True Grit - DVD

DVD Start: 30.06.2011
FSK: ab 12 - Laufzeit: 105 min

True Grit DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

7,99 € jetzt kaufen
10,98 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Die 14jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) ist fest entschlossen, den kaltblütigen Mord an ihrem Vater nicht ungesühnt zu lassen. Da die Behörden ihr nicht helfen, will sie den feigen Mörder Tom Chaney (Josh Brolin) mit eigenen Mitteln seiner gerechten Strafe zuführen. Für 100 Dollar engagiert sie den trunksüchtigen und raubeinigen U.S. Marshall Rooster Cogburn (Jeff Bridges), der es mit dem Gesetz selbst alles andere als genau nimmt. Widerwillig lässt er sich von Mattie überreden, sie auf die Jagd nach Chaney mit zu nehmen – quer durch die gesetzlosen Weiten der Prärie. Doch sie sind nicht allein, denn auch Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon) will den Flüchtigen stellen, um eine Kopfprämie zu kassieren, die auf Chaney wegen eines weiteren Mordes ausgesetzt ist. Unfreiwillig ziehen sie zu dritt weiter und schon bald kommt Mattie dem Mörder ihres Vaters gefährlich nah...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Paramount Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Türkisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Türkisch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Matties True Grit, Von Reifrock bis Hirschleder – Die Mode um 1880, Die Neuerschaffung von Fort Smith, Die Besetzung

DVD und Blu-ray | True Grit

DVD
True Grit True Grit
DVD Start:
30.06.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 105 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
True Grit True Grit
Blu-ray Start:
30.06.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 110 min.

DVD Kritik - True Grit

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 8/10


Erwachsenwerden und Zivilisation
Als „True Grit“ in den Kinos anlief wurde in allen Medien landauf und landab über den Film berichtet. Das hatte natürlich nicht nur damit zu tun, dass hier der neue Film von den Coen-Brüdern vorlag, sondern auch eine illustre Darstellerschar in einem Western auftauchte. Nicht nur wird der Western im Grunde jedes Jahr wieder für tot erklärt, so dass jeder neue schon als berichtenswert erachtet wird, sondern „True Grit“ ist insofern auch ein Sonderfall, da er nicht nur eine Literaturverfilmung eines besonderen Buches von Charles Portis ist, sondern auch schon einmal verfilmt worden ist. Das Buch ist ungewöhnlich, da die Westernstory aus der Sicht eines vierzehnjährigen Mädchens geschildert wird. Die erste Verfilmung vernachlässigte etwas diese Perspektive, da hier John Wayne im Mittelpunkt stand. Wayne erlangte mit seiner Darstellung des versoffenen Marshals seinen Oscar und lieferte nicht nur ein seltenes Spiel mit seinem Image, sondern konnte wirklich darstellerisch überzeugen. Jeff Bridges also nun in der John-Wayne-Rolle des Rooster Cogburn war häufig der Aufmacher der Berichterstattung und die Unterschiede zwischen den Filmen wurden schon zur Genüge dargestellt, so das hier nicht mehr darauf eingegangen werden soll. Die Darsteller wurden über alle Maßen gelobt und völlig zu recht mit Oscar-Nominierungen belohnt (neben Jeff Bridges auch die Debütantin Hailee Steinfeld). Nur der typische Coen-Brüder-Touch ist verhältnismäßig wenig zu finden. Der trockene Witz kommt nur szenenweise zum Tragen, etwa wenn Mattie Ross mit einem Geschäftsmann verhandelt oder sich Jeff Bridges und Matt Damon streiten. Auch ist der Film für die Verhältnisse der Coen-Brüder sehr geradlinig erzählt, ohne mit Handlungsnebensträngen angereichert worden zu sein. Die Coen-Brüder scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben in jedem ihrer Filme einem der Hauptdarsteller eine unmögliche Frisur zu verpassen. Hatte es in „No Country for Old Men“ Javier Bardem erwischt, so ist es diesmal Matt Damon. Seine merkwürdige Haartracht ist aber dadurch zu erklären, dass der Hut sein Haar platt drückt. Dieser kleine Aspekt spricht übrigens auch für den genauen historischen Ansatz. Von der Kleidung, den Waffen, der Art zu reiten, die Haare, die Gebäude, einfach alles wurde möglichst so realistisch und historisch korrekt dargestellt wie möglich und fasziniert neben den Darstellern, der Filmsprache und der Story den Zuschauer. Vor allem aber ist die Entwicklung der kindlichen Heldin bislang kaum beachtet worden. Es liegt im Wesen des Western, dass er die Geburt einer Nation (eben der USA) erzählt, indem der Kampf Zivilisation gegen Trieb und Natur thematisiert wird. Das ist so gut wie jedes Thema aller Western. Auch wenn es in „True Grit“ nicht so deutlich ist wie etwa in der genialen TV-Serie „Deadwood“: die Erfahrungen der abgebrühten Mattie Ross im Laufe der Story ist nicht nur der Eintritt in das Erwachsensein, sondern auch eine Zivilisation. Mit der erfolgreichen Jagd auf den Mörder ihres Vaters, den sie selbst höchstpersönlich stellt, verlässt sie den Pfad des Triebes und kann erst dann in die Zivilisation eintreten. Diese Jagd ist also eine Initiation. Allerdings muss sie dadurch, dass sie überhaupt der Wildnis folgte, einen Preis zahlen. Der Marshal Rooster Cogburn steht für den klassischen Westen und ist ein wandelnder Anachronismus. Er schießt bevor er fragt (auch in den Rücken) und kann nicht verstehen, dass dieses nicht mehr gern gesehen wird. Flüchtend in den Alkohol erzählt er nur noch von der Vergangenheit, kann aber keinen Gedanken mehr an die Zukunft richten. Der Konflikt zwischen ihm und Mattie Ross ist dann auch die Vergangenheit (das Wilde) mit der Zukunft (die Zivilisation) und beide lernen voneinander. So ist der True Grit (der Schneid) auch eher der jungen Frau zuzuschreiben, denn dem alten Marshal, da sie sich den kommenden Aufgaben stellt.

Der Ton und das Bild sind ordentlich. Die Extras sind recht durchwachsen. „Die Besetzung“ ist das übliche gegenseitige Lob der Darsteller, was teilweile nicht sonderlich glaubhaft erscheint. Es wird berichtet, dass Hailee Steinfeld als 14-jährige Debütantin viele Vorschläge zu den Szenen gemacht hatte und den Text improvisierte. Das spricht zwar für eine Frühreife und ihr darstellerisches Vermögen ist wirklich erstaunlich, aber es kann mir niemand erzählen, dass das nicht mit den alten Hasen am Set reibungslos ablief. „Matties True Grit“ geht über die Rolle der Mattie Ross und über die Besetzung von Hailee Steinfeld, was sie im Übrigen selber berichtet. Die beiden Features über die Mode und über die Stadtbauten sind aber äußerst interessant.

Beeindruckende Bilder, hervorragende Darsteller, tolle Story, historisch realistischer Ansatz im Dekor, Spannung, Witz, Action, alles drin. Auch der neue Film der Coen-Brüder ist ein absolutes Muss.

10,98 € jetzt kaufen

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Paramount Home Entertainment