Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen - DVD

DVD Start: 11.10.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 102 min

Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Emily Taylor (ROONEY MARA) und Ehemann Martin (CHANNING TATUM) führen ein glückliches Leben im Wohlstand, bis der Broker wegen Insiderhandels alles verliert – sogar die Freiheit. Nach seiner Verurteilung stürzt Emily nicht nur finanziell in ein tiefes Loch. Vier Jahre später wird Martin entlassen, doch diese Veränderung überfordert sie erneut vollends. Der ehrgeizige und äußerst erfolgreiche Psychiater Dr. Jonathan Banks (JUDE LAW) nimmt sich ihrer an. Nachdem seine ersten Versuche, Emily zu stabilisieren, scheitern, verschreibt er ihr ein neues Medikament. Anfangs geht es ihr besser, doch schon bald erweisen sich die Nebenwirkungen als äußerst dramatisch. Alle Beteiligten geraten in einen unaufhaltsamen Strudel, der ihre Beziehungen, ihre Karrieren und, nach einem mysteriösen Todesfall, sogar ihre Leben bedroht. Fieberhaft sucht Banks nach Antworten. Doch als er sie findet, droht die von ihm aufgedeckte Wahrheit auch noch das Wenige zu zerstören, das ihm geblieben ist... und das ist nicht viel.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universum Film / Senator Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Fiktive Medikamenten-Werbepsot, Super 8-Featurette von Steven Soderbergh

Video on demand - Side Effects

DVD und Blu-ray | Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen

DVD
Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen
DVD Start:
11.10.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 102 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen
Blu-ray Start:
11.10.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 106 min.

DVD Kritik - Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 7/10


Dass Quantität und Qualität selten im Gleichschritt gehen, hat Steven Soderbergh, experimentierfreudiger Regie-Workaholic zwischen Mainstream („Oceans“-Franchise) und Independent-Produktionen („Sex, Lügen und Video“, „The Limey“) in seiner Karriere mehrfach bewiesen. Nun kokettiert der Oscar-Preisträger seit einiger Zeit mit dem temporären Frühruhestand und der Hinwendung zur Malerei. Dabei sollte „Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen“, der nun als DVD und Blu-ray vorliegt, seine Abschiedsvorstellung sein. Auch wenn dem offenbar nicht so ist – immerhin läuft aktuell „Liberace“ mit Michael Douglas und Matt Damon als schwulem Glamour-Pärchen in den Kinos – lohnt „Side Effects“ der Beachtung. Haben wir es hier über weite Strecken doch wohl mit dem Besten zu tun, was Soderbergh seit seinem brillanten Drogen-Thriller „Traffic - Macht des Kartells“ (2000) auf der Filmleinwand zustande gekriegt hat.

Dabei stellt „Side Effects“ mit seinen zahlreichen Plot-Twists den Rezensenten vor eine echte Herausforderung. Spoiler-Gefahr lauert hier in nahezu jedem zu viel geschriebenen Wort. Es beginnt noch relativ unspektakulär (und mitunter etwas zäh): Emily Taylor (klasse: Rooney Mara, die Lisbeth Salander aus David Finchers „Verblendung“-Remake) sieht der Entlassung ihres Mannes Martin (im Kreis von Soderberghs erlauchtem Stammpersonal angekommen: Channing Tatum, „Magic Mike“, „Haywire“) entgegen, dem illegaler Insider-Handel eine Denkpause hinter schwedischen Gardinen einbrachte. Die Hoffnungen auf einen gemeinsamen Neuanfang werden jedoch von Emilys Depressionen überschattet. Weil sämtliche Heitere-Welt-Pillen bei der suizidalen Frau den Dienst versagen, verschreibt ihr Psychiater Dr. Jonathan Banks (solide und nicht nur der Schönling vom Dienst: Jude Law) das neue Wundermittel Ablixa. Dessen Nebenwirkungen sind aber nicht nur neue Lust auf Sex und Schlafwandlungen, sondern, wie es der deutsche Untertitel bereits vorwegnimmt, tödlich.

Etwa ab Minute 35 schlägt „Side Effects“ die ersten Haken und rückt mit Jonathan Banks einen anderen Charakter in den Fokus des Geschehens. Der gerät ob seines Verschreibens des Antidepressivums in Erklärungsnot, sieht Job und Reputation in der von Pharma-Lobbyisten unterwanderten Branche in Gefahr. Und so wie sich Banks zunehmend im falschen Film wähnt, merkt auch der Zuschauer, dass das von Scott Z. Burns („Der Informant!“, „Contagion“) konstruierte Drehbuch etliche Falltüren bereithält und kurze Zeit später alles in einem anderen Licht erscheinen könnte. Dabei hangelt sich „Side Effects“ routiniert durch die Genres, wechselt vom (Ehe)-Psychogramm kurzzeitig zum Krimi, dann weiter zum Justizdrama und mündet im Verschwörungsthriller mit Film-Noir-Touch. Aufmerksamkeit beim Zuschauen ist gefragt, will man bei den Volten des Skripts mithalten.

Trotz dieser Elogen auf den oftmals (zu Recht) gescholtenen Steven Soderbergh muss man allerdings Abstriche im letzten Drittel von „Side Effects“ machen. Denn wie hier im Finale alle Fäden zusammenlaufen, vermag dann in Gänze doch nicht zu überzeugen und kommt – wie bei Drehbüchern dieser Art leider häufig – einfach zu gewollt, zu überkonstruiert und zufallsabhängig daher. Außerdem lassen sich im Nachhinein manche Szenen, die als reinen Selbstzweck die Täuschung des Publikums haben, ziemlich leicht entlarven. Das dürfte beim zweiten Gucken besonders auffallen.

Ein Film wie „Side Effects“ schreit geradezu nach Extras wie einem Regie-Kommentar oder kritischen Features zur leichtfertigen Einnahme pillenförmiger Stimmungsaufheller in der US-Gesellschaft. Leider begnügt sich die DVD mit zwei fiktiven Medikamenten-Werbespots, Kinotrailern und einem rätselhaften, möglicherweise ironisch gemeinten Super-8-Featurette von Steven Soderbergh. Das DVD-Bild zeigt die kühl komponierten Bilder der eher zurückhaltenden Inszenierung in angemessener Qualität. Ebenso solide die Tonspur.

Würde Alfred Hitchcock heute einen Film drehen, er könnte so aussehen wie „Side Effects - Tödliche Nebenwirkungen“. Allein: Selbst ein Steven Soderbergh in fast durchgehender Topform wirkt immer noch wie ein Gehilfe des Masters of Suspense.


by Florian Ferber
Bilder © Universum Film / Senator Home Entertainment