The Outlaw - Geächtet (Deluxe Edition) - DVD

DVD Start: 28.07.2011
FSK: ab 12 - Laufzeit: 226 min

The Outlaw - Geächtet (Deluxe Edition) DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Sheriff Pat Garrett freut sich über die Ankunft seines alten Kumpels Doc Holliday, der auf der Suche nach dem Dieb seines Pferdes ist. Als letzterer kann der junge Billy the Kid ausgemacht werden. Als sich Doc und Billy wider Erwarten anfreunden, ordnet Pat an, dass die beiden die Stadt verlassen sollen. Billy wird angeschossen und von Doc bei seiner Freundin Rio untergebracht. Rio verliebt sich in Billy, obwohl der sie schlecht behandelt. Während sich Billy und Doc über Pferd und Frau streiten, müssen sie vor Pat und seinen Männern fliehen.

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DVD Details

Medienanzahl: 2
Regionalcode: 2
Vertrieb: dtp entertainment AG
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Disc 1 - alte restaurierte Farbfassung Fassung: 112 Min. + Artworkgalerie Bonus-Disc - neu restaurierte Fassung: 114 Min. + noch nie gezeigte Deleted Scenes

DVD und Blu-ray | The Outlaw - Geächtet (Deluxe Edition)

DVD
The Outlaw - Geächtet (Deluxe Edition) The Outlaw - Geächtet (Deluxe Edition)
DVD Start:
28.07.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 226 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - The Outlaw - Geächtet (Deluxe Edition)

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 7/10
Ton: | 6/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 6/10


Erotischer Klassiker
„The Outlaw“ von 1943, auch bekannt unter dem Verleihtitel „Geächtet“, wurde vor allem aufgrund des Skandals bekannt, den er damals ausgelöst hatte. Der Exzentriker und Milliardär Howard Hughes hatte diesen Film selber gedreht (nachdem der routinierte Howard Hawks entnervt das Handtuch geworfen hatte) und lud ihn so erotisch auf, dass die Zensurbehörde der USA den Film gar nicht erst in die Kinos bringen wollte. Für seine Leading Lady (und Geliebte) Jane Russell, deren erster Film dieses war, schuf der Playboy einen besonderen Büstenhalter, damit ihre Brüste im Film noch besser zur Geltung kommen. Für eine Anhörung bei Vertretern der Zensurbehörde ließ er dann einen Flugzeugingenieur aussagen, der die Aerodynamik der weiblichen Brust erläuterte (diese Szene ist auch in dem filmischen Portrait „Aviator“ von Martin Scorsese enthalten). Der Film wurde denn schließlich zugelassen und mit dem Skandal schon im Vorfeld ein großer Erfolg und Jane Russell zum Star und zu einem der beliebtesten Pin-Up-Girls des Zweiten Weltkrieges. Nun kann man sich auch selber ein Bild von dem Film machen. Wenn man sich permanent das Entstehungsjahr vor Augen hält, so ist es kein Wunder, dass der Film zu einem Klassiker wurde. Jane Russell dominiert alle Einstellungen und es werden tiefe Blicke in das Dekolleté geliefert und die Reize deutlich gemacht. Es gibt zwar keine Nacktszene, aber die wäre erst recht nicht zugelassen worden (obwohl es die ersten Nacktszenen der Filmgeschichte schon im Stummfilm gegeben hat wie etwa in „Der Dämon von Kolno“ von 1920). Aber die Dialoge sind durchaus schlüpfrig und andeutungsreich, so dass darauf folgende Aufnahmen sexuell aufgeladen werden. So gewinnt eine geöffnete Tür durch den vorhergehenden Dialog und die jeweilige Verweildauer der Kamera das Symbol der Einladung zu dem Geschlechtsverkehr. Die weit geöffnete Tür steht für die geöffneten Beine. Erstaunlich ist auch die kaum verhohlene Andeutung von Homosexualität zwischen Pat Garrett und Doc Holliday. Ganz gegen Ende wird deutlich, dass Garrett die Gesetzlosen so verbissen gejagt hat, weil er eifersüchtig auf Billy the Kid ist! Für einen Film von 1943 ist das enorm. Auch die Gewaltszenen sind sehr untypisch, weil zynisch und hart, für einen Film der 1940er Jahre. Zumindest eine Szene hat man erst wieder 1966 in „Django“ von Sergio Corbucci gesehen (die gefesselte Frau). Trotz dieser Aspekte, die den Film zu Recht zu einem Klassiker gemacht haben, ist „Geächtet“ im Grunde ein schwacher Film. Man merkt auch die Unerfahrenheit von Howard Hughes als Regisseur (als Produzent war er erfolgreicher). Trotz einiger sehr gelungener Actionszenen ist der Film sehr undynamisch und dialoglastig. Die Darsteller sind stellenweise erschreckend schlecht und sehen sich im Dialog manchmal gar nicht an. Inhaltlich tritt der Film auch sehr auf der Stelle, da es im Grunde keine Story gibt und somit keinen großen Entwicklungsbogen. Die Handlungen sind dann auch sehr sprunghaft und unglaubwürdig. Man streitet sich, man versöhnt sich, man streitet sich, usw. Das Holliday etwa so ohne weiteres hinnimmt, dass Billy the Kid ihm die Freundin ausspannt, ist extrem unglaubwürdig. Und das kommt dauernd im Film vor. Ein John Wayne und vor allem ein Clint Eastwood hätte diese Billy-the-Kid-Version schon nach zwei Minuten über den Haufen geschossen. Dass der Film historisch nicht korrekt ist, kann man nicht erwarten, aber schon ein strukturiertes Drehbuch. Trotz aller Schwächen, die den Film schnell in Vergessenheit geraten lassen hätten, reißt Jane Russell fast alles raus und macht ihn zusammen mit der erotischen Symbolik immer noch lohnenswert. Die anderen Szenen muss man dann halt ertragen.

Präsentiert wird der Klassiker in zwei Fassungen: schwarz-weiß und nachkoloriert. Das Bild ist in jeder Hinsicht scharf (no pun intended) und der Ton gut. Als Extra gibt es den Trailer. Auf der Zusatzdisk ist noch einmal der komplette Film in der Farbversion vorhanden, diesmal mit einem Videokommentar von Jane Russell, der sehr anekdotenreich, kritisch und interessant ist, aber leider keine deutschen Untertitel enthält. Eine zusätzliche Dokumentation über die Entstehungsgeschichte und den Skandal wäre dennoch schön gewesen.

Wegen Jane Russell, der hohen erotischen Symbolik und der Gewalt ist der Film zu Recht ein Klassiker. Obwohl er im Grunde ziemlich schlecht ist, aber wegen der Klassikerszenen erträgt man halt den Rest.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © dtp entertainment AG