The Tall Man - DVD

DVD Start: 10.05.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 102 min

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Inhalt

In der abgelegenen Bergarbeiterstadt Cold Rock, die ihre besten Zeiten längst hinter sich gelassen hat, führt die Krankenschwester Julia (Jessica Biel) mit ihrem kleinen Sohn David ein ruhiges und zufriedenes Leben. Als jedoch nach und nach immer mehr Kinder aus der Stadt verschwinden, wird der Frieden der Kleinstadt rapide erschüttert. Die Einwohner vermuten, dass ein mysteriöses Wesen, von allen "The Tall Man" genannt, dahinter steckt. Als eines Nachts auch David verschwindet, heftet sich Julia an die Fersen des "Tall Man" und gerät in einen schrecklichen Albtraum...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailershow
- Interviews

DVD und Blu-ray | The Tall Man

DVD
The Tall Man The Tall Man
DVD Start:
10.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Tall Man The Tall Man
Blu-ray Start:
10.05.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 106 min.

DVD Kritik - The Tall Man

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 2/10
Gesamt: | 7/10


Yeah! Endlich ist er da, der neue Film von Pascal Laugier! - So, oder so ähnlich, dürften sich die deutschen Horrorfans gefreut haben, nachdem The Tall Man auch hierzulande einen Release-Termin gefunden hat, wo er international doch schon im letzten Jahr erschienen ist. Doch wer ist dieser Pascal Laugier, und ist The Tall Man überhaupt ein Horrorfilm? Kommen wir zunächst auf den französischen Filmemacher zu sprechen. Der erschütterte 2008 nämlich die Horrorfilmwelt mit seinem verstörenden Meisterwerk(?) Martyrs. New French Extremity ist das Stichwort, wenn es um Filme geht, die eine Grenzerfahrung bieten. Härter, härter, und nochmal härter, das hat sich das französische Horrorkino der letzten Dekade auf die Fahne geschrieben. Und tatsächlich könnte man Martyrs als den Höhepunkt, des kaum zu Ertragenden, auszeichnen. Ein Film, wie ein Schlag in die Magengrube, der Pascal Laugier berühmt und berüchtigt machte. Und so war man natürlich gespannt, wie sein nächstes Werk aussehen wird, was uns zu The Tall Man und der Frage zurück kommen lässt: Ist dies überhaupt ein Horrorfilm? Sagen wir mal Jein.

Zunächst mal ist bemerkenswert, dass Laugier mit The Tall Man (für ihn) völlig neue Wege beschreitet. Der Plot wirkt auf den ersten Blick wie der klassische amerikanische Horrorfilm. In einer abgelegenen Kleinstadt, namens Cold Rock (wirklich klassisch), verschwinden auf mysteriöse Art und Weise eine Reihe von Kinder. Verantwortlich hierfür soll der “große Mann“ (The Tall Man) sein - eine mystische Figur, die in den Wäldern lebt und sich Nachts die Kinder der Stadtbewohner holt. Eine neue düstere Legende ist geboren - das klassische Horrormärchen. Interessant hierbei ist, dass Laugier die Opferrolle und Moralvorstellungen, im Vergleich zum klassischen Horrorfilm, vor allem dem der späten 70er und 80er, verschiebt. Man ist es gewohnt, dass eine Gruppe Teenager die Opfer darstellt, und zu züchtigem Verhalten animiert wird. Denn eines ist klar, in einem Horrofilm: Nimmst du Drogen, hast du Sex, etc., musst du dran glauben. Platte Klischees, denen Filmkritiker in der Vergangenheit oftmals vorgeworfen haben, unterbewusst die Moralvorstellung einer jungen Generation beeinflussen zu wollen. Laugiers Opfer sind hier allerdings die Erwachsenen, und würde man seine Geschichte auf eine Moraldoktrin herunter brechen wollen, hieße diese wohl: Kümmere dich besser um deine Kinder.

Soweit, so gut, aber warum das “Jein“, als Antwort auf die Frage, ob The Tall Man nun ein Horrorfilm ist? Es fällt nicht ganz leicht, auf diese Frage zu antworten, ohne zu viel vorwegzunehmen. Eines kann man aber getrost sagen: Wir haben es hier nicht mit einem klassischen Horrorfilm zu tun. The Tall Man befindet sich irgendwo zwischen Gesellschaftsdrama und Thriller, wobei er immer wieder mit den Elementen des Horrorkinos spielt. Statt auf kaum zu ertragende Härte, setzt Laugier hier auf Spannung, wozu auch die wendungsreiche Story beiträgt. Immer wieder lockt uns der Film auf falsche Fährten, oder bietet uns Szenen, dessen Zusammenhang wir nicht verstehen, bis uns am Ende das große Ganze offenbart wird. Und das ist auch die große Stärke des Films - das Spiel mit den Erwartungen. Leider geht dies ein wenig auf Kosten der Charakterzeichnung. Bestenfalls Jessica Biels Figur bekommt noch ein wenig Kontur verliehen. Die restlichen Figuren ergeben sich Stereotypen und funktionieren einzig, um die Handlung voran zu treiben. So fehlt am Ende auch die große emotionale Wucht, für die es durchaus Potenzial gegeben hätte.

Die Inszenierung ist allerdings fast makellos. Laugier beweist ein feines Gespür für die richtigen Einstellungen und zaubert eine hervorragende Atmosphäre auf den Bildschirm, wozu auch der passende und unaufdringliche Score beiträgt. Das Spiel von Licht und Schatten ist sehr gut gelungen. Auch die Schnitte sind passend gesetzt. In der Inszenierung zeigt sich, dass er es drauf hat. “The Tall Man“ sieht wirklich gut aus und überzeugt im Spannungsaufbau.

Fazit: Wer von Pascal Laugier einen weiteren heftigen Schlag in den Nacken erwartet hat, wird sicher nach der Sichtung von The Tall Man enttäuscht sein. Im Vergleich mit Martyrs, wirkt The Tall Man eher konventionell, wobei er in Wirklichkeit nur mit den Konventionen spielt. Wer sich auf dieses Spiel einlässt, und ohne jede Erwartungshaltung offen für diesen Film ist, wird hier aber vielleicht doch seinen Spaß haben. Auch wenn der Film, ob des gewollt nachdenklich stimmenden Endes, vielleicht mehr will, für einen unterhaltsamen und interessanten Filmabend taugt The Tall Man allemal.

Die DVD kommt mit gutem Bild und Ton daher. Neben der Trailershow, haben die Extras kurze Interviews mit Darstellern, dem Produzenten und mit Pascal Laugier selbst zu bieten. Das ist ganz nett, aber da wäre mehr drin gewesen.


by Andre Rüsenberg
Bilder © Universum Film