The Girl with all the Gifts - DVD

DVD Start: 23.06.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 107 min

The Girl with all the Gifts DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

In einer nicht allzu fernen Zukunft: Eine aggressive Pilzinfektion hat fast die gesamte Mensch-heit in fleischfressende, Zombie-artige Wesen – sogenannte „Hungries“ – verwandelt. Nur eine kleine Gruppe infizierter Kinder verspricht Hoffnung auf ein Heilmittel: Sie können ihren „Fres-simpuls“ kontrollieren, weil ihr Verstand noch nicht der Infektion zum Opfer gefallen ist. In einer Militärbasis werden sie von der Wissenschaftlerin Dr. Caldwell (Glenn Close) grausamen Experimenten unterzogen und besuchen unter dem wachsamen Auge von Sergeant Parks (Paddy Considine) täglich den Schulunterricht. Doch ein Mädchen unter ihnen ist anders: Die junge Melanie (Sennia Nanua) übertrifft ihre Mitschüler an Intelligenz, ist wissbegierig, einfalls-reich und vergöttert ihre Lieblingslehrerin, Miss Helen Justineau (Gemma Arterton). Als die Basis von einer Horde Hungries überrannt wird, kann Melanie zusammen mit Helen, Sergeant Parks und Dr. Caldwell gerade noch entkommen. In einer in Chaos und Zerstörung versunkenen Welt muss Melanie bald nicht nur über ihre eigene Zukunft, sondern das Schicksal der gesamten Menschheit entscheiden.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: SquareOne Entertainment / Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,00:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
B-Roll, Behind the Scenes, Interviews


DVD und Blu-ray | The Girl with all the Gifts

DVD
The Girl with all the Gifts The Girl with all the Gifts
DVD Start:
23.06.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 107 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Girl with all the Gifts The Girl with all the Gifts
Blu-ray Start:
23.06.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 112 min.

DVD Kritik - The Girl with all the Gifts

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 8/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Kinder an die Macht
Es gibt Filme, bei denen sollte man besser nicht die Inhaltsangabe auf dem Cover lesen. Einfach deswegen weil man dann weiß was zu Beginn geschehen wird und man sich um den Genuss bringt, einen hervorragenden Aufbau zu sehen. „The Girl with all the Gifts“ ist ein solcher Film. Während der Vorspann läuft, hört man eine Mädchenstimme zählen. The Girl with all the Gifts SzenenbildErst langsam baut sich ein Bild auf und man sieht sie auf einer Pritsche liegen, zählen und dabei zwei Fotos betrachten die man nicht sonderlich gut erkennen kann.

Martialische Befehle dringen durch den Gang und das Mädchen schreckt auf, zieht sich einen orangefarbenen Overall an, der an die Gefängniskluft auf Guantánamo erinnert und setzt sich selber in einen Rollstuhl. Ist sie krank? Warum behält einer der eintretenden Soldaten das Mädchen mit einem Maschinengewehr in Schach, während der andere sie im Rollstuhl festschnallt? Es stellen sich dem Zuschauer viele Fragen welche noch dadurch erhöht werden, das dieses Mädchen nicht die einzige ist und der karge Unterrichtsraum mit über zwanzig Kindern gefüllt ist die alle ähnliche Kleidung tragen und an Rollstühle gefesselt sind. Erst später wird einem klar, was mit den Kindern los ist. Wer aber das Cover und eine Inhaltangabe schon gelesen hat, weiß eh, was nun kommen wird, da der Film ja schon damit vermarktet wird. Insofern ist es also kein Spoiler, was jetzt folgt. Die Kinder sind allesamt tot. Sie sind eine besondere Form von Zombies, obwohl dieses Wort hier nie fällt. Alle Kinder unterscheiden sich aber von den anderen Infizierten, weil sie vernunftbegabt sind und nicht verwesen oder tot aussehen. Sie sind wie normale Menschen, nur dass sie eben Menschen angreifen und sie essen, wenn sie könnten. Hier ist vor allem darstellerisch die sehr junge Sennia Nanua (die hier übrigens ihr Debüt gibt) zu loben der es gelingt durchaus bedrohliche Aspekte einzubringen. Sie wirkt wie ein normales, wenngleich etwas altkluges, Mädchen, aber ab und an, wenn sie die Menschen nur anstarrt, wirkt sie unheimlich und man weiß, dass sie einen jederzeit anfallen oder verraten könnte. Sie ist eine Wucht.

Eine der besten Szenen findet in einem verlassenen Haus statt. Das erste Mal in ihrem Leben ist das junge Mädchen allein und erkundet ein normales Wohnhaus, in dem ihr alles fremd ist. Schon durch diese Szene wird nicht nur die vorherrschende Apokalypse deutlich gemacht, sondern auch die Einsamkeit und teilweise Naivität des Mädchens. Geschickterweise greift es sogar auf das Ende vorweg, welches hier natürlich nicht verraten werden soll. The Girl with all the Gifts SzenenbildAuch die anderen Darsteller sind hochkaratig und können den komplexen Charakteren, ohnehin ein Wunder in einem Horrorfilm, zusätzliche Facetten abringen. Glenn Close, Gemma Arterton und Paddy Considine entwickeln im Umgang mit dem gefährlichen Mädchen wieder mehr Menschlichkeit und versuchen Alternativen zu finden. Allerdings, so viel sei verraten, ist der Film mit seinem Ende konsequenter und nicht nur in der Hinsicht überraschender als der Großteil aller Zombiefilme. Dem Regisseur Colm McCarthy gelingt damit ein Kunststück den Genrefilm emotional packend zu erzählen und immer neue Aspekte abzugewinnen. Dabei verfilmt er die Erzählung „Die Berufene“ vom M.R. Carey sehr bildgewaltig und dramaturgisch geschickt, etwa wenn Parallelmontagen nicht in der erwarteten Konfrontation enden. So verwundert es gar nicht, dass der Film unter anderem mit einem British Independent Film Award ausgezeichnet worden ist. Und wer weiß? Vielleicht gibt dieser Film dem gesamten Genre ja neue Impulse wie es einst auch der britischen Produktion „28 Days Later“ gelang? Auf keinen Fall verpassen.

Das Bild und der Ton sind sehr gut. Als Extras gibt es ein interessantes Behind the Scenes welches auch auf die literarische Vorlage eingeht, sowie Interviews mit Cast und Crew welche aber sehr werbelastig ausgefallen sind.


Fazit:
Grandios. Der Film verleiht dem Zombie-Genre neue Impulse die man schon gar nicht mehr erwartet hätte. Emotional und packend wird nicht einfach das Genre aufgepeppt, sondern filmisch höchst geschickt eine beißende Gesellschaftskritik verpackt.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © SquareOne Entertainment / Universum Film