Shot Caller - DVD

DVD Start: 07.09.2017
FSK: ab 16 - Laufzeit: 115 min

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Inhalt

Weil er einen Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang verschuldete, muss ein Familienvater („Game of Thrones“-Star Nikolaj Coster-Waldau) 7 Jahre hinter Gitter. Die dort täglich herrschende Gewalt lässt den neuen Insassen bald ins Lager einer Gang wechseln, die ihm innerhalb der Gefängnismauern ihren Schutz garantiert. Doch kaum wieder auf freiem Fuß, fordern seine ehemaligen “Beschützer“ weitere Gefallen ein. So bekommt er den Auftrag, eine rivalisierende Gang in den Straßen Südkaliforniens unschädlich zu machen. Ein gnadenloser Kampf ums blanke Überleben beginnt, in dem auch seine eigene Familie zur Zielscheibe wird.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Universal Pictures / Constantin Film
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bildformat: 16:9 / 2,40:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Interviews (ca. 41 Min.), Trailer

DVD und Blu-ray | Shot Caller

DVD
Shot Caller Shot Caller
DVD Start:
07.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 115 min.

zur DVD Kritik
Blu-ray
Shot Caller Shot Caller
Blu-ray Start:
07.09.2017
FSK: 16 - Laufzeit: 120 min.

DVD Kritik - Shot Caller

DVD Wertung:
Film: | 7/10
Bild: | 10/10
Ton: | 9/10
Extras: | 3/10
Gesamt: | 8/10


Anti-Sozialisierung
Filme die im Gefängnis spielen, gibt es viele. Dabei sind die in der mehrheitlichen Aussage durchaus kritisch und verurteilen die Zustände und wie die Insassen dabei ihrer Menschlichkeit beraubt werden. „Ein Haufen toller Hunde“ etwa, mit Sean Connery, in der die unmenschlichen Zustände in einem Militärgefängnis angeprangert werden. Shot Caller SzenenbildEs gibt auch Filme die dann eine psychologische Dimension sowohl der Wärter als auch der Gefangenen untersuchen wie etwa „Die Verurteilten“ und „Green Mile“. Und natürlich Filme die vorrangig Krimis sind, weil es um einen Ausbruch geht wie in „Flucht von Alcatraz“ mit Clint Eastwood. „Shot Caller“ steht also in einer großen Tradition, kann dem Genre aber doch neue Facetten abgewinnen die in ihrer Konsequenz weit über frühere Kritiken hinausgehen.

Dabei gewinnt der Film nie einen pädagogischen Aspekt indem er mahnend den Zeigefinger hebt, sondern verliert stattdessen nie den Thrilleranteil aus den Augen weswegen er sehr spannend und damit auch dramatisch wird. Es geht wieder einmal darum, dass ein Gefängnis die Gefangenen entmenschlicht. Dabei wird hier nicht plump auf sadistische Wärter oder gemeine Direktoren gesetzt, sondern es liegt an dem System an sich. Der Film stellt die grundsätzliche Frage ob jemand resozialisiert werden kann, wenn er sich unter Menschen aufhalten muss, die ähnlich wie er selber aus der Gesellschaft gerissen wurden. Macht so etwas einen Menschen nicht noch schlimmer? Nikolaj Coster-Waldau, seit der TV-Serie „Game of Thrones“ ein Shooting-Star, der hier auch beweist, dass er einen Kinofilm Schultern kann, spielt einen Familienvater und beruflich erfolgreichen Banker, der an einem Abend einen Fehler macht und leicht angetrunken einen Verkehrsunfall mit Todesfolge verursacht. Da er, wenngleich unabsichtlich, ein Menschenleben auf dem Gewissen hat, wird er zusammen mit Mördern und Vergewaltigern in einen Block gesperrt. Um dort nicht zu einem Opfer zu werden, muss er Härte zeigen und sich zum Schutz einer Gang anschließen in deren Sog er zunehmend gerissen wird.

Die Strukturen und das System zwingen ihn zu einer Anpassung was ihn für eine Resozialisierung verdirbt. Er wird zu dem, was die Gesellschaft eigentlich verhindern wollte. Sehr geschickt wird zwischen zeitlichen Ebenen hin und her gesprungen. Shot Caller SzenenbildMal folgt man dem auf Bewährung entlassenen wie er versucht ein gewinnträchtiges Geschäft abzuwickeln und nebenbei wird seine Knastkarriere mehr und mehr aufgedeckt. Das führt immer wieder zu Überraschungen und neuen Interpretationen seiner Handlungen. Man weiß oft nicht, die Figur einzuordnen was ihn nicht nur ambivalent macht, sondern auch aufzeigt, dass ein guter Mensch verführbar ist für das Böse oder es für sich nutzen kann, um wieder Gutes zu tun. Das ist sehr spannend und gerät ein um das andere Mal auch sehr blutig. Oftmals sind die Spiele mit verschiedenen Ebenen reiner Selbstzweck, aber hier entfaltet sich bei einer sicheren Regie und einem guten Drehbuch das ganze Potential dieser Erzählweise. Letzthin also ein spannender, dramatischer und blutiger Film der auf allen Ebenen funktioniert und durchaus ein größeres Publikum verdient.

Sowohl das Bild als auch der Ton sind gelungen. Nur die Extras können nicht sonderlich überzeugen. Die Interviews sind teils reine Werbung indem der Film und die Charaktere vorgestellt werden, aber auch Deutungen geben und über die Recherchen und realen Hintergründe berichtet wird. Ansonsten gibt es nur noch den Trailer und eine Trailershow.


Fazit:
Das Spiel mit den Erzählebenen ist kein Selbstzweck, sondern verschärft die Spannung und erschafft tiefere Ebenen welche den Charakter mehr und mehr ausloten. Spannend, dramatisch, blutig, gut.

by Jons Marek Schiemann
Bilder © Universal Pictures / Constantin Film