stattdessen dem Bösen zu huldigen. So beginnen sie, den Dorfbewohnern ihrer Gemeinde fiese Streiche zu spielen, ältere Männer zu verführen und Tiere zu quälen. Was als naives Spiel beginnt, droht schon bald zu eskalieren, als die beiden Mädchen plötzlich vor einer Leiche stehen...

Was würde passieren, wenn man sich konsequent von Moral, christlichen Werten und gesellschaftlichen Konventionen befreuen würde? Die Antwort liefert Joël Sérias in seinem schonungslosen Debütfilm mit solcher Wucht, dass man als Zuschauer noch lange Zeit nach der Sichtung schockiert sein dürfte. Als besonders unangenehm erweisen sich die zahlreichen Verführungs- und Sexszenen des Filmes, da man es mit gerade einmal 14 Jahre alten Protagonistinnen zu tun hat, die von zwei Schauspielerinnen verkörpert werden, die trotz ihrer Volljährigkeit erschreckend jung aussehen. Hat man sich mit dieser Irritation dann schließlich irgendwie arrangiert, erwartet einen schon der nächste Schlag in die Magengrube, der in Form der sadistischen Grundhaltung der beiden Lolitas daher kommt. Kirche, Glauben und Moral werden von „Und erlöse uns nicht von dem Bösen“ so konsequent mit Hohn und Spott torpediert, dass selbst Atheisten nach einiger Zeit Mitleid mit den Gläubigen haben dürften. Dass der Film dabei zu keiner Sekunde zum banalen Provokationsinstrument verkommt, ist neben dem intelligenten Drehbuch vor allem auch der stilsicheren Inszenierung und dem tollen Spiel der beiden mutigen Hauptdarstellerinnen zu verdanken. Letztere schaffen es, den sadistischen Untaten ihrer Figuren stets eine kindliche Unschuld zu verleihen, die den Handlungen einen schwer einzuordnenden, ja bizarr wirkenden Unterbau verleiht. Ist das Leben wirklich nur ein Spiel, in dem man sich von gängigen moralischen Werten einfach so verabschieden kann? Der Film wirft Fragen wie diese auf, ohne eine eindeutige Antwort zu liefern, weshalb er seinerzeit die Gemüter erregte und nach seiner Premiere in Frankreich aufgrund der blasphemischen Grundhaltung vorübergehend sogar verboten wurde.
Interessanterweise sind auch die Opfer des teuflischen Duos – eine Gruppe notgeiler Männer – keineswegs Unschuldsengel und so wird man als Zuschauer mit der ein oder anderen bedrückenden Vergewaltigungsszene konfrontiert. Trotz allem versprüht der Film jederzeit eine geradezu märchenhafte Atmosphäre, wird angenehm ruhig erzählt und kann visuell einige beeindruckende Glanzpunkte setzen. Das Böse wurde selten ästhetischer inszeniert und fotografiert, als es in Joël Sérias provokantem Werk der Fall ist!

Geheimtipp für Interessierte:
Im Jahr 1994 hat Peter Jackson mit HEAVENLY CREATURES übrigens einen Film gedreht, der auf demselben realen Mordfall basiert und das Thema auf ganz andere, aber nicht minder faszinierende Weise behandelt.

In technischer Hinsicht macht die DVD eine hervorragende Figur und lässt in Sachen Bild- und Tonqualität somit keinerlei Wünsche offen. Allerdings sollte erwähnt werden, dass der Film leider nicht mit deutscher Tonfassung vorliegt, da er scheinbar nie synchronisiert wurde. Dank deutscher Untertitel, stellt das jedoch kein Problem dar. Auf Extras wurde bei der preisgünstigen Amaray-Fassung leider verzichtet, was aber ja Teil des Veröffentlichungskonzeptes ist. Interessierte können alternativ ohnehin auch zur bereits länger erhältlichen Special-Edition greifen.


Fazit:
„Und erlöse uns nicht von dem Bösen“ ist zweifelsohne eine herausfordernde Filmerfahrung, die sicherlich nicht jedem Zuschauer gefallen wird. Aufgeschlossene Cineasten erleben jedoch eine faszinierende und visuell beeindruckende Reise in tiefste menschliche Abgründe, die noch lange nach der Sichtung nachwirkt!


by Jonas Hoppe
Bilder © Alive / Bildstörung