Strafpark - DVD

DVD Start: 12.07.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 88 min

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Inhalt

Die Vereinigten Staaten Anfang der 70er Jahre: Die Zeit des Vietnamkonfliktes, der Hippies und studentischer Unruhen. Der US-Präsident verhängt den Ausnahmezustand und erlaubt über ein Notstandsgesetz, alle Kriegsgegner und Regimekritiker festzunehmen. In einer Wüstenzone südlich von Kalifornien begleitet eine britische Filmcrew die verurteilten Dissidenten der Strafeinheit 637, die sich statt einer mehrjährigen Haftstrafe für einen dreitägigen Aufenthalt im Bear Mountain Strafpark entschieden haben, wo sie nun in einem tödlichen Katz-und-Maus-Spiel um ihre Freiheit kämpfen. In der sengenden Wüstenhitze müssen sie zu Fuß und ohne Verpflegung gut 90 km unwegsames Gelände hinter sich bringen, um die am Ziel aufgestellte amerikanische Flagge zu erreichen. Dabei werden die verzweifelten Widerständler von schwer bewaffneten Einsatzkräften gejagt. Am Rande des Strafparks steht ein großes Militärzelt, in dem parallel dazu die Angeklagten der nachfolgenden Strafeinheit 638 von einem zivilen Notgericht verurteilt werden …

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Eurovideo
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
Video-Einführung durch Peter Watkins, Kurzfilm „The Diary of an Unknown Soldier“, Kurzfilm „ The Forgotten Faces“, Audiokommentar von Dr. Joseph A. Gomez, Original-Presseheft (1971), Trailer, Booklet mit Essay von Peter Watkins und mit Auszügen des Kapitels „Punishment Park“ aus dem Buch „Peter Watkins“ von Dr. Joseph A. Gomez!

DVD und Blu-ray | Strafpark

DVD
Strafpark Strafpark
DVD Start:
12.07.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 88 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Strafpark Strafpark
Blu-ray Start:
12.07.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 92 min.

DVD Kritik - Strafpark

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 7/10
Ton: | 8/10
Extras: | 8/10
Gesamt: | 9/10


Die Mockumentary ist eine Form des Spielfilms, mit der vorgegaukelt wird, dass das fiktive Geschehen real ist. Erreicht wird dies oft durch eine Inszenierung, die an Dokumentarfilme erinnert. Der Sinn hinter dieser Idee besteht darin, dem Publikum die Möglichkeit der Abstraktion zu nehmen – wenn der Held im Hollywoodfilm wild um sich schießt ist das „cool“, weil es unseren konditionierten Sehgewohnheiten entspricht. Im Kontext eines Dokumentarfilms, der „Realität“ abzubilden scheint, wirkt Gewalt hingegen ganz anders. Eine Mockumentary bietet dem Filmemacher somit einen Weg, sein Publikum zu fordern, Unsicherheit zu erzeugen und damit auch den Zwang zu schaffen, das Gesehene zu reflektieren und hinterfragen, anstatt es popcornknabbernd zu abstrahieren und konsumieren.

Einer der besten Mockumentarys überhaupt erscheint nun erstmals in Deutschland auf DVD und Blu-ray, wofür den Machern der KinoKontrovers-Reihe gar nicht genug zu danken ist.

Strafpark zeigt die fiktiven Aufnahmen eines Kamerateams, die die Geschehnisse in einer Wüste Amerikas in den 70er Jahren dokumentieren: Aufgrund eines Notstandgesetzes können Querdenker, Freigeister und Regierungskritiker problemlos festgenommen werden – elementare Grundrechte sind aufgehoben. Verurteilt wird jeder, der einmal ins Visier der Regierung geraten ist, denn eine faire Verhandlung findet nicht statt – doch immerhin es gibt eine Wahl: Entweder viele Jahre Haftanstalt oder der Strafpark. Wer sich für Letzteres entscheidet, muss mit weiteren „Aufwieglern“ einen Gewaltmarsch durch eine Wüste antreten und darf dabei nicht nur keine Verpflegung mitnehmen, sondern wird –denn das ist der Sinn der ganzen Aktion- zu Übungszwecken von Polizei- oder Militäreinheiten gejagt. Und diese Jagd wird schnell tödlicher Ernst...

Strafpark ist zweigeteilt: Ein Handlungsstrang beschäftigt sich mit einer Gruppe Flüchtender, der zweite zeigt die Scheinprozesse einiger anderer Festgenommener. Auf diesen beiden für sich unterschiedlichen, aber zusammen geschlossenen Säulen gelingt es dem Filmemacher Peter Watkins elementare Fragen zu verhandeln: Wo endet demokratische Staatsgewalt, wo beginnt Diktatur? Ab welchem Punkt dürfen die Rechte des Einzelnen zum Wohle der Masse eingeschränkt werden? Watkins zeichnet mit einfachen dokumentarischen und daher unheimlich wirkungsvollen Bildern das Schreckensbild einer diktatorischen Staatsmacht, der weder mit offenem Aufstand noch mit bedachter Logik beizukommen ist. Strafpark ist ein subversives Meisterwerk, das lange nachwirkt und auch heute noch Entrüstung hervorruft, denn: Die gezeigte Alternativversion Amerikas der 70er Jahre scheint mitunter gar nicht weit von aktuellen Geschehnissen entfernt zu sein.

Die DVD im ansehnlichen Mediabook verfügt über ein ordentliches Bild und guten Ton und begeistert durch zahlreiche Extras, die den Zugang zum komplexen Sujet erleichtern und vertiefen. Liebhaber von kontroversen, subversiven oder politischen Filmen dürfen sich Strafpark nicht entgehen lassen.


by Tom Schünemann
Bilder © Eurovideo