The Rider - DVD

DVD Start: 16.11.2018
FSK: ab 12 - Laufzeit: 99 min

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Inhalt

Nach einem beinahe tödlichen Rodeo-Unfall muss sich der junge Cowboy Brady Blackburn mit der Tatsache abfinden, dass er nie wieder reiten kann, und stürzt in eine existentielle Identitätskrise: Immerhin definiert ihn nicht nur seine Umwelt, sondern vor allem auch er selbst als Sioux-Nachkomme sich vornehmlich über seine Arbeit mit Pferden. Schwer wiegen der abschätzige Blick seines Vaters, der Abschied von seinen enttäuschten Fans und das Fehlen des einzigartigen Gefühls der Freiheit, das ihn auf dem Rücken eines Pferdes durchströmt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Weltkino
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | The Rider

DVD
The Rider The Rider
DVD Start:
16.11.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 99 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - The Rider

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 7/10


Brady Blackburn (Brady Jandreau) ist Rodeoreiter und Pferdetrainer. Der junge Lakota Sioux Cowboy ist so etwas wie ein lokaler Star in der Rodeoszene von South Dakota, bis ihm ein Unfall bei einem Auftritt seine Bestimmung zu rauben droht: Eine schwere Kopfverletzung sorgt dafür, dass Bradys rechte Hand regelrecht verkrampft und nur mit den Fingern der linken Hand geöffnet werden können. Seine Ärztin wird ihm später klarmachen, dass er nicht mehr reiten und erst recht nicht Rodeo-reiten darf. Doch der junge Mann hat seine gesamte Existenz auf seine Leidenschaft ausgerichtet, zudem hat er keinerlei Bildung und Joberfahrung.

Das naturalistische Neo-Westerndrama „The Rider“, der zweite Film der als Teenager aus Peking über London emigrierten Amerikanerin Chloe Zhao, erweist sich als eine der großen Perlen des Kinojahres. Schon letztes Jahr u.a. in Cannes und anderen Festivals mehrfach ausgezeichnet und dieses Jahr bei den Independent Spirits Award in einigen Kategorien nominiert, macht dieser still-introspektive Film immer noch die Runde. Das ist ein kleines Wunder, denn der mit nur ganz kleiner Crew und Laiendarstellern gedrehte Film ist sicher einen erstaunlich weiten Weg gegangen.

The Rider: Brady Jandreau
The Rider: Brady Jandreau © Joshua James Richards
Zhao gelingt es, aus dem ältesten amerikanischen Genre eine Wahrhaftigkeit zu entlocken, die man in dieser Form nur selten gesehen hat. Das liegt zweifelsohne nicht nur an ihrer einfühlsamen, intimen, aber dennoch bildgewaltigen Regie, sondern auch an der Tatsache, dass ihre Darsteller sich quasi selbst spielen. Brady Jandreau ist echter Rodeoreiter, dessen Karriere durch einen beim Rodeo zugefügten Schädelbruch abrupt beendet wurde. Der Film schildert bis auf kleine Ausnahmen die echten Hintergründe von Jandreau, integriert auch seinen Vater Tim und seine unter dem Asperger-Syndrom leidende 14-jährige Schwester Lily.

„The Rider“ folgt seinen Figuren in poetischen Bildern, schildert präzise und greifbar ein Milieu des gegenwärtigen Amerika, das man in dieser Aufrichtigkeit und Authentizität nicht oft in Filmen zu sehen bekommt. Dieses Hinterland von South Dakota mit seinen endlosen Weiten und traurigen und von Armut geprägten Existenzen zeigt Facetten eines Landes, die nur selten beleuchtet werden. Das gelingt Zhao ganz ohne Sentimentalität oder garfalsche Betroffenheit. Brady trifft sich regelmäßig mit seinen Freunden, die auch allesamt Rodeoreiter sind und ebenfalls ihr Leben ganz auf diese Bestimmung ausgerichtet haben – etwas anderes wäre überhaupt nicht vorstellbar. Trotz der Warnungen seiner Ärztin ist Brady regelrecht davon getrieben, immer wieder auf den Sattel zu steigen und seinem Leben ein Sinn zu geben. Ist es Todessehnsucht oder schlichtweg ein zwanghafter Trieb seinen Träumen nachzugehen, den man nicht unterdrücken kann? Zhao hält diese Frage dankbarerweise offen.

The Rider: Tim und Lilly Jandreau
The Rider: Tim und Lilly Jandreau © Weltkino Filmverleih
Brady ist ein stiller und introvertierter Mann. Er ist loyal und absolut aufrichtig zu allen Menschen, die ihm nahestehen. Seine Trauer trägt er mit sich aus, sein Kampf bleibt ein innerlicher, der auch nirgendwo sonst etwas verloren hätte. Zhao gelingt es, dass man sich diesem Mann ganz nahe fühlt, seine Seelenwelt durch Bildkraft versteht, ohne sie in Worte fassen zu müssen.

Mit die bewegendsten Szenen des Films bilden Bradys Besuche bei seinem besten Freund Lane Scott, der nach einem Rodeo-Unfall gelähmt ist und nicht mehr sprechen kann. Auch Scott, der sich kaum ausdrücken kann, spielt sich hier selbst, im wahren Leben war es jedoch ein Verkehrsunfall, der ihm sein Leid verschafft hat. Scott, der mit Handgesten buchstabiert, wird in Videos, die er mit Brady gemeinsam auf einem iPad anschaut, in der Zeit vor seinem Unfall beim Bullenreiten gezeigt: Hier präsentiert sich ein lebensfroher und wilder junger Mann, den man nun kaum wiedererkennt. Dennoch spürt man ihm auch in seinem jetzigen Zustand an, dass auch er immer noch für seine Leidenschaft brennt.

The Rider: Brady Jandreau
The Rider: Brady Jandreau © Weltkino Filmverleih
Großartig und wirklich außergewöhnlich sind die Momente, die Brady beim Arbeiten mit Pferden zeigt. So zähmt er im Verlauf des Films zwei scheinbar hoffnungslose Fälle mit beispiellosem Einfühlungsvermögen, das sowohl fasziniert wie auch bewegt. Brady spricht scheinbar mit den Pferden, sorgt dafür, dass sie ihn verstehen. Gerade in diesen Momenten geht von dem Film eine bemerkenswerte stille Kraft aus, die unter die Haut geht. Nichts an Zhaos ruhigem Stil wirkt dabei auch nur ansatzweise prätentiös, „The Rider“ wirkt stattdessen wie das Werk eines selbstbewussten Meisters.

Natürlich steckt in diesem Film auch eine große Aussagekraft. Er hinterfragt, was Menschen antreibt, was sie zu dem macht, was sie sind. Genauso schildert er, was passiert, wenn man Menschen diese Berufung raubt. Hier erschafft der Film eine allgemeingültige Zugänglichkeit, die weit über die scheinbare Nische Rodeoreiten hinausgeht. So fällt es nicht schwer, sich selbst in Brady hineinzuversetzen, wenn man selbst tief für etwas brennt, eine alles umfassende Leidenschaft für eine Sache verspürt, ohne die man nur ein unvollständiger Mensch wäre. In dieser Hinsicht ist „The Rider“ natürlich ein zutiefst existenzialistisches Werk voller aufrichtiger Größe und stiller Wucht, das lange nachhallt.

The Rider: Brady Jandreau
The Rider: Brady Jandreau © Weltkino Filmverleih
Bild
Insgesamt weiß das Bild der DVD von „The Rider“ mit starken Werten daher. Die starken Farbeindrücke des Films sind natürlich und ausdrucksvoll gehalten. Kontraste und Schwarzwerte bewegen sich auf sehr gutem Niveau, auch nächtliche bzw. dunkle Bilder kommen hier ohne Qualitätsverlust daher. Ebenfalls überzeugend sind die Schärfe- und Detailwerte, die gerade in hellen Nahaufnahmen begeistern.

Ton
„The Rider“ ist ein sehr stiller und ruhiger Film, der entsprechend zurückhaltend auf DVD daherkommt. Stimmen und Dialoge kommen gut verständlich und priorisiert über den Frontlautsprecher, während die Surround-Boxen nur sehr selten angesteuert werden. Dynamik kommt nie auf, der Subwoofer wird ebenfalls nur spärlich eingesetzt.

Extras
Leider kommt das Bonusmaterial lediglich mit dem deutschen Trailer und diversen Weltkino-Trailern daher.
Trailer (01:28 Min.)
Trailershow


Fazit:
Das stille und bildgewaltige Neo-Westerndrama „The Rider“ gehört zu einer der großen Perlen des Kinojahres. Tief empfunden, poetisch, ohne falsche Sentimentalität und voller allgemeingültiger Aussagekraft erschafft die Filmemacherin Chloé Zhao mit ihren Laiendarstellern ein ergreifendes Portrait eines Mannes, dem seine Bestimmung und Lebensinhalt zu entgleiten droht.

by Florian Hoffmann
Bilder © Universum Film / Weltkino