The Tiger's Tail - DVD

DVD Start: 28.03.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 99 min

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Inhalt

Bauunternehmer Liam O'Leary (Brendan Gleeson) ist durch den wirtschaftlichen Aufschwung in seiner irischen Heimat reich und berühmt geworden. In seiner Überheblichkeit beschließt er, ein Stadion zu bauen, welches seinen Ruhm auch für die Nachwelt auf alle Zeit sichern soll. Doch mit diesem Projekt; was eigentlich die Krönung seines Lebenswerks werden soll, übernimmt sich Liam finanziell. Gestresst und überfordert steht Liam kurz vor einem Nervenzusammenbruch, als er plötzlich seinen Doppelgänger entdeckt. Wer ist dieser Mann? Liam nebst seiner charmanten Gattin sucht nach Antworten und stößt schon bald auf die schockierende Wahrheit über seine Vergangenheit, die ihn zwingt sich ganz neue Fragen zu stellen ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Senator Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen

Video on demand - The Tiger's Tail

DVD und Blu-ray | The Tiger's Tail

DVD
The Tiger's Tail The Tiger's Tail
DVD Start:
28.03.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 99 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Tiger's Tail The Tiger's Tail
Blu-ray Start:
28.03.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 103 min.

DVD Kritik - The Tiger's Tail

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 8/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 6/10


Der irische Film ist so eine Sache für sich. Dem Gelegenheitsbetrachter von Filmen relativ unbekannt, werden in Irland immer wieder Insidertipps wie „Mein linker Fuß“(1989) oder „Intermission“(2003) produziert, die auch international sehr geschätzt werden. Kann sich auch „The Tiger‘s Tail“ in die Liste der Insidertipps einreihen oder zumindest für einen kurzweiligen Filmabend sorgen?

Als „keltischer Tiger“ wird das prosperierende Irland beschrieben, das ab etwa Mitte der 1990er Jahre ein enormes Wirtschaftswachstum erfuhr. In dieser Zeit ist der grundkapitalistische Hauptcharakter Liam O’Leary (Brendan Gleeson) zu einem angesehenen Geschäftsmann geworden. „Wir haben den Schwanz des keltischen Tigers fest im Griff, doch wenn wir ihn loslassen, wird sich der Tiger umdrehen und uns in den Arsch beißen.“, äußert er sich dazu auf einer Preisverleihung.

Doch genau diese angepriesene Kontrolle droht ihm zu entgleiten. Ein von ihm geplanter Stadionbau in Dublin platzt, was ihn und seinen Betrieb auf einem großen Berg Schulden sitzen lässt. Außerdem wird er von einem mysteriösen Doppelgänger, ebenfalls gespielt von Brendan Gleeson, verfolgt, der zusehends Chaos in sein Leben bringt. Die Situation verschärft sich, als Liams Doppelgänger es schafft, empfindlich in seine Intimsphäre einzudringen, Liam droht neben dem Verlust seiner Firma nun auch der Verlust seiner Familie sowie seiner kompletten Identität.

Wie die Kurzbeschreibung schon vermuten lässt, eröffnen sich gleich zu Filmbeginn viele Baustellen. Liam hat einen verschuldeten Betrieb, einen aufmüpfigen, kommunistisch eingestellten Sohn, ist mental nicht gerade fest ob seines ungeklärten familiären Ursprungs, und auch seine größte Gefahr, der Identitätsdieb und Doppelgänger, taucht auch schon nach wenigen Minuten Filmzeit auf.
Als Zuschauer hat man jedoch keinerlei Probleme, all diese Nebenkriegsschauplätze richtig einzuordnen, sie werden jeweils gut in die Geschichte eingeführt und man lässt sich gerne auf das aufkommende Verwirrspiel ein. Der Schauspieler Brendan Gleeson liefert harmonisch dazu eine absolut stimmige Performance ab und passt sowohl den Hauptcharakter Liam als auch den namenlosen Antagonisten sehr gut an die jeweilige Situation an.

Im weiteren Filmverlauf offenbaren sich jedoch gerade die vielen Handlungsstränge auch als die Schwäche des Films. Nicht jede Nebengeschichte kann konsequent zu Ende geführt werden, was teilweise auch Löcher im Verlauf der Haupthandlung hinterlässt und Fragen, die sich dem Zuschauer aufgedrängt haben, werden nicht beantwortet.
Die Nebencharaktere sind teilweise sperrig und können sogar nerven. Wenn sie im weiteren Filmverlauf dann von Schicksalsschlägen getroffen werden, ist man dadurch leider nicht so emotional ergriffen, wie man es sein sollte, um in diesen speziellen Szenen richtig mitfiebern zu können. Auffällig ist auch, dass im Film viele Themen aufkommen, die sich durch die gegebene Thematik eröffnen und auch durchaus diskussionswürdig sind, jedoch immer nur angeschnitten und nicht vertieft werden. So sieht man beispielsweise die Verlierer des Kapitalismus, als Liam ein Obdachlosenheim besucht. Es wird aber dem Zuschauer überlassen, sich seine Gedanken dazu zu machen.
Die Jugendwelt wird repräsentativ durch Liams Sohn entweder rebellisch, oder in kurzen Zusammenschnitten, die das Nachtleben Dublins aufzeigen, als Feiervolk ohne Gewissen und Grenzen dargestellt. Der Film stellt die diszipliniert arbeitenden Kapitalisten in solchen Szenen also immer wieder planlosen Jugendlichen gegenüber, da die Szenen aber nie weiter vertieft werden, lässt sich ein Konflikt zwischen Jugendlichen und den anzugtragenden Erwachsenen somit nur hineininterpretieren.
Man hat das Gefühl, der Film wolle zu viele Geschichten auf einmal erzählen, ein Vorhaben, das er trotz aller Mühen nicht erfüllen kann.

Zum Abschluss soll noch alles rund um den Film abgehandelt werden. Bild und Ton sind sehr gut. Der Film ist auf der DVD in den Sprachen Englisch und Deutsch verfügbar. Die deutsche Synchronisation ist dabei gewohnt gut geraden. Schade ist, dass außer dem Filmtrailer keine weiteren Extras auf der DVD vorhanden sind, weswegen für die Extras auch keine Punkte vergeben werden.

Deswegen ist der Film jedoch keineswegs schlecht. Der packende Filmbeginn sowie das Ende, das den Betrachter mit einem Lächeln auf den Lippen entlässt, machen den Film alleine schon sehenswert. Außerdem hat sich Brendan Gleeson mit seiner engagiert gespielten Doppelrolle zumindest ein Fleißsternchen verdient. Mit „The Tiger’s Tail“ ist Regisseur John Boorman kein raffinierter, jedoch auf jedenfall ein ansprechender Mix aus Thriller und Drama gelungen, bei dem jedoch jeder Zuschauer etwas für sich selbst mitnehmen muss.


by Marius Voigt
Bilder © Universum Film / Senator Home Entertainment