Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte - DVD

DVD Start: 23.04.2010
FSK: ab 6 - Laufzeit: 80 min

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Inhalt

TORTUGA – DIE UNGLAUBLICHE REISE DER MEERESSCHILDKRÖTE erzählt von einer der außergewöhnlichsten Wanderungen in der Tierwelt. Geboren an einem Strand in Florida begibt sich eine kleine Meeresschildkröte auf eine gefährliche und aufregende Reise. Seit über 200 Millionen Jahren ist es dieselbe Route, die schon ihre Vorfahren bewältigt haben. So macht auch sie sich auf und folgt dem Golfstrom Richtung Antarktis. Sie durchschwimmt den gesamten Nordatlantik bis nach Afrika, um dann wieder zurückzukehren. Eine Odyssee, die nach 25 Jahren an ihrem Ursprungsort endet. Doch nur eine von zehntausend Meeresschildkröten überlebt und kehrt zurück an den Strand in Florida, um ihre Eier abzulegen. Wird die Meeresschildkröte den vielfältigen Gefahren des Ozeans trotzen und so den ewigen Kreislauf ihrer Vorfahren fortsetzen?

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: WVG Medien
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making-of
- Interviews
- Trailer
- Booklet

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DVD und Blu-ray | Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte

DVD
Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte
DVD Start:
23.04.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 80 min.

zur DVD Kritik
Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte (Limited Steelbook-Edition) Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte (Limited Steelbook-Edition)
DVD Start:
23.04.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 80 min.
Blu-ray
Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte
Blu-ray Start:
23.04.2010
FSK: 6 - Laufzeit: 80 min.

DVD Kritik - Tortuga - Die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 5/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 7/10


Die Unechte Karettschildkröte gehört zu den wandernden Tieren. Über Jahrzehnte hinweg bewegt sich die Meeresschildkröte durch den Atlantischen Ozean bis sie schließlich an ihren Geburtsstrand zurückkehrt, um ihre eigenen Eier dort abzulegen. Die frisch geschlüpften Jungen laufen in einem ersten Instinkt zum Wasser; ein Weg voller Gefahren. Möwen und Krabben machen Jagd auf die kleinen Reptilien, deren Panzer noch zu weich ist, um Schutz bieten zu können. Nur wenige unter zehntausend Tiere schaffen es alt genug zu werden, um selbst den Elternstatus zu erreichen. Bis dahin erleben sie eine Fülle von Abenteuern: Stürmische See, Haiangriffe, menschliche Lebensraumbeschneidungen.

Regisseur Nick Stringer, erfahrener Dokumentarfilmer, hat keinen Aufwand gescheut, um die Reise eines exemplarischen Schildkrötenweibchens als ein riesiges, qualitativ hochwertiges Leinwandmärchen zu präsentieren. Das wird sehr schnell deutlich: „Tortuga“ bietet eine atemberaubende Naturaufnahme nach der anderen. Aufnahmen, die nur mit einer enormen Portion Geduld, einem erfahrenen Team und einer hochmodernen, teuren Ausrüstung zu schaffen sind. Und der große Aufwand hat sich gelohnt. Der stärkste Pluspunkt des Films sind die visuellen Aspekte. Ob über oder unter Wasser, ob nachts oder tagsüber: Es geht eine blühende Faszination von diesen Bildern aus. Diese würden eigentlich schon für sich Bände sprechen. Doch das führt zum größten Minuspunkt der Dokumentation. Auch wenn mit Hannelore Elsner eine renommierte Schauspielerin der deutschen Synchronfassung ihre Stimme lieh, so wird der Zuschauer weder wirklich mit ihrer Stimme, noch, und vor allem, nicht mit dem von ihr gesprochenen Text glücklich. Es ist ja verständlich, dass solche Aufnahmen der Wunderwelt Natur nahezu dazu drängen, in Poesie zu verfallen. Doch die märchenhaft-lyrische Umschreibungen, die die Reise der wechselwarmen Protagonistin begleiten, wirken viel zu aufgesetzt, häufig plump und unterm Strich unangebracht. Nicht nur, dass wirklich alles in irgendeiner Form, etwa das Nordlicht, auf die Schildkröte projiziert wird oder dem armen Tier ständig Sachen in den Mund gelegt werden, die es gar nicht gesagt hat, sondern auch dass vieles in pathetischer Weise übermetaphiert wird schafft eine gewisse Lächerlichkeit. Leider bleibt der zu ambitionierten Elsner dabei häufig selbst die Luft weg, was laute, leicht störende Atmer verursacht. Auch sonst könnte die Mikrofonqualität ein Tick besser sein, immer wieder wird ihre laute Stimme von einem leichten Scheppern begleitet. Positiv anzumerken ist, dass trotz der Präsentationsschwäche mit ihrem Drang zur Überdramatisierung reichhaltig Information vermittelt werden. „Tortuga“ vermeidet damit Fehler, die andere Dokumentationen, bei denen die Unterhaltung im Vordergrund steht, häufig scheitern lassen. Was nicht bedeutet, dass hier nicht die Unterhaltung obere Priorität genießt. Von Beginn an sorgen der Soundtrack und die emotionale Sprecherin für Mitgefühl und Spannung. Überdeutlich wird das beispielsweise bei den frisch geschlüpften Schildkröten, die von orchestral begleiteten Krabben gejagt werden. Als ein Mittel der Emotionalisierung wird dabei die Personalisierung verwendet. So ist jeder Blauhai, der auftaucht, „das“ Blauhaiweibchen, das schon vor Jahren der Schildkröte mal begegnet ist. Und nicht zuletzt schildert der Dokumentarfilm die Lebensgeschichte einer 25 jährigen Meeresschildkröte, die er angeblich ihr Leben lang begleitet. Bleibt nur die Frage, wie man über die ganzen 25 Jahre die Produktion finanzieren konnte – vom technischen Niveau, das Mitte der Achtziger in der Form wohl kaum zur Verfügung stand, mal ganz abgesehen. Anders, deutlicher: Warum wird so getan, als ob hier eine einzige Schildkröte die Hauptrolle spielt? Es waren wohl eher viele verschiedene, die sich gegenseitig gedoubelt haben.
„Tortuga“ bleibt, trotz Dokumentaranspruch, eben doch auch ein Märchenfilm.

Bestimmt wird die DVD vom überragenden Bild. Die gestochene Schärfe und die gute Farbdarstellung bringen die Einmaligkeit der Naturaufnahmen gelungen zur Geltung. Ohne die Intensität der Bilder wäre „Tortuga“ nicht halb so interessant. Mehr Abstriche macht die Tonqualität. Zwar ist die Musikwiedergabe gut, doch die Mikrofonqualität hätte besser ausfallen können. Stellenweise ist die Sprecherin Elsner unpassend. Neben einem eher enttäuschenden Making-Of, einigen kurzen Interviews mit Elsner, Stringer und dem Synchronregisseur sowie Trailern liegt der DVD ein mehrseitiges, schönes Heftchen bei, das zahlreiche Bilder, Zusatzinfos, Anmerkungen und eine Wanderkarte der Schildkröten beinhaltet. Dieses wertet das Gesamtpaket des Silberlings deutlich auf.
Leider fehlen jegliche Untertitel auf diesem.

Fazit
Ein dokumentarisches Märchen viel wunderschönen Naturaufnahmen, interessanten Informationen, spannenden Momenten und viel verschenktem Potential.


by Bastian Gabrielli
Bilder © WVG Medien