Schnick Schnack Schnuck - Eine liebenswert-pornografische Komödie - DVD

DVD Start: 18.03.2016
FSK: ab 18 - Laufzeit: 84 min

Schnick Schnack Schnuck - Eine liebenswert-pornografische Komödie DVD Cover -> zur DVD Kritik

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Inhalt

Felix wollte eigentlich mit seinem Kumpel Kai zum Festival nach Amsterdam und seine Freundin Emmi müsste eigentlich Klausuren korrigieren. Doch Kai legt sich sowieso ungerne fest und Emmis alte Schulfreundin Magda taucht plötzlich wieder auf und hat es faustdick hinter den Ohren. So kommt alles anders als geplant und am Ende sind alle nackt!

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DVD Details

Medienanzahl: 1
Regionalcode: 2
Vertrieb: WVG Medien / lauramedia
Tonformate:
Deutsch (Dolby Digital 2.0)
Untertitel:
Englisch
Bildformat: 16:9 / 1,78:1 Anamorph Widescreen
Bonusmaterial:
Trailer

DVD und Blu-ray | Schnick Schnack Schnuck - Eine liebenswert-pornografische Komödie

DVD
Schnick Schnack Schnuck - Eine liebenswert-pornografische Komödie Schnick Schnack Schnuck - Eine liebenswert-pornografische Komödie
DVD Start:
18.03.2016
FSK: 18 - Laufzeit: 84 min.

zur DVD Kritik

DVD Kritik - Schnick Schnack Schnuck - Eine liebenswert-pornografische Komödie

DVD Wertung:
Film: | 5/10
Bild: | 5/10
Ton: | 5/10
Extras: | 0/10
Gesamt: | 5/10


„Schnick Schnack Schnuck“ ist eine unabhängige Kölner Low Budget-Produktion, die aus purem Idealismus angetrieben und über Crowdfunding finanziert wurde. Ziel von den beiden Machern Maike Brochhaus und Sören Störung war es, inspiriert von kitschigen 70er Jahre Pornos, einen humoristischen und leichtfüßigen Spielfilm zu machen, der explizite Sexszenen zeigt und dabei hinterfragt, wie polygame Beziehungen funktionieren können. Seine ganz offensichtlichen geringen finanziellen Mittel gleicht der Film durch seinen verspielten und sich selbst nicht ernstnehmenden Charme aus. Beim letztjährigen 10. Berliner Pornfilmfestival gab es dafür den Preis für die beste Regie und den Publikumspreis des Cine Kink Festivals in New York.

Im Mittelpunkt stehen Felix (Felix Anderson) und Emmi (Jana Sue Zuckerberg), das junge Paar vom Land, das schon seit Ewigkeiten zusammen ist und eine traditionell monogame Beziehung führt. Felix besucht über das Wochenende seinen besten Freund Kai (Elia Légère), ein Aufreißer, wie er im Buche steht. Schnick Schnack Schnuck - Eine liebenswert-pornografische Komödie SzenenbildGemeinsam wollen die Beiden zum Fraktus-Konzert nach Amsterdam fahren, doch Kai baut auf dem Weg zum Treffen einen Fahrradunfall. Dabei lernt er Steffi (Dana) kennen, die als Wiedergutmachung für den Unfall Sex fordert, wozu Kai natürlich nicht nein sagt. Bei Felix angekommen, stellt Kai fest, dass er die Konzerttickets bei Steffi vergessen hat. So bleibt den Freunden nichts anderes übrig als zu Steffi zu fahren, in deren WG sie auch Anke (Jenz) kennen lernen, die gerade nackt durch die Küche läuft. Auch wenn Felix jetzt endlich nach Amsterdam will und auch wegen Emmi so langsam ein schlechtes Gewissen hat, kommen sie nicht von Steffi und Anke los. Emmi besucht derweil ihre alte Schulfreundin Magda (Lotta Habmut), die mit ihrem Freund Olaf in einer offenen Beziehung lebt. Bei Magda angekommen, wird Emmi auch direkt und unverhofft von ihr vernascht. Und auch Felix kann seine Finger nicht von Steffi lassen. Schließlich kreuzen sich die Wege von allen zufällig in einem Sexclub…

Der Tonfall von „Schnick Schnack Schnuck“ ist locker flockig ausgefallen. Der sonnig-bunte Film will vor allem Spaß machen und ist vollgepackt mit visuellen Spielereien, etwa in der Post-Produktion eingebauten Lensflare-Effekten, kurzen Zeichentrick-Sequenzen, eingeblendeten Whatsapp-Chats inklusive Emojis oder Effekten einer zurückgespulten Videokassette und digital eingefügter Filmverschmutzungen. Das wirkt alles etwas bemüht auf hip getrimmt, hat aber auch irgendwie einen gewissen Charme. „Schnick Schnack Schnuck“ wirkt einfach wie ein leidenschaftlich gemachter Amateurfilm, was er letztlich auch ist. Regisseurin Maike Brochhaus, die im normalen Leben über Porn Art promoviert und in einer Kita arbeitet, gibt hier ihr Langfilm-Debüt, nachdem sie bereits die Kurzdoku „Häppchenweise“ gedreht hat. Alle Darsteller in „Schnick Schnack Schnuck“ sind Laien und stehen das erste Mal vor der Kamera, was gerade in den oft recht hölzernen Dialogen unzweifelhaft zum Vorschein kommt. Das passt aber auch alles wieder zum angestrebten Charme von 70er Jahre-Pornos, die eben meist eher albern daherkommen. Zum 70er Jahre Flair kommt vielleicht zufällig, dass die Figuren optisch auch in die Zeit passen, was dem aktuellen Hipster-Trend geschuldet ist. Hier präsentieren sich waschechte Sojamilch-trinkende, Bart-, Achselhaar- und Turnbeutel-tragende, „Stößchen“-sagende Großstadt-Hipster, die vielleicht nicht jedermanns Sache sind, aber auf jeden Fall sehr sympathisch daherkommen. Ob gewollt oder ungewollt, wenn bei den Sexszenen dann auch noch Mikrofone oder Kabel ins Bild hängen, fühlt man sich ebenfalls an besagte Produktionen erinnert.

Viel naturalistischer verhält es sich aber mit den sehr gelungenen und befreiten Sexszenen, bei denen die Akteure fast frei und völlig unverkrampft agieren konnten und von den Kameras dokumentarisch eingefangen werden. „Schnick Schnack Schnuck“ erweist sich hier vordergründig als feministischer Porno, denn hier steht ganz stark die weibliche Lust im Vordergrund. Und hier muss nochmal unmissverständlich klar gemacht werden, dass „Schnick Schnack Schnuck“ nichts der Fantasie überlassen wird und kein nur vorsichtig andeutender Erotikfilm ist. Hier wird ein echter Porno gezeigt, der extrem explizit ist und um große Authentizität bemüht ist. So gibt es auch nie viel Leerlauf, die angenehm echt wirkenden Sexszenen sind reichhaltig und alles führt schließlich zur unvermeidlichen Orgie. Auch vor ungewöhnlichen Praktiken und vor spontaner schwuler Liebe schreckt der Film nicht zurück.

Dennoch versucht der Film auch das Konzept monogamer Liebe zu demontieren und polygame Liebe zwar wenig subtil, aber liebenswert zu propagieren. Auch wenn Felix und Emmi schon seit Jahren zusammen sind, reichen kurze Avancen bei Beiden, um sich völlig und ohne großes Nachdenken fallen zu lassen und ihre lange festgefahrene Monogamie beim Akt mit anderen zu vergessen. Man könnte irgendwann einen Konflikt erwarten, aber der bleibt in diesem fröhlichen Film eigentlich aus und alle sind immer happy. Hier soll es jetzt nicht zu tiefgründig werden, denn „Schnick Schnack Schnuck“ ist prinzipiell ein Film, der die Liebe und das Leben in vollen Zügen und ohne große Reflektion feiern und im Moment leben will. Das törnt an, macht gute Laune und unterhält über die 84 Minuten Laufzeit erstaunlich gut, auch wenn man sich zwar danach nicht erhellt fühlt oder der unmissverständlichen Botschaft des Films zustimmen muss. Die unzweifelhaften Schwächen dieses liebenswürdigen Films sind dann auch recht leicht vergessen. So ist „Schnick Schnack Schnuck“ ein locker-leichter (und auch nicht ansatzweise so künstlerischer) Gegenpol zu Gaspar Noés „Love“, der eine nicht ganz unähnliche Thematik auch viel kopflastigere und düstere Art verarbeitet.

Bild/Ton
„Schnick Schnack Schnuck“ wurde mit DSLR-Kameras gedreht und bei dem Transfer auf DVD darf man keine hohen technischen Ansprüche haben. Das Bild ist durchaus farbenfroh und warm geraten, die Schärfelevel sind eher gering ausgefallen, immer wieder zeigt sich auch digitales Rauschen und andere kleine Bildfehler. Das ist natürlich aber alles hier auch irgendwie nebensächlich. Der Ton ist sehr frontlastig, die Stimmen sind überdurchschnittlich präsent und so etwas wie Räumlichkeit wird nie aufgebaut. Dennoch ist die Umsetzung solide genug ausgefallen.

Extras
Leider kommt die DVD ohne Bonusmaterial aus.


Fazit:
„Schnick Schnack Schnuck“ ist eine gelungene und charmante Alternative zur Sterilität herkömmlicher Pornos, die für offene Zuschauer durchaus einen Blick wert sein kann. Hier wird offen, fröhlich, sympathisch und völlig unverkrampft mit Liebe und Sex umgegangen, wodurch der Film gekonnt und mit viel Humor das Schmuddelimage des Genres umgeht.

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by Florian Hoffmann
Bilder © WVG Medien / lauramedia