The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit - DVD

DVD Start: 24.08.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 115 min

The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

THE BIRTH OF A NATION – AUFSTAND ZUR FREIHEIT erzählt die wahre Geschichte von Nat Turner (Nate Parker), einem gebildeten Sklaven und Prediger, angesiedelt im Süden der Vereinigten Staaten von Amerika 30 Jahre vor Ausbruch des amerikanischen Bürgerkriegs. Sein vom Bankrott bedrohter Besitzer Samuel Turner (Armie Hammer) nimmt das Angebot an, Nats Fähigkeiten als Prediger einzusetzen, um beruhigend auf rebellische Sklaven einzuwirken. Als Nat im Zuge seiner Tätigkeit Zeuge unzähliger Grausamkeiten wird – gegen ihn selbst, seine Frau Cherry (Aja Naomi King) und befreundete Sklaven, zettelt er einen Aufstand an in der Hoffnung, sein Volk in die Freiheit zu führen.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: 20th Century Fox
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Türkisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Das Vermächtnis von Nat Turner
Audiokommentar von Nate Parker
Bildergalerie

DVD und Blu-ray | The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit

DVD
The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit
DVD Start:
24.08.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit
Blu-ray Start:
24.08.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min.

DVD Kritik - The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 7/10
Gesamt: | 8/10


Alternative Geschichtsschreibung
„The Birth of a Nation“ ist einer der größten Klassiker der Filmgeschichte. Das dreistündige Epos von David Wark Griffith war nicht nur finanziell einer der größten Erfolge der Stummfilmzeit, sondern der Film etablierte schon im Jahre seines Erscheinens, 1915, einige filmsprachliche Mittel die auch heute noch angewandt werden. Vor allem die Parallelmontage zur Herstellung von Spannung war hier das erste Mal zu sehen. The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit SzenenbildInsofern ist der Streifen bis heute einflussreich. Leider ist der Film aber auch recht rassistisch ausgefallen und trug dazu bei, dass der Ku-Klux-Klan neu gegründet worden war. Insofern ist es ein deutlicher Gegenentwurf, wenn der Regisseur Nate Parker seinen neuen Film ebenso wie den großen Klassiker „The Birth of a Nation“ benennt. Damit macht er nicht nur auf den Rassismus des alten Films aufmerksam (der ursprünglich sogar „The Clansman“ hieß, also den Ku-Klux-Klan bereits im Titel trug), sondern zeigt auch auf, dass die Schwarzen wesentlich zu dem Aufstieg der USA beigetragen haben.

Während Griffith die Geburt der Nation weiter fasste, so ist hier die Geburt der eigentlichen USA wohl erst mit dem Bürgerkrieg und der Abschaffung der Sklaverei zu sehen. Insgesamt setzt Parker seine Akzente auf eine alternative Geschichtsschreibung. Denn Geschichte wird von den Siegern geschrieben. Oder wie es im Falle der USA heißen muss: von den Weißen. Nate Parker war es so wichtig auf die Sklaverei hinzuweisen, dass er nicht nur Regie führte, sondern er produzierte den Film gleich mit, schrieb das Drehbuch und spielte auch die Hauptrolle. Dabei bezieht er sich auf eine wahre Geschichte. Nämlich auf den Sklavenaufstand im Jahre 1831. Damals gab es einen Sklaven, Nat Turner, der lesen und schreiben konnte und auch als Prediger eingesetzt worden war. Als Prediger sollte er andere Sklaven niederhalten und die Bibelstellen lehren welche Gehorsam fordern. Doch während er in dieser Eigenschaft andere Plantagen besuchte und das Elend und die grausame Behandlung der Sklaven beobachtete keimte in dem tief religiösen Mann die Zelle des Widerstands. Vor allem als er erkannte, dass die Bibel nicht nur die Sklavenhaltung rechtfertigt, sondern diese auch verurteilt. Letztendlich führte das zu einem blutigen Aufstand. Die Ziele des Mannes sind aus historischer Perspektive unklar. Einen langfristigen Plan gab es wohl nicht. Aber es ging um das wichtigste überhaupt: die Freiheit. Allerdings wurde der Aufstand brutal geführt. Nicht nur die Reaktion der Weißen auf die Revolte war grausam, sondern auch die aufständischen Sklaven gingen nicht zimperlich vor. Ein Aspekt der hier weitgehend ausgeblendet wird. Aber das nimmt dem Film nicht die Wucht. In den letzten Jahren gab es zunehmend Filme die sich der Sklaverei annahmen und dieses unrühmliche Kapitel der USA schonungslos aufzeigen. Vor allen sind hier „Django Unchained“ und „12 Years a Slave” zu nennen. Aber wohl kaum gab es so schonungslose Einblicke in die Sklaverei wie hier.

Das ist manchmal zu bedrückend und beeindruckend, dass man gar nicht mehr hinsehen will. Einzelne Szenen gehen dem Zuschauer an die Nieren und das Elend und die Gewalt werden schonungslos gezeigt. Insofern ist es ein wichtiger und guter Film, der sich historisch eng an die Vorlage hält. Doch manchmal ist es auch besser, wenn viele Funktionen nicht in ein und derselben Hand liegen. The Birth Of A Nation - Aufstand zur Freiheit SzenenbildSo ist bei Nate Parker die religiöse Symbolik oft zu dick aufgetragen. Der Anführer des Sklavenaufstands wird religiös überhöht und schon fast zu einer Christusfigur. Vor allem der Musikeinsatz, der sakral bombastisch daherkommt, gerät dann oft zu kitschig. Etwas dezentere Anspielungen wären da genügend gewesen. Vor allem da hier das Opfer des Mannes freiwillig geschieht und er mehr oder weniger für die kommende Generation sein Leben opfert. Während das historisch gesehen so nicht der Fall war. Zudem werden die ausufernden Gewalttaten der Sklaven, obwohl nachvollziehbar aufgrund der langen Knechtschaft und des aufgestauten Hasses, ausgeblendet und es wird im Film verschwiegen, dass auch Kinder ermordet worden waren. Aber einer filmischen Heiligsprechung spricht das entgegen. Also wird das einfach verschwiegen. Wenn man von diesen Aspekten absieht, liegt hier ein beeindruckender Film vor, der einen noch nachhaltig beschäftigen wird und der Bilder findet, die man nicht so schnell vergisst. Und welcher Film kann das heutzutage noch von sich behaupten?

Sowohl das Bild als auch der Ton sind sehr gut und lassen kaum Wünsche offen. Oft wird hier bemängelt, dass Filme die sich eines historischen Themas annehmen in den Extras nicht auf die realen Hintergründe eingehen. Hier ist das zum Glück mal etwas anders und es wird eine Dokumentation des History Channel mitgeliefert welche auf den Spuren von Nat Turners Aufstand wandelt und auch die langfristigen Auswirkungen untersucht. Zudem gibt es eine Bildergalerie und einen interessanten Audiokommentar.


Fazit:
Ein sehr beeindruckender und bedrückender Film der einen noch lange beschäftigt und die alltäglichen Umstände der Sklaverei schonungslos aufzeigt. Nur ist die religiöse Symbolik teils zu stark übertrieben und widerspricht damit auch den historischen Tatsachen.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © 20th Century Fox