The Smell of Us - DVD

DVD Start: 23.02.2018
FSK: ab 16 - Laufzeit: 88 min

The Smell of Us DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Für Math (Lukas Ionesco) und seine Freunde zählt nur weniges im Leben wirklich: Skateboards, Drogen, Sex und Klamotten. Aus zerrütteten Familienverhältnissen stammend, müssen sie auf sich selbst gestellt zusehen, wie sie zurechtkommen. Ohne Rücksicht auf Gesundheit und Selbstachtung tun sie alles, um sich ihren teuren Lebensstil finanzieren zu können. Als sie im Internet auf Werbeanzeigen für Escortservices stoßen, haben sie nur das schnelle Geld vor Augen – und verkaufen schließlich ihre Körper. Es sind vorwiegend alte Männer, die ihre Dienste in Anspruch nehmen, um ihre speziellen Fantasien auszuleben. Anfangs noch stolz auf die hohen Einnahmen, geraten die Jugendlichen rasch immer tiefer in den Sumpf aus bezahltem Sex, Demütigung und Selbstzerstörung, bis sie ihre eigenen Körper nicht mehr riechen können ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / capelight Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Kinotrailer

DVD und Blu-ray | The Smell of Us

DVD
The Smell of Us The Smell of Us
DVD Start:
23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
The Smell of Us The Smell of Us
Blu-ray Start:
23.02.2018
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

DVD Kritik - The Smell of Us

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 6/10
Ton: | 8/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 5/10


Kalkulierter Skandal
Larry Clark hat sich vor allem mit dem Film “Kids” einen Namen gemacht, der durchaus einen Skandal ausgelöst hatte. Wenn jetzt der neue Film von ihm, „The Smell of Us“, auf dem Cover als „Kids auf Französisch“ angepriesen wird, so lässt das eher eine Wiederholung des bekannten Themas befürchten. Was in der Tat der Fall ist. Es geht wieder um eine hoffnungslose Jugend denen Empathie völlig fremd ist. Sie sind an kaum etwas interessiert, völlige Egoisten, einzig auf das Vergnügen und den eigenen Körper fixiert. Sie skaten, machen Partys, nehmen Drogen und um sich das alles zu finanzieren prostituieren sie sich. Bis sie sich selber deswegen anekeln. Aber merkwürdigerweise keine Konsequenz daraus gezogen wird. Alle Charaktere sehnen sich nach Nähe die aufgrund des überall anzutreffenden Egoismus und der damit zusammenhängenden Selbstbezogenheit nicht möglich ist. Selbst Sex ist austauschbar und die Jugendlichen scheuen sich auch nicht vor allen anderen aus ihrer Clique Geschlechtsverkehr zu haben, was sogar mit einem Handy mitgefilmt wird. Da ist es schon ein unfreiwilliger Witz wenn am Ende ein Jugendlicher sagt, dass er gerne mal Privatsphäre hätte. Generell ist die zur Schau gestellte Kaltschnäuzigkeit der Jugendlichen so abschreckend, dass man sich als Zuschauer nicht mit ihnen identifizieren kann. Und es auch gar nicht will. Im Grunde war es so auch schon bei „Kids“ und insofern erzählt der Film dasselbe einfach noch mal. Als ob sich nichts geändert hätte. Nur das diesmal mit französischen Darstellern gearbeitet wird und der Schauplatz nicht mehr die USA sind, sondern Paris. Wobei? Erzählen?

Szene aus The Smell of Us
Szene aus The Smell of Us © capelight Pictures
Eine Story gibt es nicht, es sind Momentaufnahmen, kurze Schlaglichter welche einen Charakter und dessen Beziehungen beleuchten, aber eine Dramaturgie ist fehl am Platze. Stattdessen gibt es einige Sexszenen die viel zu sehr auf einen Skandal schielen. Schließlich sind homosexuelle Szenen, teilweise sogar explizit, und nackte Senioren nicht jedermanns Fall. Viele mögen das widerlich finden, andere finden das gerade deswegen sehenswert, aber viele dürften sich abgeschreckt und abgestoßen fühlen. Bislang klingt alles in dieser Rezension zu dem Film nach „Finger weg“. Aber der Streifen hat auch seine Momente. So sind etwa der Einsatz von der Musik und der Soundtrack an sich ziemlich gut gelungen. Vor allem ist es sehr geschickt, dass alle vorkommende Musik in den Film selber eingeflochten ist und nur dann vorkommt, wenn sie auch On-Screen zu sehen ist. Nur wenn jemand Gitarre spielt und dabei singt, oder eine CD abspielt, hört man Musik. Ansonsten nicht. Da ist die präsentierte Musik wunderbar eingeflochten und kann immer auch einen gelungenen Kommentar zu der jeweiligen Szene abgeben. Auch ist der Film gut fotografiert und schon die erste Szene ist in ihrer Eiseskälte und Menschenverachtung abschreckend, gibt aber auch schon ziemlich gut die Richtung des gesamten Filmes und die Einstellung der Protagonisten vor. Neben der Fotografe und der Musik ist auch noch die Hauptdarstellerin, eigentlich die einzige weibliche Person die man als eine solche bezeichnen kann, als Pluspunkt zu erwähnen. Sie ist nämlich ziemlich beeindruckend. Diane Rouxel, die hier ihr Debüt gibt, ist nicht nur sehr schön, sondern kann auch mit ihrem Blicken alles aussagen und wirkt als einzige sympathisch weil sie offenbar die einzige ist, die langsam sich und ihre Clique durchschaut und sich davon abgestoßen fühlt. Was aber leider keine Konsequenzen hat. Was eigentlich den ganzen Film gut zusammenfasst.

Szene aus The Smell of Us
Szene aus The Smell of Us © capelight Pictures
Der Ton ist sehr gut, das Bild hingegen ist etwas blass. Was aber gewollt ist, da Larry Clark somit suggeriert, das der Film mit einer Handkamera oder einem Smartphone aufgenommen worden zu sein scheint, damit man nah an den Figuren ist. Neben dem Trailer und einer Trailershow gibt es aber leider keinerlei Extras. Mindestens ein Interview mit dem Regisseur wäre eine schöne Sache gewesen.


Fazit:
Viele mögen den Film für abstoßend und widerlich halten, was für andere ein Indikator für einen Kultfilm sein mag. Aber eine fehlende Dramaturgie, negative Charaktere und widerliche Sexszenen kollidieren hier mit einem kongenialen Musikeinsatz, einer herausragenden Hauptdarstellerin und guter Fotografie.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / capelight Pictures