Sieben Minuten nach Mitternacht - DVD

DVD Start: 19.10.2017
FSK: ab 12 - Laufzeit: 104 min

Sieben Minuten nach Mitternacht DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Sorgenfrei kann man das Leben des jungen Conor (Lewis MacDougall) nicht nennen: Seine Mutter (Felicity Jones) ist schwer krank, er fürchtet seine strenge Großmutter (Sigourney Weaver), bei der er jetzt leben soll, und die großen Jungs, die ihn in der Schule verprügeln. Aber am schlimmsten ist der dunkle Albtraum, der ihn jede Nacht quält. Doch plötzlich wird alles anders: Als er wieder einmal schweißgebadet aufwacht, hat sich die alte Eibe vor seinem Fenster in ein riesiges Monster verwandelt – und spricht zu ihm. Conor begreift schnell, dass er keine Angst haben muss. Stattdessen beginnt das Monster, ihm drei Geschichten zu erzählen. Immer um sieben Minuten nach Mitternacht trifft Conor das Monster, und seine Geschichten begleiten ihn auf dem Weg zu der ganzen Wahrheit hinter seinem Schmerz.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Studiocanal Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Featurettes, Making Of, entfernte Szenen, Interviews, Audiokommentare, Trailershow

DVD und Blu-ray | Sieben Minuten nach Mitternacht

DVD
Sieben Minuten nach Mitternacht Sieben Minuten nach Mitternacht
DVD Start:
19.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 104 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Sieben Minuten nach Mitternacht Sieben Minuten nach Mitternacht
Blu-ray Start:
19.10.2017
FSK: 12 - Laufzeit: 108 min.

DVD Kritik - Sieben Minuten nach Mitternacht

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 10/10
Extras: | 9/10
Gesamt: | 10/10


Das dunkle Ich
Wenn man die grobe Handlung von „Sieben Minuten nach Mitternacht“ hört, so denkt man nur an einen weiteren Fantasyfilm in dem ein Kind eine Hauptrolle spielt. Punkt sieben Minuten nach Schlag Zwölf erscheint dem neunjährigen Jungen Connor ein Monster das auf den ersten Blick zwar furchteinflößend, doch anscheinend nur Gutes will. Soweit kann man das etwa mit Spielbergs Film „Big Friendly Giant“ verwechseln. Doch das Monster in „Sieben Minuten nach Mitternacht“ kommt mit einer merkwürdigen Intention: es will dem Jungen drei Geschichten erzählen. Die einzige Bedingung: die vierte Geschichte soll der Junge selber erzählen. Dieser hat kein Interesse daran, denn seine Situation ist schwer genug. Die Mutter ist schwer krank, der egoistische Vater lebt getrennt von der Familie in den USA und hat keinen Draht mehr zu seiner Familie die in England zurückgeblieben ist. Die harsche Großmutter will den Jungen zu sich holen und in der Schule wird er gemobbt. Als Neunjähriger hat er keinen mit dem er sich austauschen kann und nicht die Möglichkeiten sich gegen die Situation zu wehren. Also nimmt er, wohl oder übel, das Angebot des Monsters an.

Conor (Lewis MacDougall)
Conor (Lewis MacDougall) © Studiocanal Home Entertainment
Wie in allen guten Monsterfilmen ist auch hier das optisch erschreckende Wesen ein Symbol. Es verkörpert die verschiedenen Stadien der Trauer und jede Szene in der es auftritt, bedeutet einen Wendepunkt für den Jungen der danach einen Entwicklungsschritt durchmacht. Es ist dabei keine Wachstumsgeschichte oder wie ein Junge erwachsen wird, sondern ein Film über die Trauer und in welchen Stadien diese durchlaufen wird. In dieser Hinsicht ist der Film schonungslos ehrlich und geht dem Zuschauer wirklich an die Nieren. Man ist versucht, die Charaktere in manchen Szenen zu verurteilen, aber wer selber schon einmal in einer solchen Situation war, muss sich eingestehen, selber einmal solche Gedanken und Reaktionen einer Fluchttendenz gehabt zu haben. Was hier berichtet wird, abgesehen von dem Fantasyanteil, ist real und psychologisch fundiert. Das macht den Film für Melancholiker ungeeignet da er sehr traurig ist und bei sensiblen Gemütern einen hohen Taschentuchverbrauch einfordern wird. Dabei gelingt sogar das Kunststück jeden Kitsch zu vermeiden und nicht allzu rührselig zu werden. Auf angenehme Art und Weise macht sich hier die britische Zurückhaltung bemerkbar. In einer amerikanischen Produktion würden auf der Musikspur die Geigen nur so jauchzen. Zudem werden die inhaltlichen und stilistischen Brüche durch die Erzählungen des Monsters kongenial genutzt und machen deutlich, dass Geschichten helfen können Emotionen zu verarbeiten.

Conor (Lewis MacDougall) mit seiner Mutter (Felicity Jones)
Conor (Lewis MacDougall) mit seiner Mutter (Felicity Jones) © Studiocanal Home Entertainment
Der enthaltene Symbolismus von Erzählungen greift dann zwar die Gefühle auf, aber durch die Abstraktion werden diese weniger konkret und erlauben eine beobachtende und reflektierende Distanz. Vergleichbar ist das mit der Traumdeutung und so kann man gegen Ende des Filmes sehen, wie harmonisch alles ineinander greift. Zudem ist der Film auch noch hervorragend gespielt. Der fünfzehnjährige Lewis MacDougall macht einen hervorragenden Job. Tragischerweise starb kurz vor Drehbeginn seine eigene Mutter und seine traumatischen Erfahrungen bringt er in diesen Film ein. Felicity Jones hat einige sehr starke Szenen und zeigen ihr Darstellungsvermögen auf. Sigourney Weaver als verhärmte Großmutter die langsam auftaut ist grandios und glaubwürdig und der immer gute Liam Neeson schafft es selbst unter der Maske des Monsters allein mit seiner Körperhaltung, die mit dem Motion Capture Verfahren eingefangen worden ist, und seiner Stimme Würde und Wärme auszustrahlen. Ein gelungener und mutiger Film.

Conor und das Monster
Conor und das Monster © Studiocanal Home Entertainment
Der Film besitzt eine ganze Reihe von Extras, was mittlerweile schon eine Erwähnung an sich wert ist. So gibt es mehrere kürzere Featurettes die interessant sind und den Begriff eines Making Of verdienen, da sowohl die Hintergründe der eigentlichen Geschichte, die Intentionen der Beteiligten und auch die Tricks unter die Lupe genommen werden. Das eigentliche Making Of ist zwar dann recht werbelastig, wird aber durch entfernte Szenen, Interviews und zwei Audiokommentaren, einem vom Regisseur und einem vom Drehbuchautor, wieder wettgemacht. Eine Trailershow gibt es natürlich auch. Auch die technische Seite kann überzeugen und sowohl das Bild als auch der Ton sind sehr gut.


Fazit:
Ein gelungener und mutiger Film. Stark gespielt, stark inszeniert und hoch emotional bedient er sich der psychologisch fundierten Stadien der Trauer als auch der Symbolik der Traumdeutung und schafft ein intensives Erlebnis.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Studiocanal Home Entertainment