Silver Linings - DVD

DVD Start: 31.05.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 117 min

Silver Linings DVD Cover -> zur DVD Kritik

Preisvergleich

alle Preise inkl. MWST

-> alle DVD, Blu-ray zum Film

Inhalt

Pat Solatano (BRADLEY COOPER) hat alles verloren: sein Haus, seinen Job und seine Frau. Und so findet er sich, nachdem er gerade auf gerichtliche Anweisung acht Monate in einer psychiatrischen Anstalt verbracht hat, plötzlich zuhause bei Mutter (JACKI WEAVER) und Vater (ROBERT DE NIRO) wieder. Pat ist fest entschlossen, positiv zu denken und damit sein Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und seine Frau zurückzuerobern. Doch dann lernt Pat die rätselhafte Tiffany (JENNIFER LAWRENCE) kennen und alles beginnt, sich erneut zu verkomplizieren... denn Tiffany bietet ihm ihre Hilfe bei der Rückeroberung seiner Frau an. Einzige Bedingung: ein Tanzkurs. Im Zuge ihres ungewöhnlichen Deals kommen sich die beiden auf überraschende Weise näher – und plötzlich tun sich am Horizont unerwartete Silberstreifen auf...

-> mehr Info zum Film mit Trailer, Cast & Crew

DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Senator Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,35:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Die Tanz-Proben, Ein Tanzkurs bei Pat & Tiffany, Steadicam mit Bradley Cooper

Video on demand - Silver Linings

DVD und Blu-ray | Silver Linings

DVD
Silver Linings Silver Linings
DVD Start:
31.05.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 117 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Silver Linings Silver Linings
Blu-ray Start:
31.05.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 122 min.

DVD Kritik - Silver Linings

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 7/10
Ton: | 7/10
Extras: | 6/10
Gesamt: | 7/10


Wenn David O. Russell eine Tragikomödie mit romantischem Einschlag dreht, ist Vorsicht geboten – zumindest für Anhänger gängiger RomCom-Dutzendware. Denn Russell zählt zu den verbliebenen Regie-Querköpfen der Traumfabrik und ist immer für eine Überraschung gut. Unvergessen, wie er 1996 Ben Stiller in „Flirting with Disaster“ auf eine irrwitzige Suche nach den eigenen Wurzeln schickte oder wie er die „Three Kings“ George Clooney, Mark Wahlberg und Ice Cube durch den Irak-Krieg jagte (1999). Ganz zu schweigen vom Film-Mysterium „I Heart Huckabees“ (2004), einem Streifen, den kaum jemand außer dem Meister selbst verstanden haben dürfte. Nun, nach dem eher konventionellen Boxer-Drama „The Fighter“ (2010), meldet sich David O. Russell mit „Silver Linings“ auf der Bildfläche zurück – und reüssierte bei Kritik und Oscar-Verleihung. Das Werk gleich mehrfach nominiert, griff Hollywoods derzeit vielleicht talentierteste Newcomerin Jennifer Lawrence („Die Tribute von Panem“) einen Goldjungen für die beste weibliche Hauptrolle ab. Zu recht. Aber der Rest?

„Silver Linings“ macht es seinem Publikum nicht leicht. Wer sich mit der hektischen, unruhigen Inszenierung und den zum Teil recht geschwätzigen Charakteren nicht rasch anfreundet, dürfte über die gesamte Laufzeit von gut zwei Stunden des Öfteren genervt die Augen verdrehen. Wer sich drauf einlässt, bekommt eine erfrischend lebensnah-realistische und unverkitschte Geschichte samt schrägem Figuren-Tableau präsentiert. Schon der Held von „Silver Linings“, der gerade aus der Psychiatrie ins Elternhaus entlassene Pat Solatano (oscarnominiert: „Hangover“-Star Bradley Cooper), hat offensichtlich nicht mehr alle Latten am Zaun. Von bipolarer Störung ist die Rede, von Stimmungsschwankungen und Wahnvorstellungen, ausgelöst, als der Aushilfslehrer seine Frau Nikki in flagranti mit einem Kollegen unter der Dusche erwischte und den Nebenbuhler fast tot prügelte. Nun will Pat, der alles verloren hat, einen Neustart, seine Probleme in den Griff kriegen und Nikki zurückgewinnen – und wenn er dafür mit Schlabberhose und Mülltüte bekleidet bis zum Silberstreifen am Horizont (daher der Originaltitel) joggen muss.

Hilfe findet Pat aber weniger bei seinen Eltern – Robert De Niro gibt als Pat senior eine klasse Performance, ein fanatischer, zutiefst abergläubischer Footballfan der Philadelphia Eagles mit Stadionverbot und Buchmacher-Tick –, sondern bei Tiffany (herzergreifend: Jennifer Lawrence), der Schwester von Nikkis Freundin. Sie kompensierte den traumatischen Verlust ihres Partners (Tod) mit promiskuitivem Verhalten. Wie sich die Außenseiter Pat und Tiffany gegenseitig in unberechenbaren Dialogen unverblümt und direkt mit vollem Risiko und Nebenwirkungen ihre Gedanken an den Kopf knallen, bildet das emotionale Zentrum von „Silver Linings“ und lebt vom großartigen Zusammenspiel Cooper/Lawrence. Überdies versuchen sich beide als Tanzpartner. Eine Gegenleistung, die Tiffany für ihre Rolle bei der Rückgewinnung Nikkis von Pat verlangt.

So ganz scheint Regisseur David O. Russell seinem latent durchgedrehten Plot dann aber doch nicht zu vertrauen, denn am Ende erweist sich „Silver Linings“ als ziemlich vorhersehbar. Wie das Tanzfinale ausgeht, an dem dank eines etwas gewollten Story-Konstrukts nebenbei ganze Existenzen hängen, ist zwar nett anzuschauen und eigenwillig choreografiert, bietet aber keine wirkliche Überraschung. Und die Lektion, die auf Wutbürger Pat wartet, dass das oder die Richtige manchmal direkt vor der eigenen Nase ist, haben vor ihm schon etliche andere, weit weniger verkorkste Leinwand-Romeos lernen müssen.

Zu den ordentlichen Extras der DVD gehören zahlreiche gelöschte Szenen (OmU), die unter anderem das gemeinsame Aufwärm- und Tanztraining von Pat und Tiffany genauer beleuchten (Jennifer Lawrence macht eine Brücke!) und ein alternatives Ende zeigen. Sehenswert ist das ausführliche Making-of (OmU), in dem sich auch Ärzte und ein Betroffener positiv über die Darstellung und Thematisierung psychischer Erkrankungen in „Silver Linings“ äußern. Regisseur Russell legt seine persönlichen Bezüge dar, sieht Robert De Niro so intensiv wie seit dessen Scorsese-Glanzzeiten nicht mehr, und Bradley Cooper gesteht Zweierlei unterschiedlichen Gehalts: Beim Dreh der Tanzszenen hat er mal das Deo vergessen und der Film hat sein Leben verändert. Für „Let’s Dance“-Fans gibt es zudem die finale Parkett-Einlage zum Nachmachen. In „Tanzen wie Pat & Tiffany“ erklärt die Chefchoreografin die einzelnen Figuren und Schritte. Überflüssig sind dagegen die kurzen Beiträge „Das Tanz-Training“ und „Steady-Cam mit Bradley Cooper“, die in schlechter Bildqualität vorliegen.

„Silver Linings“ erzählt im Kern eine bewegende Liebesgeschichte, überzeugt aber ebenso als Familienporträt und Außenseiterstudie, und lebt von durchweg brillanten Darstellern (selbst „Rush-Hour“-Nervensäge Chris Tucker ist diesmal zu ertragen). Allein: Etwas weniger Hektik und Gelaber hätte den Genuss noch erhöht.


by Florian Ferber
Bilder © Universum Film / Senator Home Entertainment




Von Interesse: