Sleepless Night - Nacht der Vergeltung - DVD

DVD Start: 05.04.2012
FSK: ab 16 - Laufzeit: 98 min

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Inhalt

Vincent (Tomer Sisley aus „Largo Winch“) ist ein Cop mit einem gefährlichen Doppelleben. Als Vincent eine große Menge Kokain von einigen Drogendealern stiehlt, rächen sich diese, indem sie seinen Sohn kidnappen und mit seiner Ermordung drohen – sollte der Stoff nicht binnen kürzester Zeit wieder auftauchen. Auf dem Weg zur Übergabe in einem großen Nachtclub, gerät Vincent jedoch in einen Strudel aus Täuschung, Verrat und Betrug. Er muss sich seinen Weg durch überfüllte Tanzflächen und dunkle Korridore im labyrinthartigen Nachtclub kämpfen, um sein Kind zu retten.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Sunfilm
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Französisch (Dolby Digital 5.1)
Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
- Trailer

Video on demand - Sleepless Night - Nacht der Vergeltung

DVD und Blu-ray | Sleepless Night - Nacht der Vergeltung

DVD
Sleepless Night - Nacht der Vergeltung Sleepless Night - Nacht der Vergeltung
DVD Start:
05.04.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 98 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Sleepless Night - Nacht der Vergeltung Sleepless Night - Nacht der Vergeltung
Blu-ray Start:
05.04.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 103 min.
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Blu-ray Start:
05.04.2012
FSK: 16 - Laufzeit: 103 min.

DVD Kritik - Sleepless Night - Nacht der Vergeltung

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 4/10
Ton: | 6/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 6/10


Ein Nachtclub, eine Entführung und 3 Handlungsstränge auf verschiedenen Floors, welche auf dem Rücken eines Vaters zusammenlaufen, der nichts mehr zu verlieren hat. So oft man die Motivik des rächenden Vaters mit dem schwierigen Verhältnis zu seinem Sohn auch schon gesehen hat, bietet „Sleepless Night - Nacht der Vergeltung“ auf Ebene der Story doch zumindest durch das ungewohnte Szenario von 3 verschiedenen Handlungssträngen in räumlich stark begrenzter Location eine unerwartete Abwechslung zu bisherigen Kidnapping Filmen. Doch auch der bestüberlegteste Plot hilft nicht, wenn der Zuschauer ihn nicht nachvollziehen kann…

Steigt der Establishing Shot mit seiner actiongeladenen Verfolgungsjagd auch sinnvoll chronologisch in medias res ein, wohl um den Zuschauer ob ovum mit in seine Energetik zu reißen, so ist es die umgesetzte Verbildlichung, die den Betrachter ab Minute 1 hemmt, tatsächlich in die Story abzutauchen. Nervös zittrige Trackingshots, Bewegungsunschärfe, Sublimes und extrem hart geschnittene Kurztakes, welche offensichtlich die angespannte Atmosphäre und innere Situation des Hauptcharakters einfangen sollten, verwischen den Situationskern und mit ihm die Motivation der Charaktere zu einer dunklen Vagheit, die durch kühl dunkle Lichtführung nur noch intensiver wird. Wie das in grün und schwarz getünchte Bild bleiben auch zweiter und dritter Handlungsstrang zunächst im Schatten. Vor allem die große Rolle von Telefon Intercuts zwischen mehreren Personen und Handlungssträngen stört dabei den Fluss der Einzelhandlungen und lässt die Szenarien graduell stocken, sodass es dem Zuschauer immer anstrengender erscheint, den schnellwechselnden Bildern und Strängen zu folgen. Bemühen sich Storyline und Dialogführung genau wie Szenenaufbau, Ton und Shottheorie auch darum, die Charaktere und ihre Hintergrundsituationen nachvollziehbar einzuführen, bleiben es Schnitt- und Beleuchtungspraxis, was zuweilen kurz anklingende visuelle Ästhetik vor allem in Actionszenen immer wieder zerstreut und ein direktes Miterleben des Szenarios beinahe unmöglich macht.

Zwar werden die Takes während der Figureneinführung länger und wandeln sich zu wohl überlegten Extreme Close Ups, welche die emotionale Situation zwischen Vater und Sohn fühlbar zu machen suchen, dennoch bleibt die emotionale Ebene auf einem eher niedrigen Level hängen und Vincents Beweggründe muten hier und da fraglich an, wenn der Zuschauer mit solch einer Geschwindigkeit von einer Szene in die nächste katapultiert wird, dass er nie lange genug verweilt, um emotionale Bindungen aufzubauen und das Gesehene nicht nur zu sehen, sondern zu fühlen. Sollen Pans dabei auch ein umgreifenderes Bild von Vincent in seiner emotionalen Gesamtheit vermitteln, so wirken dessen Anstrengungen um seinen Sohn zuweilen kaum affektiv, viel eher erscheinen sie nüchtern, ähnlich eines Geschäfts. Die Dramatik der Situation klingt zwar in der tatsächlich pointierten Dialogführung immer wieder an, genauso markieren Lense Flares und tonlose Aufnahmen hier und da einen emotionalen Kontrast zwischen den Einzelhandlungssträngen und mit ihnen Vincents innerer und äußerer Entwicklung, trotz dessen kratzt der Film auch hier mehr oder weniger an der Oberfläche und baut die emotional potenzialhaltige innere Situation Vincents bildlich nicht weit genug aus, um den Zuschauer intensiv zu verwickeln.

Auf Seiten der Figureninterpretation erweist Tomer Sisley („Largo Winch“) seinem Namen als schauspielerische Perle Frankreichs alle Ehre, wenn er situationsbedingte Beklemmung und fragile Reue mit leichtfüßiger Natürlichkeit zu versprühen vermag und sich dabei dennoch eine solch suspekte, spannungsintensive und eisenharte Zwielichtigkeit bewahrt, dass man ihn einfach nicht einschätzen möchte und ihm den Antihelden genauso zutrauen würde wie den ultimativen Bösewicht. Dass auch seine souveräne Leistung zuweilen auf niedrig motiviertem emotionalen Level dahin schwimmt, sollte weniger mit ihm selbst zu tun haben als mit der Bildführung. In seiner Gesamtheit scheint das gesamt Cast letztlich überraschend gut harmonierend und charaktergerecht abgestimmt, wenn der gefühlsmäßig zu transportierende Situationsmittelpunkt innerhalb der Einzelinterpretationen auch immer wieder abschwillt und so nicht so sehr mitreißt, wie er es vielleicht könnte.

Letztlich muss festgehalten werden, dass Regisseur Frederic Jardin seine filmtechnischen Mittel durchaus passend und die Handlung motivierten ausgewählt haben dürfte, alleine die Umsetzung ist es, was „Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ den energiegeladenen Drive nimmt, der die Story eigentlich führt. Dass Jardin Low Angles Point of View Shots einsetzt, um Machtpositionen zu verdeutlichen, in schnellen Cross Cuts durch die verschiedenen Floors und Handlungsstränge mit situationsstützend genutzter Discomusik die Spannung kompromisslos voranpeitscht und dabei trotz dessen durch flattrige Kamera situatives Chaos und innere Unruhe zu manifestieren versucht, bestätigt eine wohl überlegte Planung von filmtechnischen Mitteln auf Plot. So hätten die entsprechende Technik zusammen mit der Story tatsächlich intensiv stimmig und aufschlussreich wirken können, hätte man sie punktuell gesetzt. Was durch die Masse an zu vermittelnden Gefühlen und Situationschaotik in dem schnittüberladenen Szenario am Ende schmerzlich zu vermissen ist, sind Ruhe und Statik zwischen den so energetischen Takes. Vor allem bei einem Film mit Schwerpunkt auf eine Kindesentführung hätte dem Zuschauer bei all der zu vermittelnden Beengung mehr Raum gegeben werden müssen, sich einzufühlen. Damit ist „Sleepless Night - Nacht der Vergeltung“ ein eigentlich potenzialhaltiger Film, der einfach zu viel wollte und so mit noch weniger endete - das sowohl handlungstechnisch, wenn der eigentliche Fokus sich in dutzende Nebenhandlungen auflöst, wie auch filmtechnisch, wenn die Wirkung der eigentlich so gut gewählten filmischen Mittel mit den doch sehr großzügig verteilten Fades und Shallow Focuses verblasst. Trotz dessen scheint der Film die Kurve am Ende überraschenderweise noch zu kriegen. So erwartet Zuschauer gegen Schluss ein actiongeladenes und gekonntes, wenn auch nicht punktgenaues Zusammenlaufen der Handlungsstränge, das in ein tatsächlich bewegend dramatisches Open End mündet und so im Kontrast zu der zuvor allgegenwärtigen, erstickenden Enge allerhand Raum zur freien Interpretation gewährt.

Betrachtet man „Sleepless Night – Nacht der Vergeltung“ nun in seinen Einzelelementen, so sei an denen im Grunde nichts auszusetzen. Betrachtet man den Film jedoch nach seiner Wirkung in seiner Gesamtheit, so gleicht er einer rasanten, jedoch immer wieder unangenehm holprigen Zugfahrt. Das Bild als metaphorischer Waggon, welcher die Charaktere von A nach B transportiert, ruckelt dabei mit einer unglaublichen Geschwindigkeit über die zunächst recht gradlinige und erst gegen Ende deutlich kurvenreichere Straße, welche die Storyline ihm vorschreibt, während die Figuren unnatürlich unbeweglich auf den ihnen vorgegebenen Plätzen sitzen und so wenig zu bewegen vermögen. Manchmal ist weniger wohl tatsächlich mehr...


by Sima Moussavian
Bilder © Sunfilm




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