Sully - DVD

DVD Start: 11.05.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 92 min

Sully DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Am 15. Januar 2009 erlebte die Welt das „Wunder auf dem Hudson“, als Captain „Sully“ Sullenberger sein defektes Flugzeug im Gleitflug auf dem eisigen Wasser des Hudson River notlandete und das Leben aller 155 Menschen an Bord rettete. Doch während Sully noch von der Öffentlichkeit und in den Medien für seine beispiellose flugtechnische Meisterleistung gefeiert wurde, begann man bereits mit der Untersuchung des Falls, der fast seinen Ruf und seine Laufbahn ruiniert hätte.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Warner Home Video
Tonformate:
Dolby Digital Surround 5.1 (Deutsch, Englisch, Französisch, Ungarisch)
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch, Ungarisch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Portrait

DVD und Blu-ray | Sully

DVD
Sully Sully
DVD Start:
11.05.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 92 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Sully Sully
Blu-ray Start:
11.05.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 96 min.
Sully (4K Ultra HD) Sully (4K Ultra HD)
Blu-ray Start:
11.05.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 96 min.

DVD Kritik - Sully

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 6/10


Heldenbildung
Manche mögen den neuen Film, „Sully“, von Clint Eastwood als sehr ungewöhnlich für den begnadeten Regisseur und Darsteller ansehen. Will er doch nicht so ganz in das bisherige Oeuvre des Regiemeisters passen. Aber Eastwood konnte schon immer überraschen und war immer bereit gängige Wege zu verlassen und sich auch selber zu demontieren. Aber gerade letzteres ist das genaue Gegenteil von dem was man hier präsentiert bekommt. Sully SzenenbildDenn es geht nicht um eine Demontage, sei es nun eines Genres wie in „Erbarmungslos“, einer Ideologie wie in „Letters from Iwo Jima“ und „Flags of our Fathers“ oder der Person und Legende des Regisseurs selber wie in „Gran Torino“. Vielmehr wird hier ein Held aufgebaut und insofern ist es ein Rückschritt für Eastwood, da er sehr unkritisch dem einzelnen huldigt. Aber gerade das kommt oft bei ihm vor. Nicht nur bei ihm als Regisseur, sondern auch als Darsteller. Oft geht es bei Eastwood um einen Einzelnen der sich gegen das System stellt, um das Richtige zu tun. Wobei hier die moralischen Grenzen klar sind, im Gegensatz etwa zu „Dirty Harry“.

Der Pilot Sullenberger nutzt seine Erfahrung und sein Können, um von dem Regelwerk, eine passende Symbolik für das starre Bürokratentum welches realitätsfremd und schon fast kafkaesk sich selber ernährt, zu entfernen um Menschenleben zu retten. Von der Bevölkerung wird er als Held gefeiert, doch seine Aktion und Reaktion auf das Unglück steht nicht in den Normen und Regeln und schon bald beginnt eine Demontage des Helden. Das ist sehr dramatisch. Nicht nur hat Sullenberger, oder kurz: Sully, seine Nerven bewahrt, sondern ein solches Ereignis der Notlandung auf dem Wasser und der gerade entronnenen Todesgefahr löst natürlich auch ein Trauma aus. Sully ist mit der nachfolgenden Situation völlig überfordert und verunsichert. Er muss sein Trauma allein bewältigen, da er aufgrund der Untersuchungen New York nicht verlassen darf und so keine Unterstützung durch seine Familie erfahren kann, sondern wird auch von Selbstzweifeln geplagt die auch durch die scharfen Fragen der Untersuchungskommission geschürt werden. Sully sieht sich aber nicht als Helden und will auch keiner sein. Denn ein solch rechtschaffener Mann wie er, „tut einfach nur seinen Job“. Dabei wird der Individualismus, die Persönlichkeit, Erfahrung und das Können durch das System gehemmt. Die Bürokratie und die Regeln kennen die Realität nicht und es offenbart sich später, dass die Untersuchungskommission nicht nur keine Ahnung vom Fliegen hat, sondern auch das erste Mal eine solche Untersuchung durchführt. Man hat sich also von den Menschen und deren Leben entfernt. Insofern ist der Film typisch amerikanisch und durchaus in seinem Kern konservativ. Sully SzenenbildWas ihn wieder typisch für Clint Eastwood macht und sein Interesse an dem Stoff erklärt. Aber Eastwood wäre nicht Eastwood wenn er nicht auf einen Patriotismus verzichten würde und immer Zweifel und Kritik aufkommen ließe. Im Gegensatz zu dem Extra welches die Person des wahren Piloten noch erhöht, zeigt Eastwood Sully als normalen Mann der droht an der Situation zu zerbrechen. Das ist von Tom Hanks sehr eindringlich gespielt und zeigt die Facetten eines Mannes der gegen seinen Willen zum Helden hochgejubelt wird. Und dann um seine Ehre kämpfen muss. Es ist ein guter Film von Clint Eastwood, der sich hier mit der Regie wieder einmal sehr zurückhält. Aber keiner seiner besten.

Der Ton und das Bild können überzeugen, aber manchmal sind die Szenen mit Flugzeugen sehr deutlich als computeranimiert zu erkennen. Als Extra gibt es ein lobhudelndes Portrait des wahren Piloten was das entworfene Heldenbild noch verstärkt.


Fazit:
Ein Heldenportrait mit Rissen mit Marmor. Eastwood kritisiert wieder einmal die Bürokratie und das System welche die Individualität hemmt, was eindringlich gespielt ist, aber nicht zu Eastwoods besten Arbeiten gehört.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Warner Home Video