Starlet (OmU) - DVD

DVD Start: 14.02.2014
FSK: ab 16 - Laufzeit: 100 min

Starlet (OmU) DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Pornosternchen Jane schlägt ihre Freizeit mit Video-Games, Potrauchen und ihrem kleinen Chihuahua Starlet tot. Auf einem Flohmarkt kauft sie einer alten Frau eine Thermoskanne ab, in der sie zu Hause 10.000 Dollar entdeckt. Was nun? Das Geld zurückgeben? Oder behalten? Verunsichert lauert sie der 85-jährigen auf. Doch die eigenbrötlerische Sadie wehrt jede Kontaktaufnahme ab. Erst als sich Jane unentbehrlich macht und sogar bei Sadies geliebten Bingo-Abenden auftaucht, fasst sie allmählich Vertrauen zu der chronisch gutgelaunten Jane. Und auch wenn Sadie ein verdammt harter Knochen ist, und Jane das Leben der Seniorin mächtig durcheinander wirbelt, kommen sich ihre einsamen Seelen näher. Aber ihre ungewöhnliche Freundschaft wird auf die Probe gestellt, als sorgsam gehütete Geheimnisse offenbart werden ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive / Rapid Eye Movies
Tonformate:
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making Of // Drehen “Der Szene” // STARLET im Schnitt // Interviews mit Dree, Sean und Besedka // Dree und Besedka im Gespräch // Besedkas Probeaufnahme // Die erste Probe // Auf der Suche nach Melissa // Kinotrailer

DVD und Blu-ray | Starlet (OmU)

DVD
Starlet (OmU) Starlet (OmU)
DVD Start:
14.02.2014
FSK: 16 - Laufzeit: 100 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Starlet (OmU)

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 6/10
Ton: | 6/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 8/10


Emotionale Anker - „Starlet“ ist ein recht passender Titel. Nicht nur wird der Hund in diesem Drama so benannt, sondern Starlet ist in Hollywood ja auch die Bezeichnung für Schauspielerinnen, die ihre ersten Gehversuche im Filmgeschäft versuchen und noch keinen festgefügten Status erlangt haben. Meist findet man sie auf Partys oder in Clubs wo sie versuchen Kontakte zu knüpfen, um bessere oder erste Rollen zu erhalten. Dabei haben sie einen recht schlechten Ruf, da vielen von ihnen jedes Mittel Recht ist eine Rolle zu erlangen. Und einige von ihnen enden im Pornobusiness, wobei auch hier Starlets unterwegs sind, die sich noch keinen Namen machen konnten und noch keine Fangemeinschaft haben. Man sieht schon: ein Starlet ist noch auf der Suche nach dem Weg und hat nur ihr Ziel vor Augen. So geht es auch den Charakteren in diesem Film. Allesamt sind sie auf dem Weg, haben zwar ein Ziel, mäandern aber auf dem Weg umher und haben noch keinen Fixpunkt, keinen Anker bekommen. Jane, die Hauptfigur, schlägt ihren Tag tot und wartet auf Aufträge. Durch einen Zufall findet sie Geld und möchte es eigentlich zurückgeben, da die ursprüngliche Besitzerin eine alte Dame ist und das Gewissen sich bei ihr meldet. Dich die brüske Alte weist Jane zurück. Dennoch nähern sich die Frauen einander an und zwischen dem Pornostarlet Jane und der Rentnerin Sadie entwickelt sich eine Freundschaft. „Starlet“ thematisiert auf eine eindrückliche Art und Weise Einsamkeit, Schönheit, Freundschaft, Geld und die Notwendigkeit etwas zu haben, wofür sich alle Mühen lohnen. Dabei ist es äußerst wohltuend, das der Fokus auf den unterschiedlichen Frauen liegt. Gerade die amerikanischen Dramen neigen ja oft dazu, den Inhalt zu überfrachten und den Protagonisten gleich mehrere Schicksalsschläge zukommen zu lassen. Regisseur Sean Baker kann dieses gut umschiffen und verliert mit seinem semi-dokumentarischen Stil nie die Figuren aus den Augen. Ungeschminkt und roh folgt er ihrem Weg. Wobei das ungeschminkt wörtlich zu nehmen ist, da die Darstellerinnen nur in wenigen Szenen überhaupt Make-Up tragen. Überhaupt sind die Darstellerinnen hervorragend und können ausnahmslos überzeugen. Die Ur-Enkelin von Ernest Hemingway, das Model Dree Hemingway, kann ebenso in ihren Charakter eintauchen wie die hervorragende Besedka Johnson. Letztere gab hier mit 80 Jahren ihr Filmdebüt und man mag es nicht glauben, da sie so sicher ist und eine Kraft aufbietet, wie man es bei vielen Schauspielerinnen erst nach Jahrzehnten im Business konstatieren kann. Leider ist die Darstellerin kürzlich verstorben, so dass dieses wohl ihr erster und zugleich letzter Film ist. Der einzige Knackpunkt an dem Film ist die Ausgangslage der Story. Sie klingt etwas zu unwahrscheinlich. Aber hat man die erstmal akzeptiert gibt es ein Drama der leisen Töne. Es ist äußerst beeindruckend wie es gelingt in wenigen Szenen und Einstellungen alle Tragik des Alterns zusammenzufassen. Dabei bekommt die Kamera, auch bei den Szenen im Pornomilieu, niemals einen voyeuristischen Charakter. Und gegen Ende wird klar, das ein Anker nur in anderen Personen bestehen kann, bei denen man sich emotional aufgehoben fühlt und der einen nicht ausnutzen will, sondern für einen da ist. Sehr schön.

Der Ton und das Bild sind recht okay. Bei einer Independentproduktion kann man ja nicht ein technisch sonderlich ausgefeiltes Bild und Ton erwarten, aber es hat auch keine sonderlichen Mängel. Die Extras sind vielfältig und ausnahmslos gelungen. Da gibt es ein Making Of, welches auch die Schwierigkeiten des Drehs beleuchtet. Das Extra „Drehen `Der Szene`“ beschreibt die Recherche und Planung der Pornoszene. Die Interviews sind gelungen und auch sehr ehrlich. Zum Glück wird da auf die üblichen Lobhudeleien verzichtet, sondern auch die Unsicherheiten der jeweiligen Personen thematisiert. Dann gibt es noch eine Probeaufnahme von Besedka Johnson, eine erste gemeinsame Probe, Trailer und wie die Darstellerin der Melissa sich bei Pornodarstellern Informationen und Anregungen holte.

Ein Drama der leisen Töne, welches nicht zuletzt aufgrund der starken Darstellerinnen zu jedem Zeitpunkt überzeugt ohne jemals überfrachtet zu sein. Faszinierend.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive / Rapid Eye Movies