Schritte in der Nacht - Film Noir Collection 12 - DVD

DVD Start: 09.08.2013
FSK: ab 12 - Laufzeit: 76 min

Schritte in der Nacht - Film Noir Collection 12 DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Basierend auf einem wahren Fall und an tatsächlichen Tatorten gedreht, folgt „Schritte in der Nacht“ den Ermittlungen des Hollywood Police Department, das den Mord an einem Kollegen aufzuklären hat. Zunächst scheint der technisch versierte Täter der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein. Bis es gelingt, den Täters auch mit mehreren Banküberfällen in Verbindung zu bringen und die Ermittlungsarbeit schließlich erste Früchte trägt.

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: Koch Media Home Entertainment
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Englisch (Dolby Digital 2.0)
Bildformat: 1,33:1 (4:3 Vollbild)
Bonusmaterial:
- Booklet von Thomas Willmann
- Bildergalerie mit seltenem Werbematerial

DVD und Blu-ray | Schritte in der Nacht - Film Noir Collection 12

DVD
Schritte in der Nacht - Film Noir Collection 12 Schritte in der Nacht - Film Noir Collection 12
DVD Start:
09.08.2013
FSK: 12 - Laufzeit: 76 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Schritte in der Nacht - Film Noir Collection 12

DVD Wertung:
Film: | 6/10
Bild: | 8/10
Ton: | 7/10
Extras: | 1/10
Gesamt: | 6/10


In „Schritte in der Nacht“ von Regisseur Alfred L. Werker erlebt der Zuschauer eine spannende Verbrecherjagd, die auf wahren Begebenheiten beruht und in Form eines Spielfilms mit Dokumentationsanleihen präsentiert wird.

Ein skrupelloser Einbrecher (Richard Basehart) versucht, in einem Elektronikgeschäft wertvolle Geräte zu klauen und wird von einem patrouillierenden Polizisten auf frischer Tat ertappt. Anstatt sich zu stellen, schießt er den Polizeibeamten brutal nieder und verschwindet im Dunkel der Nacht. Das Morddezernat nimmt sich daraufhin des Falles an und die beiden Sergents Marty Brennan (Scott Brady) und Chuck Jones (James Cardwell) heften sich an die Fährte des Mörders. Doch dieser ist der Polizei immer einen Schritt voraus und sorgt durch Verkleidungen und geheime Fluchtwege in der Kanalisation dafür, dass er immer wieder entkommen kann. Während seine Verbrechen sich häufen, liegen Polizisten, die ihm in die Quere kamen, entweder tot unter der Erde oder querschnittsgelähmt im Krankenhaus. Für Marty Brennan werden die Ermittlungen daher zunehmend persönlicher und die Wut auf den unbekannten Kriminellen wächst. Kann er überhaupt noch klar denken und dem Mörder zu seiner gerechten Strafe verhelfen?

„Schritte in der Nacht“ kam 1948 in die amerikanischen Kinos und konnte durch seine Geschichte, die eine Mischung aus Fiktion und realen Ereignissen war, für 79 spannende Filmminuten sorgen. Mit dem heutigen Abstand von 65 Jahren muss man aber leider konstatieren, dass insbesondere die dokumentarische Qualität des Streifens jenseits von Gut und Böse liegt und lediglich für unfreiwillige Komik sorgt. Wenn der Erzähler im Ton eines Schulmeisters Sätze wie „Die Arbeit der Polizei ist wie die einer Hausfrau, sie ist nie getan“ zum Besten gibt, verdreht man peinlich berührt die Augen und wünscht sich, dass die Stimme aus dem Off schnellstmöglich wieder verstummen wird. Die Tatsache, dass der Film vom FBI mitproduziert wurde, lässt das Ganze zusätzlich in einem unschönen Licht erstrahlen und die patriotisch konservativen Phrasen erhalten daher den stupiden Charakter amerikanischer Propaganda. Dies ist ein wirkliches Ärgernis, da der Film eigentlich eine packend inszenierte, gelungene Handlung zu bieten hat und durchaus intensive Einzelszenen liefert. Eine Operationsszene, bei der sich der angeschossene Roy, übrigens sehr überzeugend und diabolisch gespielt von Richard Basehart, selbst eine Kugel aus dem Bauch entfernt, löst selbst heute noch ein flaues Gefühl im Magen aus, da sie trotz fehlender graphischer Darstellung der Wunde sehr geschickt inszeniert ist. Härten wie diese verdeutlichen auf geradezu schmerzhafte Weise, was für ein Film „Schritte in der Nacht“ hätte werden können. Doch mit dem bitteren Beigeschmack der konservativen Botschaft, die die Macher zu transportieren versuchen, lässt sich der Film leider nicht ausnahmslos loben. Auch die überdeutliche Betonung des freundschaftlichen Miteinanders im Polizeirevier (z.B. schenkt der Captain seinem Ermittler ein Päckchen Streichhölzer, was letzterem ein Strahlen ins Gesicht zaubert) und des dort herrschenden Multikulturalismus (während einer Zeugenbefragung erscheint auf ein mal ein netter „Dolmetscher-Polizist“, der Kommunikationsschwierigkeiten vorbeugt) wirken leider einfach allzu gewollt und plakativ. Dennoch bleibt unterm Strich ein spannender Film zurück, den man sich als Noir-Fan durchaus mal ansehen kann.
Das Finale findet übrigens in der Kanalisation statt und wirkt wie eine Vorwegnahme der genialen Schlussszene von „Der dritte Mann“, der damals ein Jahr später erschien. Auch wenn die Szene ordentlich inszeniert ist, erreicht sie zu keiner Sekunde die nervenaufreibende Spannung, die uns Orson Welles bei seiner Flucht bescherte und verliert daher rückblickend leider etwas an Qualität.

Die Bild- und Tonqualität sind ganz ordentlich, wobei die Bilder hier eindeutig die bessere Figur machen. Extras gibt es bis auf eine Bildergalerie leider keine.

Fazit: „Schritte in der Nacht“ ist ein spannender Film noir, der leider durch seine Verschmelzung von patriotischer Doku und spannendem Spielfilm einiges an Qualität einbüßt. Dennoch ist er für Genrefans durchaus empfehlenswert.


by Jonas Hoppe
Bilder © Koch Media Home Entertainment