Somewhere - DVD

DVD Start: 14.04.2011
FSK: ab 12 - Laufzeit: 94 min

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Inhalt

Man kennt ihn von der Leinwand oder aus der einschlägigen Klatschpresse: Johnny Marco ist ein angesagter junger Hollywood-Star. Er residiert im legendären Hotel Chateau Marmont in L.A. und vertreibt sich die Zeit mit Dingen, die das Leben angenehm machen: schöne Frauen, schnelle Autos, Alkohol und Drogen. Alles, um bloß nicht zu merken, das sein Leben eigentlich ziemlich langweilig ist. Doch da kommt ihn unerwartet Cleo (Elle Fanning), seine elfjährige Tochter aus einer früheren Beziehung, besuchen. Johnny soll sich für einige Zeit um sie kümmern. Die unvermittelte Nähe zu seiner Tochter bringt Johnny nach langer Zeit endlich wieder zum Nachdenken: Mit Cleo füllt wieder etwas Echtes und Ehrliches die Leere in seinem Leben. Doch was wird sein, wenn sie ihn wieder verlassen muss?

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Deutsches Making Of
- Behind The Scenes
- Interviews
- Bildergalerie
- B-Roll
- Deutscher Trailer
- Originaltrailer

Video on demand - Somewhere

DVD und Blu-ray | Somewhere

DVD
Somewhere Somewhere
DVD Start:
14.04.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 94 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Somewhere Somewhere
Blu-ray Start:
14.04.2011
FSK: 12 - Laufzeit: 98 min.

DVD Kritik - Somewhere

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 9/10
Ton: | 9/10
Extras: | 5/10
Gesamt: | 8/10


Ein leises Meisterwerk
Es kommt schon sehr selten vor, dass gleich die erste Szene eines Filmes die ganze inhaltliche Aussage verdichtet darstellt, wie es in „Somewhere“ geschieht. Die Kamera steht fest und blickt teilnahmslos beobachtend auf den Horizont. Ein edler Wagen rauscht schnell an der Kamera vorbei und fährt einen Kreis. Vom Ton her verschwindet er nicht, auch wenn er sich aus dem Bild entfernt. Dann fährt er wieder an der Kamera vorbei. Das wiederholt sich mehrere Male, bis der Wagen anhält und der Hauptcharakter aussteigt und einfach nur dasteht und in die Wüste blickt. Die Kernaussagen sind so sehr deutlich: Stillstand trotz Bewegung (die ständige Fahrt im Kreis), Isolation und Einsamkeit (sowohl der abgeschottete Zustand im Wagen als auch durch die Stellung in der Wüste) und die Festgefahrenheit eines ganzen Lebens, das in einer Sackgasse gelandet ist. Auch unter Menschen ist die Hauptfigur, ein Schauspieler namens Jonny Marco, isoliert. Das wird unter anderem dadurch deutlich, dass er ständig die Namen vergisst, aber auch in Gegenwart anderer, selbst beim Sex, einschläft. Sein Ruhm ist hohl und leer, alle Kontakte oberflächlich. Erst seine Tochter, mit der er ein paar Tage verbringt, zeigt ihm seine Sackgasse auf und zeigt die Leere um ihn herum. Alles geschieht sehr nüchtern und wird im Dialog nie thematisiert. Die Person Jonny Marco, sehr gut dargestellt von Stephen Dorff, verschwindet komplett hinter seinem Image als Schauspieler. Er kennt sich selber nicht mehr. Bei einer Pressekonferenz wird er gefragt, wer Jonny Marco wirklich ist. Und er kann die Frage nicht beantworten. Eine der Schlüsselszenen des Filmes findet im Makeup Raum statt, als Marco eine Gipsmaske verpasst wird, um für eine Maske einen Kopfabdruck zu nehmen. Die Kamera bleibt lange auf den komplett hinter dem Gips verschwundenen Dorff hängen und man hört nur den Atem aus den Nasenlöchern. In diesem Moment ist die Person des Schauspielers komplett hinter seinem Tun verschwunden. Eine reine weiße Projektionsfläche, in die andere alles lesen können was sie wollen, aber er selber sieht nichts und ist in diesem Moment auch nichts. In der nächsten Einstellung wird ihm die Gipspackung entfernt und man sieht ihn in der Maske eines alten Mannes. Ein kleiner aber eindrucksvoller Ausblick auf die Zukunft. Dorff murmelt in der Szene nur „Oh mein Gott“. Ob er dabei nun die eindrucksvolle Leistung der Maskenbildner meint oder den Ausblick darauf, dass sein bisheriges Leben droht immer weiter so zu laufen wie bisher, bleibt ungewiss. Der Blick der Kamera bleibt den ganzen Film über sehr neutral und bewegt sich kaum. Die gewählten Einstellungen sind sehr lang und können dem Zuschauer einiges an Geduld abverlangen. Aber das ist genau das Thema des Filmes: Einsamkeit und Leerlauf. Die Regisseurin Sofia Coppola versteht es glänzend, die Geschichte und die zentralen Aussagen allein anhand der Bilder zu erzählen. So kommt auch verhältnismäßig wenig Dialog vor. Den braucht es auch nicht. Die Schauspieler und die Regie erledigen alles. Und das ist einfach meisterhaft. Sofia Coppola versteht es wirklich, die Innenleben ihrer Figuren allein mit filmsprachlichen Mitteln zu schildern. Das ist das, was Kino wirklich ausmacht. Indem die Bilder erzählen. Es ist wirklich ganz großes Kino, wenn man kaum Dialoge braucht, sondern nur die Bilder. Ähnlich hatte das Coppola schon bei „Lost in Translation“ und „Marie Antoinette“ gemacht, aber bislang noch nicht so konsequent wie hier. Und Coppola ist einer der besten Regisseure die es gibt. Ganz bewusst ist die männliche Berufsbeschreibung hier gewählt, da zu wenige Regisseurinnen im Beruf arbeiten und so würde Coppola nur mit ihren weiblichen Kolleginnen verglichen werden. Aber sie ist auch viel besser als die meisten männlichen Kollegen. Der ganze Film ist ein weiteres Meisterwerk. In einem bislang noch kurzen aber schon beeindruckenden Oeuvre.

Das Bild und der Ton sind sehr gut. Die Extras sind allerdings mäßig interessant. Immerhin sind sie nicht nur reine Werbemaßnahmen, sondern offenbaren auch wirklich interessantes. Das deutsche Making Of etwa ist typische Werbung, liefert aber auch Charakteristika der Figuren. Ebenso das Behind the Scenes. Die Interviews sind aber hervorragend. Insbesondere das mit Sofia Coppola ist sehr gut und geht in die filmsprachliche Tiefe. Dann gibt es noch eine Bildergalerie, eine nette B-Roll und Trailer.

Ein Meisterwerk. Ohne viel Dialog versteht es Sofia Coppola ihre Geschichte nur anhand der Bilder zu erzählen und lässt den Zuschauer dennoch nie im Unklaren, worum es überhaupt geht. Auch die darstellerischen Leistungen machen den Film zu einem beeindruckenden Erlebnis.


by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures