Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte (MediaBook) - DVD

DVD Start: 08.03.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 91 min

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Inhalt

Joseph ist das, was man in England "people with a temper" nennt: ein jähzorniger Pub-Bruder in Feinripp und Jogginghose - im Grunde seines Herzens humorvoll und gerecht, allerdings nie abgeneigt, einen Konflikt handgreiflich auszutragen. Als Joseph nach einem erneuten Wutausbruch nicht weiß wohin, findet er in Hannahs Laden Zuflucht. Sie scheint das exakte Gegenteil von Joseph zu sein: kontrolliert, liebevoll, warmherzig und unerschütterlich in ihrem Glauben an das Gute im Menschen. Vorbehaltlos begegnet die verheiratete Frau aus besseren Verhältnissen dem grobschlächtigen Arbeiter und bringt sein zynisches Weltbild ins Wanken. Und auch wenn Joseph sich anfangs dagegen wehrt, berührt ihn Hannahs selbstlose Art. Sein harter Panzer beginnt ganz langsam zu bröckeln und eine zarte Freundschaft entwickelt sich zwischen den beiden. Als aus Freundschaft aber Zuneigung wird, muss Joseph erkennen, dass der Weg in die Zukunft durch die Untiefen des Lebens führt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
DOG ALTOGETHER (Kurzfilm), Audiokommentar von Paddy Considine, Entfernte Szenen, Bildergalerie, Trailer, Booklet

DVD und Blu-ray | Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte (MediaBook)

DVD
Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte (MediaBook) Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte (MediaBook)
DVD Start:
08.03.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik
Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte
DVD Start:
05.09.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 89 min.

DVD Kritik - Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte (MediaBook)

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Milieustudien haben in Großbritannien eine langjährige Tradition, insbesondere die British New Wave, das Free Cinema der 50er und 60er Jahre, konzentrierte sich auf die Arbeiterklasse, die Malocher und Chancenlosen, die Kleinkriminellen und früh Gealterten. Regisseure wie Tony Richardson (Bitterer Honig; Die Einsamkeit des Langstreckenläufers) oder Lindsay Anderson (Lockender Lorbeer) schufen das Fundament einer dem Realismus zugewandten Filmkultur, die unverblümt, direkt und vor allem wahrhaftig Geschichten über die Probleme „kleiner“ Leute erzählt.

Genau hier setzt auch der Schauspieler Paddy Considine mit seinem existenziellen Drama Tyrannosaur – Eine Liebesgeschichte an und wirft das Publikum mitten ins Geschehen. Doch es geschieht anfangs nicht viel, vielmehr dokumentiert der Film zu Beginn die tristen Fassaden und noch tristeren Menschen des in einer namenlosen englischen Stadt (gedreht wurde Tyrannosaur in Leeds) spielenden Werkes.

Wir sehen einen jähzornigen, gewalttätigen und einsamen Mann und eine ihrer Liebe beraubte, gedemütigte Frau. Beide haben von ihrem Leben nichts mehr zu erwarten, scheinen schon lange festzustecken in ihrem Sumpf des alltäglichen Dahinvegetierens, beschäftigen sich irgendwie, ohne einen Lebenssinn zu haben.

Durch das zufällige Zusammentreffen dieser beiden trotz ihrer Probleme höchst unterschiedlichen Menschen entsteht etwas Neues; der deutsche Zusatztitel nennt es „Eine Liebesgeschichte“. Wenn es denn eine ist (wofür die Frage geklärt werden muss, ob die beiden Protagonisten zu glühender Liebe überhaupt noch fähig sind), so ist sie überaus unkonventionell. Es wird wenig gesprochen und gerade wenn der oft betrunkene Joseph den Mund aufmacht, ergeht er sich fast ausschließlich in Flüche und Beschimpfungen. Doch irgendetwas gibt es da zwischen den beiden Hauptfiguren. Einer der Reize von Tyrannosaur ist es, die Beziehung der beiden nie definitiv werden zu lassen. Es ist wunderbar zu sehen, wie die Protagonisten zunächst lernen, einander auf räumlicher Basis hinzunehmen, die Existenz eines anderen in der eigenen Nähe nicht gleich als Bedrohung des Lebensraumes zu werten. Später dann lernen sie Kommunikation, vor allem auch das Zuhören, das Nachdenken über die eigenen Befindlichkeiten hinaus. Diese Entwicklung ist höchst subtil und vor allem großartig gespielt. Insbesondere Peter Mullan erweist sich als perfekte Wahl für die Rolle des Joseph, sein körperliches Spiel, seine reduzierte Mimik sowie sein Charisma sorgen für eine memorable Performance.

Die äußeren Umstände des Kennenlernens der beiden Hauptfiguren gefällt hingegen weniger. Dramaturgisch ist Tyrannosaur ein Fehlschlag, weil jede Balance fehlt, es kein Timing gibt, die gesamte Geschichte etwas wacklig erzählt wird. Das gefällt anfangs aufgrund des Verzichts auf klassische Plot Points, wirkt aber im weiteren Verlauf schlecht geplant bzw. geschrieben. Vor allem das letzte Drittel wirkt erzwungen und wenig wahrhaftig, schmälert vor allem den Fokus auf die Beziehung der beiden Protagonisten, weil dafür ein äußerer (und mäßiger) Spannungsbogen in Form eines sadistischen Ehemannes überhaupt überflüssig ist und die eigentlich interessante Thematik künstlich verwässert, auf eine platte Botschaft wie „Das Leben ist hart und ungerecht“ herunterbricht.

Die Veröffentlichung im Rahmen der KinoKontrovers-Reihe ist wie gewohnt hochwertig, gefällt durch sehr gute Bild- und Tonqualität, ein wie immer sehr interessantes Booklet sowie als Extras einige entfallene Szenen sowie den Kurzfilm Dog Altogether, auf dem Tyrannosaur basiert.

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by Tom Schünemann
Bilder © Eurovideo