Sibirische Erziehung - DVD

DVD Start: 03.12.2013
FSK: ab 16 - Laufzeit: 99 min

Sibirische Erziehung DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Kolyma und Gagarin sind beste Freunde. Gemeinsam wachsen sie unter der Aufsicht von Großvater Kuzya in einem verlassenen Winkel der Sowjetunion auf. Sie gehören den Urki an, einem aus Sibirien stammenden Verbrecherclan. Gemeinsam gehen die Jungen durch die Schule des ehrenhaften Verbrechens, wie die Urki es verstehen. Sie lernen Diebstahl, Banditentum und den Umgang mit Waffen. Großvater Kuzya wacht über die Einhaltung des strengen Ehrenkodex, der seit Generationen im Clan herrscht. Doch sieben Jahre im Gefängnis machen aus Gagarin einen einsamen jungen Mann, der dem Reiz des schnellen Geldes durch unehrenhafte Verbrechen erliegt. Die ehemaligen Freunde stehen sich schließlich als Todfeinde gegenüber, getrennt durch den Ehrenkodex des Clans ...

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Ascot Elite Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch
Bildformat: 16:9 / 1,85:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Making of, Originaltrailer, Trailershow

DVD und Blu-ray | Sibirische Erziehung

DVD
Sibirische Erziehung Sibirische Erziehung
DVD Start:
03.12.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 99 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Sibirische Erziehung Sibirische Erziehung
Blu-ray Start:
03.12.2013
FSK: 16 - Laufzeit: 104 min.

DVD Kritik - Sibirische Erziehung

DVD Wertung:
Film: | 10/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 4/10
Gesamt: | 9/10


Ehre im Wandel der Zeit - Manchmal lässt man sich gerne überraschen. Von dem Film „Sibirische Erziehung“ etwa. Zugegeben, hat man am Anfang nicht viel erwartet, denn die Inhaltsangabe klingt nach nichts besonderem. Wieder einmal ein Gangsterfilm, bei dem sich am Ende zwei einstige Freunde als Todfeinde gegenüber stehen. Das sieht man in, gefühlt, jedem zweiten asiatischen Actioner. Ist das jetzt nur auf die Gangsterclans der Sowjetunion übertragen? Ja und nein. Natürlich hat der Film als litauisch-italienisch.-amerikanische Koproduktion einen gewissen Exotenbonus und es werden die Strukturen und Traditionen der Verbrecherclans der ausgehenden Sowjetunion beleuchtet, was einen schon zu Beginn neugieriger macht als die reine Inhaltsangabe. Der Film basiert auf einem Buch von Nicolai Lilin, der selber ein Abkömmling der sogenannten Urki ist und in dem autobiographischen Buch die altüberlieferte Moral der Verbrecherwelt, so befremdend sie auch ist, der postsowjetischen Konsumwelt gegenüberstellt. Aber was bekommt man dann für einen Film! Der italienische Regisseur und Oscar-Preisträger Gabriele Salvatores ist ein kleines Meisterwerk gelungen. Voller Kraft taucht „Sibirische Erziehung“ in eine fremde Welt ein und lässt den Zuschauer von der ersten Einstellung an nicht mehr los. Zudem weiß er die Gangsterklischees alle zu umschiffen, was ihn erfreulich frisch wirken lässt. Das Verbrechen gehört hier zum Alltag und so stehen auch nicht die Untaten an sich im Mittelpunkt, sondern die Charaktere. Dabei verkörpert einer wie der andere den unterschiedlichen Umgang damit, wie die Sowjetunion zerfällt und alles bisher gekannte sich in Nichts auflöst. Die zwei Freunde gehen jeweils anders damit um: der eine hält sich an die Traditionen und der andere geht den neuen Weg. Dabei wird zwar einer sehr viel unangenehmer gezeichnet, aber der Film gibt keine Lösung vor. Der sich der Zukunft öffnet, geht verloren und hat nichts mehr woran er sich halten kann und zerbricht fast daran, während der andere zugunsten der Tradition und des Ehrverständnis auf sein ganz persönliches Glück verzichten muss und damit unfreiwillig eine Katastrophe auslöst. Inhaltlich gibt es sehr viele Schichten und jede Oberfläche besitzt eine tiefere Bedeutung. Dabei wirkt das alles nie angestrengt, da der dramatische Aspekt immer beachtet wird und sich der Zuschauer so emotional beteiligen kann. Da gibt es den Freundeszwist, die Gewalt, die Strukturen des Clans und eine ungewöhnliche und bewegende Liebesgeschichte. Zudem ist der Film hervorragend und überzeugend gespielt, wobei die litauischen Darsteller locker neben dem grandiosen John Malkovich und Peter Stormare überzeugen können. Besonders die Szenen im Wasser sind unvergesslich und es gibt sehr gut eingebaute Symbolismen. So ist das oft gezeigte treibende Eis ein schönes Symbol für die vergangene Zeit und wird immer eingebaut um deutlich zu machen, dass jetzt wieder ein Zeitsprung kommt, der eine wesentliche Änderung für die Charaktere bestimmt. Wie schön ist da die letzte Einstellung, wenn der Bildschirm gefriert und dann den Film beendet. Die vielen verschiedenen Zeitebenen geraten nie durcheinander und alle drei Erzählebenen sind hervorragend ergänzt. Da kann man auch feststellen wie gut der Film geschnitten ist. Eine wahre Perle, die man nicht untergehen lassen sollte.

Der Ton und das Bild sind sehr gut und lassen so gut wie keine Wünsche offen. Als Extras gibt es leider nur ein sehr interviewlastiges Making Of mit dem typischen Eigenlob und recht wenig historischen Erklärungen. Hier wäre eine Dokumentation über die realen Banden wünschenswert gewesen. Trailer gibt es aber natürlich.

Ein kleines Meisterwerk. Hervorragend gespielt, spannend, dramatisch und filmsprachlich herausragend, gibt es hier wirklich etwas zu entdecken.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Ascot Elite Home Entertainment