The Grandmaster - DVD

DVD Start: 29.11.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 118 min

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Inhalt

THE GRANDMASTER, das mit Spannung erwartete neue Werk des Hongkonger Regiestars Wong Kar-Wai ist ein epischer Martial-Arts-Film, der vor dem Hintergrund der Turbulenzen im China der 1930erJahre spielt und von Leben und Zeit des legendären Martial-Arts-Meisters IP Man (Tony Leung), Mentor von Bruce LEE, inspiriert ist. Krieg, Familie, Rache, Begehren, Erinnern und Liebe umspannen die Handlung des Films.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Kantonesisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making Of The Grandmaster, Die Special Effects, Auf den Spuren der Großmeister, Trailer

Video on demand - The Grandmaster

DVD und Blu-ray | The Grandmaster

DVD
The Grandmaster The Grandmaster
DVD Start:
29.11.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 118 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Grandmaster The Grandmaster
Blu-ray Start:
29.11.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 123 min.

DVD Kritik - The Grandmaster

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 8/10


Großmeister unter sich - Starregisseur Wong Kar-Wai überrascht mit einem Martial Arts Film. Doch tut er das wirklich? Der Meister für melodramatische Filme mit einer herausragenden Bildsprache legt mit „The Grandmaster“ nicht, wie oft behauptet, seinen ersten Kampffilm vor, sondern bereits den zweiten nach „Ashes of Time“. Dennoch mag das Thema überraschend anmuten, obwohl einige von Wong Kar-Wais bevorzugten Themen auch hier vorkommen. So etwa eine unerfüllbare Liebe, Verlust, Trauer und der Umgang damit. Auch wenn diese bevorzugten Themen im Komplex der Handlung und der Action doch ziemlich verloren gehen, wird das anhand der Kämpfe deutlich, da Kung-Fu im traditionellen chinesischen Verständnis vor allem eine mentale Angelegenheit ist. So sind die unterschiedlichen Kampfstile der Personen immer auch eine Widerspiegelung ihres Charakters und wer den Stil des Gegners kennt, kennt auch die zugehörige Person. Wieder einmal ist der schon legendäre IP Man Thema eines Filmes. IP Man galt als einer der besten Kampfsportler überhaupt und bildete etwa den jungen Bruce Lee aus. Wong Kar-Wai interessiert sich für das Leben dieses Mannes, wobei leider einiges auf der Strecke geblieben ist. Denn die Handlung ist teilweise unverständlich und man wird das Gefühl nicht los, das dieser Film deutlich länger geplant worden sei und vielleicht glatt eine ganze Stunde Laufzeit fehlt. So kommt das Ende etwas sehr abrupt und die ganze letzte halbe Stunde wirkt völlig zerfasert, als ob man noch schnell etwas Bestimmtes unterbringen musste, aber nicht wusste, wie man es am besten dramaturgisch einbettet. Auch was einer der Charaktere überhaupt im Film zu suchen hat, nämlich der Agent genannt Razor, ist völlig unklar. Er begegnet zwar einer der Hauptfiguren und kann einige sehr gute und ausnahmsweise brutale Kämpfe beisteuern, hat aber ansonsten keinerlei dramaturgische Funktion. Auch das IP Man seine Frau verließ, wird erst gegen Ende klar und man wunderte sich schon, wo sie abgeblieben ist. Ist die Handlung demnach alles andere als überzeugend und gar verwirrend, so schaltet man als Zuschauer schnell einfach ab und will gar nicht mehr darüber nachdenken. Und das ist auch gut so, denn was der Film auf der dramaturgischen Ebene nicht vermag, so überzeugt er doch auf der formalen. Wong Kar-Wai gelingt ein wahrer Bilderrausch, der es mit den Großen des Genres wie etwa „Hero“, „Tiger and Dragon“ und „House of Flying Daggers“ aufnehmen kann. Die Bilder sind hypnotisierend und lassen einen oft mit offenem Mund zurück. Der Kampf im Regen ist jetzt schon legendär, aber auch der erotisch aufgeladene Konflikt zwischen den Hauptfiguren im Bordell oder die Konfrontation am Bahnsteig wird man nicht so schnell vergessen. Vor allem die Soundeffekte sind sehr geschickt eingesetzt. Nutzen die meisten Kung-Fu für nicht-tödliche Kämpfe, so ist die Schlacht zwischen dem Agenten Razor und seinen ehemaligen Kumpanen nicht nur durch den Sound extrem brutal geraten. Da knackt, knirscht, bricht, kracht es, dass einem schon beim Zuschauen die Knochen selber wehtun. Dieser Sound verdeutlicht auch die unterschiedlichen Stile, wobei die Musik ihren Teil mit Leitmotiven noch beiträgt und Naturgeräusche mit einarbeitet. Auch die Maske ist sehr gelungen und Zhang Ziyi ist so geschickt geschminkt, das man ihr das Alter ansieht und dennoch die ätherische Schönheit erhalten bleibt. Generell können die Darsteller völlig überzeugen und agieren angenehm zurückhaltend. Generell ist das ein Meisterwerk, aber durch die fehlenden Handlungsstränge welche ganze Entwicklungen und Figuren im Laufe der Zeit vergessen, gibt es deutliche Abzüge.

Das Bild ist sehr gut und schön scharf geraten. Selbst bei der jetzt schon legendär geratenen Schlacht im Regen sind die Konturen deutlich zu erkennen. Auch der Ton kann sich hören lassen, denn besonders die charakteristischen Soundeffekte um die unterschiedlichen Kampfstile zu betonen, sind hervorragend herausgearbeitet. Auch die Extras lohnen sich. So gibt es ein Special über die alten Kung-Fu Meister, eine Bildanzeige wie die Special Effects sich zu dem Originalbild verhalten und ein Making Of ohne das typische Eigenlob.

Optisch ist der Film herausragend und lässt den Zuschauer staunend zurück. Da gibt es gleich mehrere Szenen die man nicht so schnell vergessen wird und man kommt wie betäubt aus dem Film heraus. Leider ist die Handlung völlig konfus geraten und viele Ebenen und Figuren sind entweder überflüssig oder werden komplett vergessen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film




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