Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen - DVD

DVD Start: 30.01.2015
FSK: ab 16 - Laufzeit: 108 min

Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Am Weihnachtsabend 1899 erreicht Edward Newgate (Jim Sturgess) die abgelegene Irrenanstalt Stonehearst. In der Einrichtung für psychisch kranke Menschen möchte er von Dr. Lamb die modernsten Techniken und Methoden im Umgang mit Geisteskrankheiten erlernen. Anders als üblich werden die Insassen hier nicht betäubt oder gefesselt, sondern können sich frei entfalten und ihren Wahnsinn ausleben. Unter den Patienten der Einrichtung befindet sich auch Eliza Graves, die von Anfang an eine geheimnisvolle Anziehung auf Edward ausübt. Als Edward jedoch verdächtigen Geräuschen in die dunklen Keller des Gebäudes folgt, entdeckt er einen eingesperrten Mann, der behauptet, der eigentliche Leiter der Einrichtung zu sein. Um Dr. Lamb zu stoppen, muss Edward es schaffen, die geheimnisvolle Patientin Eliza Graves zu überzeugen, ihm zu helfen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

DVD und Blu-ray | Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen

DVD
Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen
DVD Start:
30.01.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 108 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen
Blu-ray Start:
30.01.2015
FSK: 16 - Laufzeit: 113 min.

DVD Kritik - Stonehearst Asylum - Diese Mauern wirst Du nie verlassen

DVD Wertung:
Film: | 8/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 8/10


Irre Gesellschaft - Was viele nicht wissen, ist die Tatsache dass Edgar Allen Poe nicht nur Gruselgeschichten geschrieben hat und den Detektivroman erfand, sondern das er auch ein glänzender Satiriker war, dessen Glossen und Kommentare stellenweise sogar noch heute Gültigkeit haben und zu amüsieren wissen. Nur werden die meisten seiner Arbeiten dann in einer Adaption oft auf Horror getrimmt, was ihnen entgegensteht. „Stonehearst Asylum“ ist eine Adaption einer seiner Satiren, in der in einer Irrenanstalt die Patienten die Leitung übernehmen und das Personal einsperren. Vertauschte Rollen also, welche der neue Arzt erst gar nicht mitbekommt. Das ist wundervoll und bietet einen hämischen Blick darauf, dass die Definition was krank und was gesund ist, sich stellenweise ändern kann und der Unterschied zwischen respektablen Mitgliedern der Gesellschaft und Irren gar nicht so groß ist. Eigentlich kein Wunder das sich Mel Gibson für diesen Stoff interessiert hatte und dessen Produktionsfirma diesen Film herstellte. Und die vielen namhaften und exzellenten Darsteller sind ein wahres Vergnügen: Ben Kingsley, Michael Caine, Kate Beckinsale, David Thewlis, Jason Flemyng und andere sind eine Garantie für Schauspielkunst und auch Jim Sturgess als neuer Arzt macht seine Sache sehr gut. Auch sind das Setting und die Atmosphäre sehr gelungen und verweist damit auf den Gothic Horror von Poe, ohne aus dem Film einen Horrorfilm zu machen. Leider gibt die Short Story von Poe nur Stoff für die erste halbe Stunde des Filmes. Danach geht es immer nur darum, wie der Neue im Bunde die eingesperrten Pfleger befreien und die Insassen wieder einsperren kann. Zudem wird das mit einer Liebesgeschichte zwischen Arzt und Patientin angereichert. Das zieht sich manchmal etwas dahin und führt zu manchen thematischen Wiederholungen. In der Hinsicht hätte der Film durchaus etwas kürzer ausfallen dürfen. Aber vor allem die Schilderung der unterschiedlichen Therapiemethoden ist sehr dramatisch und zeigt die damalige Zeitenwende im humanen Umgang mit Kranken auf. Bis zur Wende zum 20. Jahrhundert wurden Patienten selten therapiert und eigentlich nur weggesperrt. Hier aber nun werden Methoden gezeigt, von den befreiten Patienten selber intuitiv genutzt, die auch heute noch genutzt werden. Ein schöner Seitenhieb ist die Tatsache, dass die Elektroschocktherapie hier von einem Patienten erfunden wird und gleichzeitig die Innovation der Methode als auch deren Grausamkeit gezeigt wird. Dabei ist es noch nicht lange her, dass die Methode nicht mehr ausgeübt wird. Dieser Konflikt zwischen medizinischen Ausrichtungen ist schon oft erzählt worden, aber in diesem Ambiente und in dieser historischen Zeit sehr passend und akkurat. Zudem gibt s immer wieder schöne eingestreute Gags die vor allem zu Beginn vorkommen. Aber mit dem Patienten der sich für ein Pferd hält, gibt es einen wunderbaren Running Gag, der bis zum Ende durchgehalten wird. Und es ist auch von Vorteil, dass das Verwirrspiel zwischen Wahn und Verstand bis zum Ende konsequent durchexerziert wird und zeigt wieder einmal, dass die Diagnosen durchaus modisch sind. Hier sei nur der Hinweis gegeben, dass das Prä-Menstruelle Syndrom durchaus bis vor kurzem als psychische Krankheit galt.

Sowohl das Bild als auch der Ton sind gut. Vor allem das Bild ist schön ausgefallen. So kann man auch in dunklen Szenen noch alle Konturen erkennen und die Farben sind warm gehalten und vermitteln so gekonnt die jeweils gewollten Stimmungen. Leider gibt es als Extras nur den Trailer und eine kleine Trailershow.

Etwas zu lang geratene Adaption einer Satire von Edgar Allan Poe, die aber von der Atmosphäre, den Darstellern, einem dezenten Witz und vor allem dem Drama um humane Methoden in der Medizin lebt.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universum Film