Sommer der Gaukler - DVD

DVD Start: 13.07.2012
FSK: ab 6 - Laufzeit: 110 min

Sommer der Gaukler DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Sommer 1780. Auf dem Weg nach Salzburg bleibt die Theatergruppe um Emanuel Schikaneder (MAX VON THUN) und seine treue Gattin und kreative Unterstützung Eleonore (LISA MARIA POTTHOFF) mangels Geld, Ideen und Spielerlaubnis in einem kargen Bergdorf nahe der österreichischen Grenze hängen. Dort eskaliert gerade eine Auseinandersetzung der Bergleute mit dem geizigen Bergwerksbesitzer Paccoli (ERWIN STEINHAUER), der seine Angestellten aus Geldgier in schlecht gesicherte Stollen schickt und täglich das Leben der hart arbeitenden Männer aufs Spiel setzt. Der Bergarbeiter Georg Vester (MAXI SCHAFROTH) aus dem Allgäu stolpert unversehens in die aufgeheizte Situation und wird für die einfachen Kumpel eine Art Heilsfigur. Schikaneder entdeckt in der sich anbahnenden Revolte schnell die Basis für ein neues Stück. Doch nicht nur die Bergarbeiter rebellieren, auch Schikaneders Ensemble geht wenig später auf die Barrikaden. Eine kurzfristig anberaumte Freilichtaufführung der Truppe, zu der sich auch noch kein Geringerer als Wolfgang Amadeus Mozart (FLORIAN TEICHTMEISTER) ankündigt, führt zu heftigen Turbulenzen...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Lighthouse Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (Dolby Stereo 2.0)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer, Interview + Making Of, Outtakes

DVD und Blu-ray | Sommer der Gaukler

DVD
Sommer der Gaukler Sommer der Gaukler
DVD Start:
13.07.2012
FSK: 6 - Laufzeit: 110 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Sommer der Gaukler Sommer der Gaukler
Blu-ray Start:
13.07.2012
FSK: 6 - Laufzeit: 110 min.

DVD Kritik - Sommer der Gaukler

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 0/10
Ton: | 0/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 6/10


Macht der Kunst
Der Film „Sommer der Gaukler“ beruht auf wahren Begebenheiten. Nicht nur gab es die Personen wirklich, sondern Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart haben sich natürlich gekannt. Ansonsten hätte es die Oper „Die Zauberflöte“ nie gegeben. Schließlich hat damit Mozart ein Libretto von Schikaneder vertont. Und Schikaneder übernahm bei der Uraufführung selbst den Part des Papageno. 1780 hatten sich die beiden Männer in Salzburg kennengelernt. Der bayerische Regisseur Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt ist länger tot“, „Räuber Kneisl“, „Sommer in Orange“) macht aus dem Stoff nun aber keinen Historienfilm im eigentlichen Sinne, sondern zeigt in seiner Groteske vielmehr die Macht der Kunst auf. Im 18. Jahrhundert war Kunst und Musik im Grunde eine reine Angelegenheit der Reichen und Mächtigen. Die meisten Komponisten etwa standen im Solde von Fürsten, Königen und Bischöfen und waren nichts anderes als Lohnarbeiter (und wurden auch oft so behandelt). Mozart versuchte sich davon loszueisen, starb dann aber verarmt und wurde in einem Massengrab beigesetzt. Der erste, der einzig von seiner Musik als Freiberufler leben konnte, war Beethoven. Das was heute als Hochkultur gilt, war damals also den Adligen und Reichen vorbehalten. Für das einfache Volk gab es zwar auch Unterhaltung, hatte aber nicht viel Wert. Wie anders sah das in anderen europäischen Staaten und Zeiten aus, wie etwa in England, wo die Stücke von Shakespeare für das gesamte Volk gedacht waren und diese sie auch bereitwillig besuchten. In Deutschland änderte sich das erst sehr viel später und dieser Film nimmt darauf Bezug. Aber nicht nur die Zusammenarbeit der beiden Künstler Mozart und Schikaneder ist verbürgt, sondern auch die Begebenheit, die am Ende des Filmes stattfindet und hier aufgrund des Clous nicht verraten werden soll. Regisseur Rosenmüller bleibt sich stilistisch reu, indem er auch hier nicht auf Mundart verzichtet. Da wünscht man sich auch als deutscher Zuschauer manchmal Untertitel, wenn es allzu sehr auf bayerisch, österreichisch oder im Allgäuer Dialekt zugeht. Jedenfalls wird in dieser Groteske nicht nur das Leben und Lieben der fahrenden Künstler aufgezeigt und damit ein kleines Sittenportrait Deutschlands zu der Zeit geliefert, sondern auch wie die Kunst für das Volk geöffnet wird, was unmittelbar darauf zu der „Zauberflöte“ führte, die sich ganz bewusst von dem bisherigen Publikum ab- und einem größeren zuwandte. Welche Macht die Kunst besaß, wird hier schön dargestellt und auch wie sie sich die Realität unterordnete, um propagandistisch wirken zu können. Das Spiel mit der Show und der Realität ist vielfältig angelegt und manchmal werden die Übergänge schön fließend dargestellt wie etwa am Anfang. Dass das ganze Leben eine Bühne ist, wird schon dadurch deutlich gemacht, dass manchmal am Szenenende ein Vorhang fällt und nicht ein filmischer Schnitt vorgenommen wird. Leider hat der Film aber keine gerade Linie und kann sich manchmal nicht so recht für ein Thema entscheiden. Mal ist es ein Liebesdrama, mal ein Sittenportrait, mal ein Gesellschaftsdrama, mal eine Verwechslungskomödie, mal Historie, und, und, und. Auch stilistisch ist der Film nicht immer einheitlich, wozu vor allem der eigenwillige und misslungene Einsatz einer kleinen Musicalnummer zählen muss. Auch kann die Hauptperson durchaus auf Dauer auf die Nerven gehen. Letztendlich bleibt zwar ein unterhaltsamer aber auch diffuser Film zurück.

Die Vorabpressung, die dieser Rezension zugrundeliegt, hat erhebliche technische Mängel gehabt, so dass in Bezug auf Bild und Ton keine Wertung vorgenommen werden kann. Das Bild und der Ton sind zwar sehr vielversprechend, aber die Pressung war nicht sauber und hakte und sprang. So kann auch zu den Extras nichts wirklich gesagt werden, da sie meistens gar nicht erst liefen. Die Outtakes etwa waren nicht anzusehen und auch das Interview mit den drei Hauptdarstellern kann so nicht beurteilt werden, schien aber ganz amüsant zu sein, wenn die drei sich selber interviewen. Das Making Of scheint gut zu sein, aber auch da kann nichts weiter zu gesagt werden. Trailer gibt es wohl auch.

Ein amüsanter Film, der vieles verschiedenes unter einen Hut bringen will und das nicht so richtig schafft. Am Ende bleibt ein ziemlich diffuser Eindruck zurück. Obwohl man sich amüsiert hat und manches auch zum Denken anregte.

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by Jons Marek Schiemann
Bilder © Lighthouse Home Entertainment