The Wailing - Die Besessenen - DVD

DVD Start: 23.02.2018
FSK: ab 16 - Laufzeit: 152 min

The Wailing - Die Besessenen DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

14,99 € jetzt kaufen
13,47 € jetzt kaufen
alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD und Blu-ray zum Film

Inhalt

Eine Reihe von bestialischen Übergriffen und grausamen Morden erschüttert ein kleines Dorf in Südkorea. Scheinbar ohne jeglichen Grund greifen sich Nachbarn in brutalster Weise an. Der Dorfpolizist Jong-gu bemüht sich um Aufklärung, doch es gibt keine erkennbare Erklärung für die Welle an Gewalt. Umso schneller kochen die Gerüchte und Schuldzuweisungen hoch. Es heißt, ein japanischer Einsiedler, der seit kurzem in einer Hütte im Wald haust, stecke hinter der Mordserie. Die Lage droht zu eskalieren, als eine dämonische Macht von der Tochter des Polizisten Besitz ergreift. Um sie zu retten, setzt Jong-gu auf die Hilfe eines Schamanen und entfesselt dabei die wahre Macht des Bösen…

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Pierrot Le Fou
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Koreanisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer
- Making-of
- Wendecover

DVD und Blu-ray | The Wailing - Die Besessenen

DVD
The Wailing - Die Besessenen The Wailing - Die Besessenen
DVD Start:
23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 152 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Wailing - Die Besessenen The Wailing - Die Besessenen
Blu-ray Start:
23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 156 min.
The Wailing - Die Besessenen (uncut) (Limited Edition Mediabook) The Wailing - Die Besessenen (uncut) (Limited Edition Mediabook)
Blu-ray Start:
23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 156 min.

DVD Kritik - The Wailing - Die Besessenen

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 9/10


Dämonische Vorurteile
Das koreanische Kino hat schon seit einigen Jahren einen hervorragenden Ruf. Dabei beschränkt man sich nicht auf ein Genre, wie etwa die Japaner lange Zeit nur Martial Arts Filme in den Westen brachten, sondern sowohl die Actionfilme, die Horrorfilme, die Dramen und die Kriegsfilme konnten bislang so gut wie alle überzeugen. Da hat sich auch der Regisseur Na Hong-Jin vor allem mit seinen Filmen „The Yellow Sea“ und „The Chaser“ einen Namen gemacht der sowohl bei dem Publikum als auch bei den Kritikern einen guten Klang hat. Doch mit „The Wailing“ geht er nun einen anderen Weg und überrascht damit. Zunächst einmal ist es diesmal kein Krimi, sondern ein Horrorfilm und wie Na Hong-Jin in dem Interview sagt, wollte er diesmal die Spannung nicht durch die Action aufbauen, sondern sie schleichend und psychologisch akzentuieren und damit auch aufzeigen wie er zur Zeit die koreanische Gesellschaft sieht. Letzteres kann man als Westler nur schwer beurteilen, aber es scheint um die Gesellschaft nicht gut zu stehen, wenn man den Film als Maßstab nimmt. Schon „The Yellow Sea“ zeichnete ein düsteres Bild.

Szene aus The Wailing - Die Besessenen
Szene aus The Wailing - Die Besessenen © Pierrot Le Fou
Aber war es da die wirtschaftliche Situation welche einen Mann zum Morden zwang, frisst sich hier in „The Wailing“ die Gesellschaft selber auf. Sie ist von innen her verdorben und alle Taten werden zunächst durch eine verfaulte Seele ausgelöst. Auch ist wieder Rassismus ein Thema. Schon in „The Yellow Sea“ schwang das deutlich mit und hier gerät ein Japaner in Verdacht der erst vor kurzem in das südkoreanische Dorf gekommen ist, in dem die Handlung spielt. Aber das ist nur einer der vielen Aspekte von „The Wailing“, denn in dem Film gibt es genug Raum für viele Themen und auch andere Genres. So läuft er an die zweieinhalb Stunden, was für einen Genrefilm schon äußerst ungewöhnlich ist. Und man braucht einen recht langen Atem. Am Anfang gibt es sogar einige witzige Momente und man sieht einen etwas tölpelhaften Polizisten und aufgrund seiner Unfähigkeit oder eher Lethargie scheint sich eine Mischung aus Drama, Komödie und Krimi zu ergeben. Doch die Geschehnisse werden immer unheimlicher und es kommt in dem koreanischen Dorf zu unheimlichen Todesfällen, weswegen es immer mehr ein Mysterythriller wird. Auch die Familie des Helden wird zunehmend betroffen und da gibt es noch, kein Wunder bei dem Titel, starke Anleihen an dem Subgenre der Exorzismus-Filme. Nur eben mit asiatischen Vorzeichen. Aber es ist eben auch wieder eine Studie über Rassismus und es gibt Krimielemente da man herausfinden will, wer denn nun den Fluch über das Dorf gebracht hat. Also wer nun eigentlich der böse Geist ist, der alle um sich herum beeinflusst und zum Mord und Selbstmord treibt (was ja eben wieder eine soziologische Untersuchung ist). Es gehört zu den Stärken des Filmes das er unberechenbar ist und immer wieder für Momente den Tonfall ändert, manches an Andeutungen fallen lässt und auch am Ende muss man sich selber die Antworten geben. Neben ganz klassischen Horrorelementen, die überraschend und brutal hineinbrechen, ist die Erzählweise eher ruhig und man fühlt sich nahezu eingelullt bis wieder etwas Schreckliches passiert. Hier liegt wahrlich ein ungewöhnlicher Horrorfilm vor, der sich manchen Genrekonventionen verweigert und auch starke dramatische Aspekte besitzt. Das koreanische Kino stellt mal wieder eindrucksvoll seine Wirkungsmacht unter Beweis.

Szene aus The Wailing - Die Besessenen
Szene aus The Wailing - Die Besessenen © Pierrot Le Fou
Das Bild und der Ton sind ohne Mängel und können überzeugen. In den Extras muss man etwas zwischen den Zeilen hören, denn hier überwiegen leider die Werbemittel. So fragt man sich warum man ein halbes Jahr für die Dreharbeiten benötigt hatte. Es wird zwar erwähnt, dass der Weg zu den Drehorten oft beschwerlich war und der Verzicht auf künstliches Licht dafür sorgte, dass man eine sogenannte magische Stunde abwarten musste und deswegen nur zwei Stunden am Tag drehen konnte. Was natürlich auch die Kosten in die Höhe trieb. Warum man aber ein Jahr für die Postproduktion gebraucht hatte ohne das es hier viele Computereffekte benötigt hätte, ist unklar. So sind die Extras mit dem Making Of und der B-Roll, die sich beide inhaltlich oft wiederholen, sowie das Interview mit dem Regisseur etwas enttäuschend.


Fazit:
Ein ungewöhnlicher Horrorfilm der ein düsteres Bild der koreanischen Gesellschaft zeichnet und noch viele andere Genres miteinander verbindet. Manchmal lullt er einen trügerisch ein, um dann das Schreckliche wieder aufbrechen zu lassen. Ein stark aufgebauter Film mit vielen Themen und Interpretationsmöglichkeiten.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / Pierrot Le Fou