Uncle Boonme erinnert sich an seine früheren Leben - DVD

DVD Start: 08.04.2011
FSK: ab 0 - Laufzeit: 99 min

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Inhalt

Der schwer kranke Uncle Boonmee beschließt, seine letzten Tage im Kreis seiner Verwandten auf dem Land zu verbringen. Dort erscheint ihm der Geist seiner verstorbenen Frau und auch sein lang verschollen geglaubter Sohn kehrt nach Hause zurück, allerdings nicht in menschlicher Form. Um mit sich und seiner Krankheit ins Reine zu kommen, unternimmt Uncle Boonmee zusammen mit seiner Familie einen Marsch durch den Dschungel. Ziel der Reise ist eine geheimnisvolle Höhle - der Ort seiner ersten Geburt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment
Tonformate:
Thailändisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Interview mit Apichatpong Weerasethakul

Video on demand - Uncle Boonmee Who Can Recall His Past Lives

DVD und Blu-ray | Uncle Boonme erinnert sich an seine früheren Leben

DVD
Uncle Boonme erinnert sich an seine früheren Leben Uncle Boonme erinnert sich an seine früheren Leben
DVD Start:
08.04.2011
FSK: 0 - Laufzeit: 99 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Uncle Boonme erinnert sich an seine früheren Leben

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 4/10
Ton: | 4/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 5/10


Ein Rätsel
Am 8. April 2011 erscheint der preisgekrönte thailändische Film „Uncle Boonmee erinnert sich an seine früheren Leben“ auf DVD. So konnte der Film etwa 2010 die „Goldene Palme“ des Filmfestivals in Cannes gewinnen und begeisterte die Kritiker. Dabei ist der Film von dem Künstler und Filmemacher Apichatpong Weerasethakul alles andere als einfach zugänglich. Der international anerkannte Künstler, dessen Werk kürzlich von der Londoner Tate Gallery of Modern Art erstanden wurde und dessen vorhergehende Filme auch Preise gewonnen hatten, verzichtet auf eine geradlinige Story und schwelgt mehr in Bildern als eine Geschichte zu erzählen. Alles geschieht sehr langsam und ruhig und der Zuschauer braucht Zeit und Geduld. Wenn er diese aufbringt wird er aber in den Sog dieses ungewöhnlichen Filmes gezogen, obwohl er wahrscheinlich gegen Ende ziemlich ratlos bleibt, was das nun eigentlich alles sollte. „Uncle“ ist schwer fassbar und dementsprechend recht sperrig. Aber dennoch wird mit verhältnismäßig leichter Hand erzählt. Alle übersinnlichen Elemente und extremen Zeitsprünge kommen wie selbstverständlich vor und sind dadurch recht faszinierend. Vor allem weil sie nicht in direkten Bezug mit der Hauptperson zu stehen scheinen. Der Titel suggeriert, dass es frühere Inkarnationen von Boonmee sind. Aber wer er in den Phasen ist, wird nicht klar. Auffällig ist auch, dass die Kamera immer sehr auf Distanz bleibt und sich den Figuren kaum nähert. Auch bewegt sie sich nicht und die wenige Handlung wird nicht durch filmsprachliche Mittel vorangetrieben, sondern im Grunde nur durch den Dialog. Auch scheinen die Elemente des Übersinnlichen stark den thailändischen Mythen, Sagen und Legenden entnommen zu sein. Dadurch wird die Geschichte des Individuums mit der des gesamten Landes verwoben. Das Leben eines Mannes ist gleichzeitig die Geschichte eines Landes. Möglicherweise. Es wird hier nicht vorgegaukelt, dass der Film verstanden wurde. Dementsprechend war das Ende relativ unbefriedigend. Gerade die letzte Hälfte war nicht leicht zu „knacken“. Das Ende des Filmes spielt anstatt auf dem Land in der Stadt und ist in sehr viel härterem Licht gefilmt. Die natürlichen Lichtquellen sind durch ein kaltes gleichmäßiges Neonlicht ausgetauscht und dieses zeigt damit auf subtile Art die Entfremdung von der Natur und damit von dem Land an sich. Vielleicht zeigt es auch, dass jeder Tod das Ende einer Epoche und einer Lebensweise bedeutet. Durch die Ambivalenz, das Uneindeutige und die Gestaltung entgegen aller Sehgewohnheiten liefert der Film viel Stoff für Diskussionen, weil bestimmt jeder Zuschauer seine eigene Deutung hat.

Die Presse-DVD hatte einen recht sanften Ton, der alles andere als druckvoll ist. Das Bild ist nicht sonderlich hoch auflösend gewesen, aber da eine Vorabpressung vorlag, ist diese Feststellung etwas mit Vorsicht zu genießen. Als Extras gibt es den Trailer und ein langes Interview mit dem Regisseur, welches lobenswerterweise nicht nur über den Film geht, sondern über das gesamte künstlerische Schaffen. Sehr gut.

Schwierige, aber faszinierende Kost, die den Zuschauer ratlos zurücklassen kann. Jeder hat bestimmt seine eigene Deutung des Filmes und man dürfte nach diesem sehr ruhigen, fast meditativen, Film eine umso lebhaftere Diskussion führen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Lighthouse Home Entertainment




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