Stronger - DVD

DVD Start: 06.09.2018
FSK: ab 12 - Laufzeit: 114 min

Stronger DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Jeff Bauman (Jake Gyllenhaal) steht an der Ziellinie des Boston-Marathon von 2013, um seine Ex-Freundin Erin (Tatiana Maslany) anzufeuern – und hoffentlich zurückzugewinnen – nichtahnend, dass sich sein Leben im nächsten Moment für immer verändern wird. In der Nähe des 27-Jährigen explodiert ein Sprengsatz, der ihm beide Beine wegreißt. Bauman wird mit vielen anderen Schwerverletzten sofort ins Krankenhaus gebracht. Nachdem er das Bewusstsein wiedererlangt, kann er einen der Attentäter identifizieren und den Ermittlern entscheidende Hinweise liefern, um die Terroristen zu fassen. Jeffs eigener Kampf hingegen steht ganz am Anfang. Für ihn beginnen langwierige Reha-Maßnahmen, die er nur durch die unermüdliche Unterstützung von Erin und seiner eigenwilligen Familie durchsteht. Seine Art, mit dem niederschmetternden Schicksal umzugehen, lässt ihn zu einem Helden wider Willen werden und den Weg zurück ins Leben finden.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Featurette "Glaube, Hoffnung, Liebe", Trailer

DVD und Blu-ray | Stronger

DVD
Stronger Stronger
DVD Start:
06.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 114 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Stronger Stronger
Blu-ray Start:
06.09.2018
FSK: 12 - Laufzeit: 119 min.

DVD Kritik - Stronger

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 9/10


In „Stronger“ wird die Geschichte des 28-jährigen Jeff Baumans erzählt, der durch den Bombenangriff beim Boston-Marathon im Jahr 2013 beide Beine verliert. Jeff ist ein junger, durchschnittlicher Amerikaner, der gerne mit seinen Freunden in der Kneipe ein paar Bier trinkt und ein normales Leben führt. Um seine Ex-Freundin Erin Hurley zurück zu gewinnen, beschließt er sie bei dem Marathon anzufeuern und platziert sich mit einem selbstgemalten Schild an der Ziellinie. Noch bevor die Bombe explodiert, fällt ihm ein dunkel gekleideter Mann auf, der sich durch die Reihen drängelt. Später im Krankenhaus kann Jeff durch seine genaue Beschreibung des Täters dem FBI helfen diesen zu fassen und wird so zum Nationalhelden sowie zum Symbol gegen den Terrorismus, dem „Boston Strong“.

Tatiana Maslany in Stronger
Tatiana Maslany in Stronger © Studiocanal Home Entertainment
Die Handlung basiert auf dem autobiographischen Buch „Stronger“, in welchem der echte Jeff Bauman seine Erlebnisse und sein Leben nach dem Anschlag schildert. Und genau dieser Umstand ist es, der sowohl dem Regisseur David Gordon Green als auch Jake Gyllenhaal, der Jeff spielt, ordentlich viel Druck bereitete. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen und wurde auch von den Betroffenen gut aufgenommen. Anstatt den Fokus auf Jeffs Leiden zu legen und ein pathetisches Bild abzuzeichnen, überzeugt „Stronger“ durch Zurückhaltung und eine Verbindung von Humor und Banalität. Das traurigste Bild kann in diesem Film auch immer das komischste sein, wie beispielsweise als Erin Jeffs Sockenschublade betrachtet. So sind es vor allem die trivialen Alltagshandlungen, bei denen man merkt, wie sehr Jeff mit seiner Behinderung zu kämpfen hat. Ungeschönt und ohne viel Tam Tam begleitet der Zuschauer eine ganze Familie dabei, wie sie – manchmal komplett überfordert – versucht die Ereignisse zu verarbeiten. Und genau das macht „Stronger“ so authentisch. Die Höhepunkte dieser Vorgehensweise bilden beispielsweise Szene, in denen man Jeff auf der Toilette sieht, wie er verzweifelt versucht an das Toilettenpapier zu kommen oder mit seinen eigenen Exkrementen betrunken in der Badewanne liegt. Green verzichtet gezielt auf eine stilisierte Darstellung oder zu viel dramatische Musik und verlässt sich ganz auf das schauspielerische Talent seines Protagonisten. Auch eine aufwendige und dramatische Inszenierung der Explosion direkt zu Beginnt spart sich der Regisseur. Stattdessen sehen wir aus Erins Sicht, wie die Rauchwolken empor steigen und erfahren erst später durch Rückblenden, was bei Jeff geschah. Besonders beeindruckend gemacht ist dies in der zweiten Hälfte des Filmes, als Jeff versucht ohne Hilfe aus dem Auto in seine Wohnung zu kommen.

Jake Gyllenhaal in Stronger
Jake Gyllenhaal in Stronger © Studiocanal Home Entertainment
Es ist wichtig, dass Green diese Flashbacks einsetzt, um damit auf das Trauma seines Anti-Helden hinzuweisen. Denn auch wenn dieser vor seiner Familie gerne so tun möchte, als ginge es ihm gut, werden ihm die Interviews und Auftritte zu viel. Jeff sieht sich nicht als „Boston Strong“ und schon gar nicht als Held, stattdessen lässt er sich lieber volllaufen und verliert seinen Antrieb in der Reha Fortschritte zu machen. Einzig und alleine Erin vertraut er sich an, die ebenso überzeugend von Tatiana Maslany gespielt wird und sicherlich einen der stärksten Charakter in „Stronger“ verkörpert. Diese Stärke führt jedoch auch immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Jeffs Mutter Patty, die natürlich meint am besten zu wissen, was für ihren Sohn gut sei. Gespielt wird diese von der Britin Miranda Richardson, die hier die Rolle der besorgten und überfürsorglichen Mutter wirklich zum Besten gibt. Generell wirkt die ganze Familie Bauman mit ihren Freunden wie aus dem echten Leben geschnitten. Dies wird schon direkt zu Beginn deutlich, als im Krankenhaus anstatt Ruhe und Trauer das Chaos überwiegt, weil keiner weiß was dort zu tun oder zu sagen ist. Es sind diese kleinen Momente, in denen sich die Gruppe oder wie Patty sie nennt „das Team“ auch mal anschnauzt und dann wieder zusammen lacht, die dem Zuschauer ein sehr realitätsnahes Bild liefern. Dies liegt auch daran, dass die Rollen zum Teil mit Schauspielern aus Boston mit wenig Erfahrung oder tatsächlichen Laien, wie dem echten damaligen behandelnden Chirurgen oder den zwei Prothesen Herstellern, besetzt wurden.

Jake Gyllenhaal, Richard Lane Jr. und Nate Richman in Stronger
Jake Gyllenhaal, Richard Lane Jr. und Nate Richman in Stronger © Studiocanal Home Entertainment
Lediglich am Ende erlaubt sich Green einen Ausflug in das überdramatisierte und schafft ein Hollywood typisches Happy End, in welchem Jeff mit seinem Lebensretter Carlos den ersten Pitch für die Baseball Mannschaft Red Sox wirft und sich dann von mehreren seiner „Bewunderer“ erzählen lässt, wie sehr er ihr Leben beeinflusst hat. Hier vermisst man ein wenig die Zurückhaltung im restlichen Film, was jedoch verkraftbar ist, wenn man berücksichtigt, dass „Stronger“ und Jeff Bauman natürlich auch 5 Jahre nach dem Anschlag immer noch als Hoffnungsträger für Amerika wirken sollen.

Bild: Gute Qualität im Bild.

Ton: Keine Unstimmigkeiten im Ton.

Extras:
Es gibt ein fast halbstündiges Feature samt Interviews mit der ganzen Crew sowie mit dem echten Jeff Bauman, den original deutschen Trailer sowie weitere Trailer anderer Filme.


Fazit:
Ein wirklich toll gemachter Film auf der Grundlage wahrer Ereignisse, der ganz anders mit dem Thema Behinderung und Terror umgeht, als wir es aus dem Kino gewohnt sind. „Stronger“ bewegt ohne emotional zu übersteuern und ohne das physische Leiden seines Protagonisten in den Mittelpunkt zu drängen. Vielmehr wird hier die Mit-Betroffenheit des ganzen Umfeldes sowie der Unterschied zwischen dem was die Presse von einem Menschen zeigt und wie dieser sich wirklich fühlt, deutlich.

by Christina Schmitz
Bilder © Studiocanal Home Entertainment