The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia - DVD

DVD Start: 25.05.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 187 min

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Inhalt

Der frisch aus dem Knast entlassene Freddie denkt gar nicht daran, seine Verbrecherlaufbahn zu beenden. Hinter Gittern konnte er sich ein breites Netzwerk aus kriminellen Kontakten aufbauen, das er nun nutzt um zusammen mit Cousin Jimmy ein verbrecherisches Imperium aufzubauen. Schon nach kurzer Zeit haben die beiden Respekt und Geld im Überfluss. Doch sie ahnen nicht, das der legendäre Maifa-Pate Ozzy eigentlich die Fäden zieht und von seiner Gefängniszelle aus das Schicksal der beiden Cousins manipuliert. Als Freddie immer öfter die Kontrolle über sich selbst verliert und so das Geschäft und die Familie gefährdet, wird die Situation immer gefährlicher.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia

DVD
The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia
DVD Start:
25.05.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 187 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia
Blu-ray Start:
25.05.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 178 min.

DVD Kritik - The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Bestie, Monster, Amokläufer, Seuche. Die Bezeichnungen, die Freddie in seinem Umfeld erntet, sind wenig schmeichelhaft – und dennoch völlig zutreffend. Denn Freddie ist all das und noch vieles mehr, skrupellos, brutal, jähzornig. Ein Schläger, mit dem man sich besser nicht anlegt, ein Testosteron- und Potenz-Bolzen auf zwei Beinen. Wer ihn bescheißt oder ihm droht, landet schon mal kopfüber im Fernsehbildschirm oder kriegt eine abgebrochene Bierflasche in den Hals gerammt. Selbst der eigene Vater, der sich eine junge Geliebte nimmt, kommt nicht mit einem blauen Auge davon und sitzt fortan im Rollstuhl.

Gespielt wird Freddie vom Briten Tom Hardy („Warrior“, „Inception“). Der 34-Jährige gibt im packenden Unterwelt-Epos „The Take - Zwei Jahrzehnte in der Mafia“ (2009 ursprünglich als vierteilige TV-Mini-Serie konzipiert) eine Kostprobe seiner Bad-Guy-Qualitäten. Und nach fast drei Stunden lässt sich konstatieren: Batman braucht mehr als einen Joker im Ärmel, wenn er im Sommer 2012 Tom Hardy alias Bane in „The Dark Knight Rises“ entgegentritt. Der Typ wird sicher eine ganz harte Nummer für die Fledermaus, so wie es Freddie für die Menschen in seiner Umgebung ist. Auch wenn das „Dicke-Hose-Getue“ hier am Ende etwas auf die Nerven geht, erinnert Hardys Performance in ihren besten Momenten an Johnny Boy. Jenen unbeherrschten und unberechenbaren Kleinkriminellen aus Martin Scorseses Frühwerk „Mean Streets“ (1973), mit dessen Darstellung Robert de Niro den Grundstein für seine Weltkarriere legte. Hardys Start im Hexenkessel London ist jedenfalls gelungen.

Dies gilt im Großen und Ganzen auch für David Drurys Werk „The Take“. Der deutsche Untertitel „Zwei Jahrzehnte in der Mafia“ drängt Parallelen zum Mobster-Klassiker „GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia“ (1990) geradezu auf, die aber bei näherer Betrachtung etwas hinken - und das nicht nur, weil hier, angefangen bei der Regie und der Besetzung, alles eine Nummer kleiner und unspektakulärer, aber auch unprätentiöser ausgefallen ist. Inszenatorische Virtuosität und visuelle Eleganz eines Martin Scorsese darf man nicht erwarten. Vielmehr mischt Drury gängige Mafia-Motive (Loyalitätskonflikt, Verrat unter Freunden, Betrug) mit der spröden Rauheit und Brutalität britischer Gangsterfilme. Guy Ritchie light sozusagen, ohne schwarzen Humor, skurrile Charaktere und verzwickte Handlungsstränge. „Take“ kommt erfreulich direkt und schnörkellos daher, startet 1984 mit Freddies Haftentlassung und verfolgt anschließend seinen Weg durch die Londoner Unterwelt über mehr als eine Dekade. An seiner Seite: sein besonnener Cousin Jimmy (Shaun Evans). Fürs kriminelle Geschäft ist dessen Grips auf lange Sicht einträglicher als der ungestüme Freddie. Doch am Ende wird auch Jimmy Blut an seinen Händen haben und zum Baseballschläger greifen. Im Hintergrund, genauer aus dem Knast, hält Pate Ozzy (Brian Cox) die Fäden in der Hand und steuert seine Marionetten, bis sie die Fäden kappen.

Gute Mafiafilme sind auch immer Familienfilme (also Filme über die Familie, nicht für die Familie!). In dieser Hinsicht übertreibt es Regisseur David Drury leider an einigen Stellen. Der private Tragödien-Ballast, den er hinter der bürgerlichen Fassade anhäuft, erdrückt nicht nur die handelnden Figuren wie etwa Freddies hörige und alkoholkranke Frau Jackie (Kierston Wareing) und ihre Schwester Maggie (schön und ausdrucksstark: Charlotte Riley). Er überlagert auch zusehends den eigentlichen Gangster-Plot und nimmt ihm die Dynamik. Trotzdem: Langeweile kommt keine auf, auch weil das Interesse an den Figuren nicht abreißt. Am Schluss hat jede von ihnen ihre Unschuld verloren.

„The Take“ lässt vielleicht Glanz und Flair einer großen Kinoproduktion vermissen, fesselt aber mit einer vor allem im ersten Teil stringenten Storyline, einem ungemein charismatischen Hauptdarsteller und schraubt die Gewaltspirale nicht in absurde Höhen.


by Florian Ferber
Bilder © Koch Media Home Entertainment