Soul Kitchen - DVD

DVD Start: 25.08.2010
FSK: ab 12 - Laufzeit: 99 min

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Inhalt

Kneipenbesitzer Zinos ist vom Pech verfolgt: erst zieht seine Freundin Nadine für einen neuen Job nach Shanghai, dann erleidet er einen Bandscheibenvorfall. Als er in seiner Not den exzentrischen Spitzenkoch Shayn engagiert, bleiben auf einmal auch noch die ohnehin schon wenigen Stammgäste aus. Und als wäre das nicht schon genug, taucht auch noch sein leicht krimineller Bruder Illias auf und bittet ihn um Hilfe. Während Zinos noch überlegt, wie er den Laden los wird, um Nadine nach China folgen zu können, locken Musik und die ausgefallene Speisekarte immer mehr Szenepublikum an. Das „Soul Kitchen“ rockt und boomt wie nie zuvor. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Alive AG
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Making-Of
- Audiokommentar von Fatih Akin
- "Identity" Kurzfilm von Anna Bederke
- "Disco" Musikvideo von Jan Delay
- Nicht verwendete Szenen
- Pandora Trailershow

Video on demand - Soul Kitchen

DVD und Blu-ray | Soul Kitchen

DVD
Soul Kitchen Soul Kitchen
DVD Start:
25.08.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 99 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Soul Kitchen Soul Kitchen
Blu-ray Start:
25.08.2010
FSK: 12 - Laufzeit: 99 min.

DVD Kritik - Soul Kitchen

DVD Wertung:
Film: | 9/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Musik ist Essen für die Seele
Auch wenn das zentrale Bild des Filmes ein bisschen an Leonardo Da Vincis berühmtes Gemälde „Das letzte Abendmahl“ erinnert, so hat der Film „Soul Kitchen“, der jetzt auf DVD erscheint, zwar rein gar nichts mit religiöser Bedeutung zu tun, aber das Bild trifft es in der jeweiligen Handlungssituation ziemlich gut. Denn es ist das Abschiedsessen des Hauptcharakters, bevor die Party wegen einer speziellen Kochzutat ziemlich ausartet. Vor allem bietet das Bild einen schönen Blick auf das hervorragende Darstellerensemble, welches Fatih Akin versammeln konnte. Ein paar der Darsteller kennt der Zuschauer schon aus vorhergehenden Filmen. Adam Bousdoukos ist nicht nur ein Freund von Akin und hat selber schon in einem Film von ihm gespielt, sondern schrieb auch als ehemaliger Restaurantbesitzer am Drehbuch mit. In „Soul Kitchen“ schafft er es, sämtliche Rückschläge mit einer großen Würde zu nehmen, aber dennoch die Verzweiflung durchscheinen zu lassen. Vor allem wie er auf einer Discotanzfläche seine orthopädischen Übungen macht, ist hervorragend gespielt. Moritz Bleibtreu als Kleinkrimineller, der sich bessern will, zieht sämtliche Blicke auf sich und weiß überzeugend von Optimismus und Verzweiflung zu pendeln. Auch in den Nebenrollen treten großartige Darsteller wie Monica Bleibtreu und Udo Kier auf. Und das die großartige und charmante Anna Bederke hier ihr Debüt gibt, ist ihrem Spiel zu keinem Zeitpunkt anzumerken. So natürlich wirkt sie, dass man überhaupt nicht den Eindruck bekommt, ihr beim Spielen zuzusehen. Und das ist ein sehr großes Kompliment für Filmschauspieler. Die großen Themen des Filmes sind Familie, Freunde, Liebe, Vertrauen, Loyalität. Vor allem geht es aber um Heimat. Heimat wird hier aber verstanden als Ort, der vor der Welt zu schützen ist. Hier ist es das Restaurant, das vor den Immobilienspekulanten und Investoren geschützt werden muss. Der Heimat wird als Zufluchtsort ein zentraler Stellenwert eingeräumt. In dem Restaurant wird nicht nur gegessen, sondern auch Musik gehört, geliebt, gefeiert, getanzt, gelitten und vor allem gelebt. Heimat ist somit auch als ein Zustand zu sehen, der aber an einen Ort geknüpft ist. Damit hat Fatih Akin auch eine Liebeserklärung an ein verschwindendes Flair Hamburgs gedreht, denn viele Orte im Film sind aufgrund von Investoren und Spekulanten bald nicht mehr zu sehen.

Interessant ist, wie lebendig die Kamera ist. Nicht nur bewegt sie sich synchron zu der Musik, sondern sie steht recht selten still. Einerseits setzt sie den Zuschauer damit direkt in die Handlung, andererseits vermittelt sie damit aber auch eine Lebendigkeit, die zur Lebensfreude gehört. Die Gags wirken auch niemals aufgesetzt, alles ist glaubwürdig und bodenständig. Das hervorragende Timing trägt wesentlich dazu bei. Auch wenn gegen Ende zweimal eine „göttliche Fügung“ eingreifen muss. Aber den sympathischen Figuren gönnt man einfach gegen Ende ihr Glück.

Das Bild und der Ton, in diesem Film wegen des vielfältigen Musikeinsatzes besonders wichtig, sind sehr gut. Als Extras gibt es einen Audiokommentar mit Fatih Akin und dem Darsteller Adam Bousdoukos, in dem viel über die Hintergründe der Story erzählt wird. Da hier aber auch zwei Freunde den Audiokommentar liefern, gerät er stellenweise sehr witzig. Das Feature „Party Breaks“ zeigt einfach nur Szenen aus dem Film, wie Gäste auf der Party tanzen und ist damit ziemlich überflüssig. Das Making Of liefert wieder viel zu den Storyhintergründen und enthält angenehm wenig PR. Ein Musikclip zeigt Jan Delays „Disko“, der ganz im Stil der sechziger Jahre gedreht ist. Wer es mag. Neben einer Trailershow gibt es noch einen merkwürdigen Kurzfilm von der Darstellerin Anna Bederke. Bederke ist eigentlich eine Filmschülerin von Akin, die vorrangig hinter der Kamera steht. Dieser Kurzfilm, „Identity?“, ist zwar filmsprachlich und optisch recht interessant, aber von der Aussage her etwas platt. Man würde sich wünschen, dass sie ihre Karriere nicht nur hinter der Kamera sucht, sondern auch weiterhin zusätzlich als Darstellerin das Publikum erfreuen wird.

Ein schöner, gut gemachter Film, der Lebensfreude vermittelt und angesichts sich wandelnder Stadtbilder nostalgisch stimmt. Die Extras sind aber sehr durchwachsen.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Alive AG