The Man with the Iron Fists - DVD

DVD Start: 04.04.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 91 min

The Man with the Iron Fists DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Ein abgelegenes Dorf im feudalen China des 19. Jahrhunderts: rivalisierende Clans zwingen einen geheimnisvollen Fremden (RZA) seine besonderen Fertigkeiten in der Schmiedekunst einzusetzen, um ausgefallene Waffen anzufertigen. Als eines Tages der berüchtigte Jack Knife (Russell Crowe) im Dorf auftaucht, eskaliert die Situation. Eine große Ladung Gold führt zum offenen Konflikt zwischen den verfeindeten Gruppen, bei dem ebenfalls Madame Blossom (Lucy Liu) und ihre Freudenmädchen ein gehöriges Wort mitreden. Dem Schmied bleibt nun keine andere Wahl, als all sein Können einzusetzen, um sich und die Dorfbewohner gegen eine übermächtige Bedrohung zu verteidigen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Türkisch (Dolby Digital 5.1)
Russisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
D, GB, RUS, TR, GR, BG, RO, EST, LT, LV
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen

DVD und Blu-ray | The Man with the Iron Fists

DVD
The Man with the Iron Fists The Man with the Iron Fists
DVD Start:
04.04.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 91 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Man with the Iron Fists - Extended Version The Man with the Iron Fists - Extended Version
Blu-ray Start:
04.04.2013
FSK: 18 - Laufzeit: 107 min.

DVD Kritik - The Man with the Iron Fists

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 7/10


Jeder, der schon mal ein Musikvideo der Hip-Hop Formation Wu-Tang Clan gesehen hat, wird bereits Zeuge der spirituellen Nähe gewesen sein, die Robert Diggs alias RZA mit Asien und speziell dem Kung-Fu-Film verbindet. In der Musik und den dazugehörigen Videos der Rapgruppe wird mit großer Freude quer durch die asiatische Filmhistorie zitiert, was stets zu sehr unterhaltsamen Ergebnissen führt. Mit „The Man with the Iron Fists“ baut Wu-Tang Clan-Mitglied und Tarantinoschüler RZA dieses Konzept nun zu einem abendfüllenden Spielfilm aus und liefert damit ein erstaunlich witziges und abgedreht brutales Trashvergnügen ab. Unterstützung beim Drehbuch erhielt er dabei von Horrorspezialist Eli Roth ( Cabin Fever, Hostel), was zu einem sehr (!) hohen Blutgehalt, aber leider damit einhergehend auch zu einem sehr schwachen Drehbuch geführt hat.

Gewalt und Intrigen stehen in Jungle Village an der Tagesordnung. Es handelt sich hierbei nämlich um den Ort, in dem sich die beiden Gangs „Lions“ und „Wolves“ seit jeher einen erbitterten Kampf auf Leben und Tod liefern. Versorgt werden die beiden verfeindeten Gruppierungen von einem namenlosen Schmied (RZA), dem es herzlich egal ist, was mit seinen Waffen angestellt wird. Ihm geht es lediglich darum, genug Geld zu sparen, um seine Geliebte, die Prostituierte Lady Silk (Jamie Chung), freizukaufen und mit ihr eine glückliche Zukunft vor sich zu haben. Als jedoch der Anführer der „Lions“ (Kuan Tai-Chen) vom Intriganten und abgedrehten Psychopathen Silver Lion (Byron Mann) kaltblütig ermordet wird, brechen alle Dämme und die Leichen beginnen sich in Jungle Village in Besorgnis erregenden Ausmaßen zu stapeln. Neben Zen Yi, dem Sohn des ermordeten Clananführers (Rick Yune), verkehren auf einmal allerhand gefährliche Personen in Jungle Village, die ganz sicher nicht die Absicht haben, Freunde zu werden. Da wäre zum Beispiel der brutale Kraftprotz Brass Body (Dave Bautista), der Zen Yi für eine ordentliche Belohnung ermorden will, die verführerische Zuhälterin Madame Blossom (Lucy Liu) oder der verwegene Söldner Jack Knife (Russell Crowe), die allesamt eigene Ziele verfolgen. Auch wenn der namenlose Schmied all diesen Vorkommnissen mit Indifferenz begegnet, wird er gezwungen, in den herrschenden Kämpfen ordentlich mitzumischen. Denn Silver Lion bedroht das Leben seiner Geliebten und will den Schmied damit zur Produktion weiterer Mordinstrumente zwingen. Da erscheint es fast selbstverständlich, dass ein brutaler Showdown nicht mehr zu verhindern ist...

Das vermutlich größte Problem, das „The Man with the Iron Fists“ mit dem Publikum hatte und haben wird, ist die hohe Erwartungshaltung eines Zuschauers, der einen Tarantinofilm sehen möchte. Dass dieser lediglich seine Finger als Produzent mit im Spiel hatte, scheint der eine oder andere Zuschauer vergessen zu haben. Man sollte sich also von Anfang an darüber im Klaren sein, dass es sich um einen RZA-Film handelt, der nicht zwangsläufig – nur weil der Name Tarantino auf dem Filmplakat steht –überlange, brillant geschriebene Dialoge zu bieten hat. Denn selbige wird man in „The Man with the Iron Fists“ nicht finden, ebenso wenig wie eine intelligent konstruierte Geschichte oder subtilen Humor. Allerdings bedeutet dies keineswegs, dass der Debütfilm von RZA nicht unterhaltsam oder misslungen wäre, im Gegenteil, er punktet ganz einfach mit völlig anderen Dingen. So zum Beispiel mit seiner total überzogenen, artifiziellen Comicgewalt, die alleine schon dafür sorgt, dass man über die gesamte Spieldauer von 96 Minuten immer weiterschauen will, um zu erfahren, was sich RZA und Roth noch Krankes haben einfallen lassen. Die Splatterszenen wissen wirklich famos zu unterhalten und sind meistens mit toll choreographierten Martial-Arts Kämpfen verbunden, die stellenweise eine annähernd pittoreske Ästhetik erzeugen (so wird beispielsweise einmal im wahrsten Sinne des Wortes mit Blut gemalt). Kombiniert mit dem stark Hip-Hop-lastigen Soundtrack entwickelt der Film daher ein enormes Spaßpotential, da zu keinem Zeitpunkt der Fehler begangen wird, die Story allzu ernst zu nehmen oder zu versuchen, sich dem Trash zu verweigern. Das Tempo ist hoch und so lässt der Film keinerlei Langeweile aufkommen, da eine Wendung auf die nächste folgt und jede Splatterszene origineller als die Vorangegangene ausfällt. Und in einem Punkt sind sich RZA und Tarantino dann doch sehr ähnlich: Der Film zitiert munter durch die asiatische Filmgeschichte und bietet somit eingefleischten Cineasten eine ganze Menge kleiner Überraschungen. Allerdings sind diese Zitierwut und die hohe Menge unterschiedlichster Charaktere auch gleichzeitig eine der größten Schwächen des Filmes, denn RZA schafft es einfach nicht, diese zu einem homogenen Ganzen werden zu lassen. „Je mehr Perspektivwechsel und Sprünge, desto besser“, muss der Leitgedanke bei der Filmmontage gewesen sein, was sich hin und wieder spürbar negativ auf den Filmfluss auswirkt. Dennoch wird es nie so störend, dass man aus dem Film gerissen würde und es passt sogar irgendwie –wenn auch wahrscheinlich unbeabsichtigt– zur überzogenen Inszenierung des Filmes.

Dass dementsprechend auf der schauspielerischen Seite keine Glanzleistungen zu erwarten sind, passt schon beinahe ins Konzept und stört deshalb nicht wirklich. Auch wenn RZA den ganzen Film über nur einen Gesichtsausdruck hat, nimmt man ihm die Rolle des rachsüchtigen Schmieds gut genug ab, um die abstruse Geschichte einigermaßen zu akzeptieren. Allerdings beschränken sich seine Dialoge auch nur auf wenige Sätze, so dass er prinzipiell gar nicht viel falsch machen kann. Ähnliches gilt für den Wrestler Dave Bautista, der es jedoch trotz seiner Schweigsamkeit schafft, eine sehr bedrohliche Präsenz zu erzeugen. Man nimmt ihm schon aufgrund seiner beängstigenden Physis den primitiven Killer ab und ist beeindruckt, wenn seine Figur Brass Body die Welt in Schutt und Asche verwandelt. Dem Spaß als oberstes Leitprinzip ordnet sich selbst der als eher mürrisch geltende Russell Crowe unter, dessen Figur Jack Knife wie eine aus diversen Klischees zusammengesetzte Karikatur eines Filmsöldners wirkt. Dennoch hat er sichtlich Freude daran, mal eine etwas weniger anspruchsvolle Rolle zu spielen und legt genug Charme an den Tag, um die Drehbuchschwächen hinsichtlich seiner Charakterzeichnung zu kaschieren. Dies gelingt ihm zwar nicht vollends, aber man vergisst so immerhin ab und zu, was für ein Schwachsinn sich da eigentlich gerade auf dem Bildschirm abspielt. Lucy Liu fügt sich ebenfalls harmonisch ins Figurenensemble ein und darf als tödliche Puffmutter Madame Blossom einige bleibende (blutige) Akzente setzen.

Die DVD enthält zwar leider nicht die 12 Minuten längere Fassung, die auf der Blu-ray Disc vertreten ist, kann dafür aber mit einer tollen Bild- und Tonqualität punkten. Jungle Village wird in solch beeindruckenden Bildern zum Leben erweckt, dass man hin und wieder vergisst, dass man gerade einen Film schaut. Und auch die Tonqualität weiß zu überzeugen und lässt die fetten Hip Hop Beats in sehr ansprechender Art und Weise aus den Boxen ertönen. Extras sind allerdings leider keine vorhanden.

Fazit: Der Debütfilm von RZA ist eine abgedrehte Easternhommage, die trotz des banalen Drehbuches vorbildlich zu unterhalten weiß. Soundtrack, Splattereffekte und Wahnwitz erzeugen ein so hohes Spaßpotential, dass sich „The Man with the Iron Fist“ als idealer Film für einen geselligen Männerabend anbietet. Allen, die keinen Tarantinofilm erwarten, mit Blut klarkommen und Spaß an hochwertig produziertem Trash haben, ist „The Man with the Iron Fists“ daher sehr zu empfehlen!!

Warnung: Freunde von intellektuellem, anspruchsvollem Kino sollten jedoch einen weiten Bogen um den Streifen machen und können meine Filmbewertung locker um 4 Punkte nach unten korrigieren.

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by Jonas Hoppe
Bilder © Universal Pictures